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Klimawandel: Und alle schauen zu dabei - Seite 2109 - triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum
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Alt Gestern, 23:43   #16865
Genussläufer
Szenekenner
 
Registriert seit: 01.03.2010
Ort: Frankfurt und Erfurt
Beiträge: 3.086
Zitat:
Zitat von Klugschnacker Beitrag anzeigen
Eins vorab: Das Konzept verstößt gegen die deutschen Klimaschutzgesetze, die europäische Gesetzgebung und das Pariser Abkommen. Es ist nicht zum deutschen Grundgesetz kompatibel, das sich am 1.5°C-Ziel orientiert.
Das ist mir klar. Das wird sich ändern. Einfach weil die Realität diese Gesetze einholen wird.


Zitat:
Außerdem: "Wenn andere Länder beim Klimaschutz nicht mitziehen, bremsen wir ebenfalls". Was soll das? Wenn der Klassenletzte seine Hausaufgaben nicht macht, lassen wir es alle sein und verzichten auf einen Schulabschluss?
Ich stell mir dann ein Helles kalt. Ich bin schon gespannt wie die Amerikaner darauf reagieren, wenn wir ihnen Zölle abknüpfen wollen

Zitat:
Ein Land, das wenig oder keinen Klimaschutz betreibt, kann nach obigem Konzept damit rechnen, dass in der Folge alle anderen ihre Klimaschutzziele abschwächen. Wie soll daraus jemals ein wirksamer Klimaschutz entstehen?
Das habe ich doch formuliert. Wir sollten auf jeden Fall Klimaschutz betreiben. Wir sollten dann soweit vorauslaufen, dass noch Sicht herrscht. Den nächsten Schritt sollten wir erst dann tun, wenn der Rest nachzieht. Mich hat diese Vorgehensweise in der Studie sehr angesprochen. Inbesondere weil sie uns verhandlungsseitig in eine deutlich besser Position bringt.
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Alt Heute, 09:33   #16866
tridinski
Szenekenner
 
Benutzerbild von tridinski
 
Registriert seit: 03.09.2009
Ort: Vulkaneifel2Wetterau
Beiträge: 4.723
für die Atom-Fans:

An diesen stürmischen und kalten Wintertagen sehen eine Million französische Haushalte buchstäblich rot. Ihr Stromanbieter EDF hat den roten Tarif aktiviert, der drei- bis viermal teurer ist als der marktübliche Preis. Er stieg auf über 60 Cent pro Kilowattstunde und ist mehr als doppelt so hoch wie die aktuellen deutschen Preise für Neukunden. An drei Tagen in dieser eisigen Woche griff der rote Tarif.
(Paywall)

und weiter: "EDF kämpft mit einem wachsenden Kostenproblem. Alte Atomkraftwerke müssen für viel Geld saniert und neue für unerwartet viel Geld gebaut werden. ... Ein hoher Preis, zumal die Kosten für erneuerbare Energien weiter sinken. "
__________________
Grüße

Tri-K
__________________

slow is smooth and smooth is fast
swim by feel, bike for show, run to win
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Alt Heute, 09:46   #16867
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
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Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 25.102
Zitat:
Zitat von Genussläufer Beitrag anzeigen
Das habe ich doch formuliert. Wir sollten auf jeden Fall Klimaschutz betreiben. Wir sollten dann soweit vorauslaufen, dass noch Sicht herrscht. Den nächsten Schritt sollten wir erst dann tun, wenn der Rest nachzieht. Mich hat diese Vorgehensweise in der Studie sehr angesprochen. Inbesondere weil sie uns verhandlungsseitig in eine deutlich besser Position bringt.
Danke für Deine sachliche Antwort. Mir fällt es bei dem Thema manchmal schwer, Emotionen außen vor zu lassen.

Zur Sache: Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Wenn alle Länder ihre Klima-Versprechen einhalten, sind wir auf der +3°C Entwicklungskurve für den globalen Durchschnitt. Das bedeutet +6°C für die Landmassen. Diese Temperaturen erreichen wir bereits in 50 Jahren. Danach werden die Temperaturen weiter steigen.

Das obige Konzept könnte man zusammenfassen mit: "Langsamerer Klimaschutz, aber mehr Profit für die Hauptverursacher der globalen Erwärmung". Knete statt Klima.

Wie stark sich der Klimaschutz nach obigem Konzept verlangsamt, bestimmen jene Länder, die sich dem Klimaschutz am meisten verweigern. Für solche Spielchen haben wir keine Zeit mehr.

Davon abgesehen halte ich es auch wirtschaftlich für einen falschen Weg. Die Industrie muss langfristig planen. Beispielsweise muss die Automobilindustrie wissen, bis zu welchem Jahr Verbrenner gebaut werden können und wann Schluss ist.

