Warum aber werden hier schicke Räder verteufelt und warum sollen Normalos diese nicht fahren?
Schon immer haben Profis eine andere Position auf dem Rad gehabt als der Hobbyradler.
Der hatte aber schon immer mindestens genauso viel Spaß am radeln.
Sollen wir alle wieder mit Schaftvorbau und gekröpften Sattelstützen mit nun 35er Reifen fahren, weil wir ja alle Hobetten sind und die 3W bei unseren Trainings es eh nicht bringen?
Was ist dann mit den TT Rädern?
Hier gibt es Leute, die kaufen sich ein Ständerwerk für eine Radflasche für den neuen Trend, packen sich sich 3 L Flaschen hinter den Sattel, fahren Flaschen im Einteiler spazieren, tüfteln mit Tubeless und Reifendrücken, fahren Calfs und Aerohelme, machen Hitzetraining und versuchen 150g/h Kohlenhydrate in sich reinzustopfen, etc.
Da sagt keiner was. Ich versteh es nicht.
Die Ansprüche an ein Triathlonrad sind bei Profis und Hobbyathleten doch sehr ähnlich. Natürlich spielt hier Aerodynamik eine entscheidende Rolle. Von daher ist es kein Wunder, dass die Freizeitsportler auf das Material der Profis schauen.
Beim Rennrad sehe ich diese Ansprüche nicht in gleichem Maße übereinstimmend. Ein Radprofi hat völlig andere Anforderungen an seine Rennmaschine, als ein Hobbyradler.
Ich habe mir in den letzten Tagen aus echtem Interesse aktuelle Rennräder angesehen (ich war absolut nicht mehr auf dem Laufenden) und ich verstehe das Design nicht. Was genau bringen mir komplett integrierte Züge und Leitungen, an die man kaum noch drankommt? Oder spezielle Vorbauten, Stützen und Lenkerlösungen. Das alles zu horrenden Preisen, versteht sich.
Das war halt ein schöner Messwert mit dem das Tour Magazin schön Quote machen konnte, und wo man die Qualität eines Rades auf eine Zahl reduzieren konnte.
Um den Bogen zum Titel dieses Freds mal wieder zu schlagen, gehörte der nämliche Protagonist zu jenen, die offen zugaben, Bikes entsprechend der Kriterien der Bikezeitschriften zu optimieren.
Aerodynamik sag ich mal, tut halt keinem weh, StW schon.
Abgesehen davon, dass ein Aerorad nur so aero ist wie das Gesamtpaket mit Aufsasse, wird sich niemand, dem die Überhöhung zu arg ist, nach ner Probefahrt das Bike kaufen.
Ein bocksteifer, unkomfortabler Rahmen macht sich halt auf ner Runde ummen Block nicht unbedingt gleich bemerkbar.
Und um erneut zu Canyon zurückzukehren, haben die es ja perfekt geschafft, die Kurve zu kriegen und die StW-Monster mit entsprechenden Sattelstützen und Lenkern wieder komfortabler zu machen.
Gegen Aufpreis bzw Hinzukauf, versteht sich.
Ist halt, was die Kundschaft angeht, das alte Leid. Wenn einer daherkommt, irgendnen Testsieger kaufen und man fragt ihn (oder halt auch sie, wobei das weibliche Geschlecht imho deutlich sachlicher einkauft und nicht blindlings reinschwenkt, was in irgendner Postille gehyped wird), welches der Kriterien, die zu dem Testsieg führten, für ihn besonders ausschlaggebend wären, kommt zu einhundertpro: nix. Sie wissen es nicht.
Wurd halt getestet und für gut befunden, mehr interessiert nicht.
Entsprechend kannste denen eben auch irgendnen depperten Wert hinschallern, den sie für sich null einschätzen können, und sie geben ihr letztes Hemd dafür her.
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Erinnerst du dich an die Zeit vorm Internet, als wir dachten, die Ursache für Dummheit wäre der fehlende Zugang zu Informationen? DAS war es jedenfalls nicht!
Warum aber werden hier schicke Räder verteufelt und warum sollen Normalos diese nicht fahren?
Falls Du mich meinst, habe ich mich unzureichend verständlich gemacht. Ich habe nichts gegen schicke Räder – verteufeln tue ich sie schon gleich gar nicht. Mir ist herzlich egal, wer welches Rad fährt. Wenn jemandem sein Bike gefällt, freue ich mich mit.
Mir ging es nicht um die Kaufentscheidungen einzelner Menschen. Die gehen mich nichts an. Sondern ich äußerte meine persönliche Meinung dazu, ob der derzeitige Aero-Trend bei Rennrädern den Bedürfnissen einer breiten Käuferschicht gerecht wird. Aus meiner Sicht sind die Räder unverhältnismäßig teuer geworden und haben viele andere Nachteile, die zu wiederholen ich uns erspare.
Möglicherweise liege ich komplett falsch, das kann ebenfalls sein.
Falls Du mich meinst, habe ich mich unzureichend verständlich gemacht. Ich habe nichts gegen schicke Räder – verteufeln tue ich sie schon gleich gar nicht. Mir ist herzlich egal, wer welches Rad fährt. Wenn jemandem sein Bike gefällt, freue ich mich mit.
Mir ging es nicht um die Kaufentscheidungen einzelner Menschen. Die gehen mich nichts an. Sondern ich äußerte meine persönliche Meinung dazu, ob der derzeitige Aero-Trend bei Rennrädern den Bedürfnissen einer breiten Käuferschicht gerecht wird. Aus meiner Sicht sind die Räder unverhältnismäßig teuer geworden und haben viele andere Nachteile, die zu wiederholen ich uns erspare.
Möglicherweise liege ich komplett falsch, das kann ebenfalls sein.
