Eins vorab: Das Konzept verstößt gegen die deutschen Klimaschutzgesetze, die europäische Gesetzgebung und das Pariser Abkommen. Es ist nicht zum deutschen Grundgesetz kompatibel, das sich am 1.5°C-Ziel orientiert.
Das ist mir klar. Das wird sich ändern. Einfach weil die Realität diese Gesetze einholen wird.
Zitat:
Außerdem: "Wenn andere Länder beim Klimaschutz nicht mitziehen, bremsen wir ebenfalls". Was soll das? Wenn der Klassenletzte seine Hausaufgaben nicht macht, lassen wir es alle sein und verzichten auf einen Schulabschluss?
Ich stell mir dann ein Helles kalt. Ich bin schon gespannt wie die Amerikaner darauf reagieren, wenn wir ihnen Zölle abknüpfen wollen
Zitat:
Ein Land, das wenig oder keinen Klimaschutz betreibt, kann nach obigem Konzept damit rechnen, dass in der Folge alle anderen ihre Klimaschutzziele abschwächen. Wie soll daraus jemals ein wirksamer Klimaschutz entstehen?
Das habe ich doch formuliert. Wir sollten auf jeden Fall Klimaschutz betreiben. Wir sollten dann soweit vorauslaufen, dass noch Sicht herrscht. Den nächsten Schritt sollten wir erst dann tun, wenn der Rest nachzieht. Mich hat diese Vorgehensweise in der Studie sehr angesprochen. Inbesondere weil sie uns verhandlungsseitig in eine deutlich besser Position bringt.
und weiter: "EDF kämpft mit einem wachsenden Kostenproblem. Alte Atomkraftwerke müssen für viel Geld saniert und neue für unerwartet viel Geld gebaut werden. ... Ein hoher Preis, zumal die Kosten für erneuerbare Energien weiter sinken. "
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Grüße
Tri-K
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Das habe ich doch formuliert. Wir sollten auf jeden Fall Klimaschutz betreiben. Wir sollten dann soweit vorauslaufen, dass noch Sicht herrscht. Den nächsten Schritt sollten wir erst dann tun, wenn der Rest nachzieht. Mich hat diese Vorgehensweise in der Studie sehr angesprochen. Inbesondere weil sie uns verhandlungsseitig in eine deutlich besser Position bringt.
Danke für Deine sachliche Antwort. Mir fällt es bei dem Thema manchmal schwer, Emotionen außen vor zu lassen.
Zur Sache: Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Wenn alle Länder ihre Klima-Versprechen einhalten, sind wir auf der +3°C Entwicklungskurve für den globalen Durchschnitt. Das bedeutet +6°C für die Landmassen. Diese Temperaturen erreichen wir bereits in 50 Jahren. Danach werden die Temperaturen weiter steigen.
Das obige Konzept könnte man zusammenfassen mit: "Langsamerer Klimaschutz, aber mehr Profit für die Hauptverursacher der globalen Erwärmung". Knete statt Klima.
Wie stark sich der Klimaschutz nach obigem Konzept verlangsamt, bestimmen jene Länder, die sich dem Klimaschutz am meisten verweigern. Für solche Spielchen haben wir keine Zeit mehr.
Davon abgesehen halte ich es auch wirtschaftlich für einen falschen Weg. Die Industrie muss langfristig planen. Beispielsweise muss die Automobilindustrie wissen, bis zu welchem Jahr Verbrenner gebaut werden können und wann Schluss ist.
Vor allem aber: Globaler Klimaschutz kostet Geld, ist aber billiger als ein verschleppter Klimaschutz. An dieser Grundeinsicht scheitert das ganze Paper.
Das obige Konzept könnte man zusammenfassen mit: "Langsamerer Klimaschutz, aber mehr Profit für die Hauptverursacher der globalen Erwärmung". Knete statt Klima.
Oder aus anderer Sicht formuliert: Klimaschutz mit Augenmaß, um genügend Geld/Profite zu sichern/zu verdienen, die man langfristig (u.a.) in weiteren Klimaschutz investieren kann. Knete auch fürs Klima.
Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Davon abgesehen halte ich es auch wirtschaftlich für einen falschen Weg. Die Industrie muss langfristig planen. Beispielsweise muss die Automobilindustrie wissen, bis zu welchem Jahr Verbrenner gebaut werden können und wann Schluss ist.