Vor allem aber: Globaler Klimaschutz kostet Geld, ist aber billiger als ein verschleppter Klimaschutz. An dieser Grundeinsicht scheitert das ganze Paper.
Klugschnacker ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt Heute, 10:17   #16868
Schwarzfahrer
Szenekenner
 
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Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Rhein-Neckar-Dreieck
Beiträge: 7.821
Zitat:
Zitat von Klugschnacker Beitrag anzeigen
Das obige Konzept könnte man zusammenfassen mit: "Langsamerer Klimaschutz, aber mehr Profit für die Hauptverursacher der globalen Erwärmung". Knete statt Klima.
Oder aus anderer Sicht formuliert: Klimaschutz mit Augenmaß, um genügend Geld/Profite zu sichern/zu verdienen, die man langfristig (u.a.) in weiteren Klimaschutz investieren kann. Knete auch fürs Klima.
Zitat:
Zitat von Klugschnacker Beitrag anzeigen
Davon abgesehen halte ich es auch wirtschaftlich für einen falschen Weg. Die Industrie muss langfristig planen. Beispielsweise muss die Automobilindustrie wissen, bis zu welchem Jahr Verbrenner gebaut werden können und wann Schluss ist.
Die Industrie sollte vor allem marktgerecht planen können: nur was die Leute am Ende kaufen, bringt genug Geld ein, um einen Strukturwandel zu finanzieren.
Zitat:
Zitat von Klugschnacker Beitrag anzeigen
Vor allem aber: Globaler Klimaschutz kostet Geld, ist aber billiger als ein verschleppter Klimaschutz. An dieser Grundeinsicht scheitert das ganze Paper.
Das ist m.M.n. keine belegte Grundeinsicht, sondern nur ein Axiom des Klimaschutzes, das zudem ausblendet, daß es zwischen "verschleppen" und "so wie es bestimmte Klimaschützer wollen" noch weitere Möglichkeiten und Zwischenstufen des Handelns liegen. Darüber zu reden wäre viel produktiver, als die Welt in Klimaleugner und Klimaretter aufzuteilen.
__________________
“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
Schwarzfahrer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Heute, 10:42   #16869
TriVet
Szenekenner
 
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Registriert seit: 25.05.2008
Ort: Kraichgau
Beiträge: 6.400
Doch, das ist eine Grundeinschätzung, die (natürlich) sehr wohl weltweit Konsens ist. Schäden bezahlen wir so oder so – entweder vorher mit Planung oder nachher mit Reparatur.
Rechnungen ignorieren heißt nicht, dass sie dadurch verschwinden.
Spoiler: in beiden Fällen wird es nachher teurer.

Brandschutz nennt auch keiner Luxus.
__________________
Wann wird eigentlich der Tag des Orgasmus gefeiert?
Ich würde kommen.
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Alt Heute, 11:16   #16870
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
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Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 25.102
Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer Beitrag anzeigen
Oder aus anderer Sicht formuliert: Klimaschutz mit Augenmaß, um genügend Geld/Profite zu sichern/zu verdienen, die man langfristig (u.a.) in weiteren Klimaschutz investieren kann. Knete auch fürs Klima.
Typische Argumente aus der Leugner-Szene, sorry:

• Wegen des Klimaschutzes läuft die Wirtschaft schlecht.
• Hätten wir höhere Profite, würden diese in den Klimaschutz investiert.

Deutschland ist eine Exportnation und hängt von der globalen Konjunktur ab. Wächst die globale Wirtschaft, verdient Deutschland Geld. Eine der Hauptgefahren für das globale Wirtschaftswachstum ist der Klimawandel.

In den kommenden 50 Jahren wird der Klimawandel 25-30% des globalen Wirtschaftswachstums auffressen. Im Detail:

Bis 2050
Erwarteter Verlust des globalen BIP:
ca. 19% (durch bereits getätigte Emissionen)

Bis 2075
Erwarteter Verlust des globalen BIP:
ca. 25% bis 35%

Bis 2090
Erwarteter Verlust des globalen BIP:
bis zu 50 % (bei Kipppunkten)
Klugschnacker ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt Heute, 11:20   #16871
Bunde
Szenekenner
 
Registriert seit: 23.08.2015
Beiträge: 436
Zitat:
Zitat von TriVet Beitrag anzeigen
Doch, das ist eine Grundeinschätzung, die (natürlich) sehr wohl weltweit Konsens ist.
Hier sehe ich tatsächlich einen entscheidenden Fehler der "Klima-Bremser". Heutige Kosten für Klimaschutzmaßnahmen sind ziemlich klar ersichtlich, während zukünftige Kosten für Behebung von Klima-Schäden angeblich ungewiss sind.

Meiner Meinung nach sind zukünftige Kosten aber sehr wohl absehbar. Man muss sich doch nur einmal die Gesamtkosten der Ahrtal-Katastrophe angucken und kann diese Kosten für die Zukunft hochrechnen. Dabei ist es auch unerheblich, ob die Flut im Ahrtal konkret durch den Klimawandel verursacht wurde oder nicht. Unbestreitbar werden solche Katastrophen in Zukunft häufiger auftreten und das gilt ja nicht nur für Deutschland, sondern in noch größerem Umfang weltweit.

Es mag also richtig sein, dass die zukünftigen Klimabedingten Kosten (noch) nicht detailliert berechenbar sind, Fakt ist aber doch nun wirklich, dass sie

A) nicht null sein werden, sondern
B) signifikant sein werden und bei ausbleibenden frühzeitigen Maßnahmen auch noch signifikant steigen werden.

Dies zu ignorieren wäre, naja, ignorant.
Bunde ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt Heute, 11:25   #16872
TriVet
Szenekenner
 
Benutzerbild von TriVet
 
Registriert seit: 25.05.2008
Ort: Kraichgau
Beiträge: 6.400
Anderes Beispiel für die (bzw. eigentlich ja nur den) Skeptiker:
Wenn das Dach deines Hauses undicht ist, gehst du doch auch nicht erstmal Geld für die Reparatur ranschaffen, sondern reparierst gleich, weil nämlich sonst nachher nicht nur das Dach, sondern das ganze Haus kaputt ist.
__________________
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Ich würde kommen.
TriVet ist gerade online   Mit Zitat antworten
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