Diese Woche hatte ich wenig Zeit. An einem Tag hat mich ein wild hustender Sportler aus dem Fitnessstudio vertrieben. Am Samstag bin ich 150 Kilometer durch die Schwarzwaldberge geradelt; oberhalb von 1.000 Metern über Meereshöhe war es mit 7°C sehr mild für Januar, aber in den Tälern war es mit 3°C und nassen Straßen eher grimmig. War trotzdem schön.
Mein Highlight war der heutige Sonntag. Ich habe meinen Sohn Finian (19) zu einem Laufwettkampf über 10 Kilometer begleitet. Das nehme ich immer ernst und mache mir einen Haufen Gedanken im Vorfeld, und freue mich jedesmal sehr darauf.
Eine wichtige Aufgabe als Betreuer besteht darin, in den anderthalb Stunden vor einem Rennen Ruhe auszustrahlen. Ich bin gut darin, die Uhr im Blick und alle Abläufe im Kopf zu haben, und – jetzt kommt’s – auch mal für zwanzig Minuten einfach dazusitzen und die Klappe zu halten.
Es gibt verschiedene Arten, dazusitzen und die Klappe zu halten. Sie unterscheiden sich stark in der Außenwirkung. Beispielsweise könnte man nervös an den Nägeln kauen oder mit entsetzter Mimik alle Minute etwas in der Sporttasche suchen. Ich versuche auszustrahlen: "Wir haben alles im Griff, sind gut vorbereitet und tun das Richtige zur rechten Zeit, alles andere rutscht uns den Buckel runter".
Der Startschuss fiel. Finian rannte die ersten vier Kilometer mit der dreiköpfigen Spitzengruppe mit und kratzte die Kilometersplits 2:59, 3:00, 3:02 und 3:02 in den Speicher seiner Uhr. Anschließend plagte ihn leider etwas Übelkeit, was wohl auch an meinen Tipps für die Ernährung in der letzten Stunde gelegen haben kann. Er konnte sich nach Kilometer 8 etwas übergeben und hatte dann wieder mehr Luft. Letzter Split 2:57 Minuten. Hervorragender dritter Gesamtplatz in 31:20 Minuten.
Ich freue mich schon auf meinen nächsten Einsatz.