Die Industrie sollte vor allem marktgerecht planen können: nur was die Leute am Ende kaufen, bringt genug Geld ein, um einen Strukturwandel zu finanzieren.
Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Vor allem aber: Globaler Klimaschutz kostet Geld, ist aber billiger als ein verschleppter Klimaschutz. An dieser Grundeinsicht scheitert das ganze Paper.
Das ist m.M.n. keine belegte Grundeinsicht, sondern nur ein Axiom des Klimaschutzes, das zudem ausblendet, daß es zwischen "verschleppen" und "so wie es bestimmte Klimaschützer wollen" noch weitere Möglichkeiten und Zwischenstufen des Handelns liegen. Darüber zu reden wäre viel produktiver, als die Welt in Klimaleugner und Klimaretter aufzuteilen.
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
Doch, das ist eine Grundeinschätzung, die (natürlich) sehr wohl weltweit Konsens ist. Schäden bezahlen wir so oder so – entweder vorher mit Planung oder nachher mit Reparatur.
Rechnungen ignorieren heißt nicht, dass sie dadurch verschwinden.
Spoiler: in beiden Fällen wird es nachher teurer.
Brandschutz nennt auch keiner Luxus.
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Wann wird eigentlich der Tag des Orgasmus gefeiert?
Ich würde kommen.
Oder aus anderer Sicht formuliert: Klimaschutz mit Augenmaß, um genügend Geld/Profite zu sichern/zu verdienen, die man langfristig (u.a.) in weiteren Klimaschutz investieren kann. Knete auch fürs Klima.
Typische Argumente aus der Leugner-Szene, sorry:
• Wegen des Klimaschutzes läuft die Wirtschaft schlecht.
• Hätten wir höhere Profite, würden diese in den Klimaschutz investiert.
Deutschland ist eine Exportnation und hängt von der globalen Konjunktur ab. Wächst die globale Wirtschaft, verdient Deutschland Geld. Eine der Hauptgefahren für das globale Wirtschaftswachstum ist der Klimawandel.
In den kommenden 50 Jahren wird der Klimawandel 25-30% des globalen Wirtschaftswachstums auffressen. Im Detail:
Bis 2050
Erwarteter Verlust des globalen BIP:
ca. 19% (durch bereits getätigte Emissionen)
Bis 2075
Erwarteter Verlust des globalen BIP:
ca. 25% bis 35%
Bis 2090
Erwarteter Verlust des globalen BIP:
bis zu 50 % (bei Kipppunkten)
Doch, das ist eine Grundeinschätzung, die (natürlich) sehr wohl weltweit Konsens ist.
Hier sehe ich tatsächlich einen entscheidenden Fehler der "Klima-Bremser". Heutige Kosten für Klimaschutzmaßnahmen sind ziemlich klar ersichtlich, während zukünftige Kosten für Behebung von Klima-Schäden angeblich ungewiss sind.
Meiner Meinung nach sind zukünftige Kosten aber sehr wohl absehbar. Man muss sich doch nur einmal die Gesamtkosten der Ahrtal-Katastrophe angucken und kann diese Kosten für die Zukunft hochrechnen. Dabei ist es auch unerheblich, ob die Flut im Ahrtal konkret durch den Klimawandel verursacht wurde oder nicht. Unbestreitbar werden solche Katastrophen in Zukunft häufiger auftreten und das gilt ja nicht nur für Deutschland, sondern in noch größerem Umfang weltweit.
Es mag also richtig sein, dass die zukünftigen Klimabedingten Kosten (noch) nicht detailliert berechenbar sind, Fakt ist aber doch nun wirklich, dass sie
A) nicht null sein werden, sondern
B) signifikant sein werden und bei ausbleibenden frühzeitigen Maßnahmen auch noch signifikant steigen werden.
Anderes Beispiel für die (bzw. eigentlich ja nur den) Skeptiker:
Wenn das Dach deines Hauses undicht ist, gehst du doch auch nicht erstmal Geld für die Reparatur ranschaffen, sondern reparierst gleich, weil nämlich sonst nachher nicht nur das Dach, sondern das ganze Haus kaputt ist.
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Ich würde kommen.