Du wirst die Zeit aber nicht zurückdrehen! Du kannst genauso gut die KI nicht gut finden und trotzdem wirst du in ein paar Jahren ohne KI-Unterstützung in den meisten Bereichen abgehängt sein.
Letztendlich ist der Alltagsnutzen eines Rennrads immer arg beschränkt, z.B. ggü. einem Lastenrad und der primäre Ansatz eines Rennrads ist immer noch möglichst schnell von A nach B zu kommen. Dass hierbei die Aerodynamik den größten Anteil darstellt (ja, ich weiß, dass 80% davon der Fahrer ist, aber den haben die Hersteller eben nicht entwicklungstechnisch in der Hand) Weiß jeder.
Ich wette, dass absolut alle sportlich orientierten Räder (egal ob Rennrad, Gravel oder All-Road oder wie sie auch heißen aerodynamisch optimiert sein werden.
Selbst ein Endurance Rennrad mit Reifenfreiheit 40mm+ und Unterrohrstauraum wird aerodynamisch optimiert werden, weil es ein Großteil der Kunden einfach geil findet, auf der Feierabendrunde 2min schneller zu sein bei gleicher Leistung/ Anstrengung.
Da kann man noch so sehr den Felgenbremsen, Rundrohrrahmen und Rahmenschalthebeln hinterher trauern. Die kommen nicht wieder.
Und zum Thema integrierte Züge: ja wie oft wechselt ihr denn die Züge? Mit Sicherheit nicht mehr als 1 mal im Jahr. Mittlerweile sind die meisten Lösungen so gut, dass der Zugwechsel kaum länger dauert, als wenn man die Züge extern verlegen müsste.
Und nebenbei ist die Lebensdauer eines komplett im Rahmen verlegten Zuges inkl. Außenhülle deutlich länger, als der offen am Unterrohr laufende Zug, der schön bei jeder Regenfahrt mit Wasser, Dreck und ggf. Streusalz beworfen wird (und eben insbesondere die Stellen, an denen der Außenzug wieder anfängt. Da hilft die bestgedichtete Endkappe auch nicht viel).
Klar tauscht man den Vorbau nicht mehr so leicht und so günstig, wie bei einem normalen Aheadvorbau ist es auch nicht, aber das ist die technische Weiterentwicklung die sich ein Großteil der Kunden wünschen.
Ich mir übrigens auch. Mein nächstes Rad hat definitiv komplett im Lenker/ Vorbau verlegt Züge, weil das einfach schick aussieht.
Niemand hier hat sich gegen einen Fortschritt in der Entwicklung von Fahrrädern ausgesprochen. Das scheint ein Missverständnis zu sein.
Zum Rest: Du legst Deine Meinung dar, was für Dich an einem Rennrad wichtig ist (so schnell wie möglich von A nach B, Aerodynamik, mögliche Zeitfahrposition an den Hoods etc.).
Ich kann das ohne weiteres akzeptieren, warum auch nicht? Mir scheint allerdings, dass sich die Anforderungen vieler Hobbyfahrer von Deinen unterscheiden.
Ohne mich selbst zum Maßstab machen zu wollen: Heute bin ich 6:10 Stunden durch die winterlichen Berge des Schwarzwalds geradelt. Spüre ich einen inneren Impuls, sieben- oder zehntausend Euro auszugeben, um ein Rad zu kaufen, das mich 5 Minuten früher nach Hause bringt? Ganz ehrlich: Nicht im geringsten. Mir sind an einem Rad ganz andere Dinge wichtig.
Die meisten Triathletinnen aus meiner Blase, die in den letzten 5-10 Jahren mit dem Sport begonnen haben, haben gezielt möglichst integrierte Züge/ Leitungen gekauft.
Gilt auch für mich.
Da ist weder Zeit, Lust noch Knowhow vorhanden, um selbst an den hydraulischen Scheibenbremsen und der elektrischen Schaltung selbst rumzufummeln. Muss dann eh meist in die Werkstatt.
Dafür sieht es besser aus und ist besser zu reinigen.
Ein Kumpel von mir hat extra eine Gravelgeneration und einen reduzierten Verkauf von Vorjahresmodellen von Canyon abgewartet, weil die Bremsleitungen noch nicht vollständig clean verlegt waren.
Falls Du mich meinst, habe ich mich unzureichend verständlich gemacht. Ich habe nichts gegen schicke Räder – verteufeln tue ich sie schon gleich gar nicht. Mir ist herzlich egal, wer welches Rad fährt. Wenn jemandem sein Bike gefällt, freue ich mich mit.
Mir ging es nicht um die Kaufentscheidungen einzelner Menschen. Die gehen mich nichts an. Sondern ich äußerte meine persönliche Meinung dazu, ob der derzeitige Aero-Trend bei Rennrädern den Bedürfnissen einer breiten Käuferschicht gerecht wird. Aus meiner Sicht sind die Räder unverhältnismäßig teuer geworden und haben viele andere Nachteile, die zu wiederholen ich uns erspare.
Möglicherweise liege ich komplett falsch, das kann ebenfalls sein.
Das ist schön zu hören, trotzdem hast Du, meiner Meinung nach schon hart auf Normalos eingeschlagen, die nicht in der Bubble sind.
Sie merken es halt einfach nicht, ob sie richtig auf dem Rad sitzen.....
Das finde ich nicht gut und bin ich auch nicht von Dir gewohnt....?
Wenn man sich mal umhört, ist das Kriterium auf dem Rad zu sitzen nicht AERO sonder "schmerzfrei"
Das die Räder zu teuer sind, darüber müssen wir nicht sprechen....wenn man sich nen Elektroauto für 12000 Euro neu kaufen kann?