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Alt 10.01.2026, 11:10   #681
keko#
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Registriert seit: 06.11.2015
Beiträge: 19.696
Zitat:
Zitat von StefanW. Beitrag anzeigen
Aus Sicht der Politik schon: Du zahlst mehr Jahre in die Rentenversicherung ein und beziehst später weniger Jahre Rente (Milchmädchenrechnung).

Hinterfragen sollte man eher mal, dass der öffentliche Sektor die Privatwirtschaft beim Wachstum deutlich abhängt.
Gegen genaues Hinterfragen habe ich nichts, ganz im Gegenteil. Aber dann mal bitte alles hinterfragen. Genauso wie wir beim Klimawandel seit vielen Jahren kein Erkenntnisproblem haben, sondern ein Umsetzungsproblem, so haben wir in DE primär kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabeproblem.
keko# ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2026, 11:11   #682
Adept
Szenekenner
 
Benutzerbild von Adept
 
Registriert seit: 18.03.2010
Beiträge: 3.884
Ja, es gibt natürlich einen Sweet-Spot der Arbeitszeiten, dh. mehr arbeiten führt nicht zu mehr Output. Und dieser hat sich bestimmt über die Jahre verändert.

Aber dass grundsätzlich "besser weniger Arbeit" bzgl. wirtschaftlichem Outcome ist, ist Quatsch. Diese logische Gleichung lässt sich nicht widerlegen.

Es ist wie im Training. Je mehr du trainierst, desto besser wirst du. Solange du nicht übertreibst.
Adept ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2026, 11:17   #683
StefanW.
Szenekenner
 
Registriert seit: 31.10.2023
Beiträge: 616
Zitat:
Zitat von keko# Beitrag anzeigen
.....sondern ein Ausgabeproblem.
Ich schrieb doch vom hohen Wachstum des öffentlichen Sektors (was natürlich die Ausgaben erhöht).
StefanW. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2026, 11:45   #684
qbz
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Benutzerbild von qbz
 
Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 12.739
Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer Beitrag anzeigen
Ist es so allgemein? Meine Firma (ein weltweit agierender großer Konzern in Energie-, Industrie- und Verkehrstechnik) hat sich über meine 35 Jahre dort massiv von "totem Kapital" getrennt, und die Wertschöpfung zunehmend auf Arbeitskräfte verschoben. Die Produktpalette hat die meisten material- und produktionsintensiven verloren/ausgelagert, und der Schwerpunkt liegt inzwischen überwiegend bei Software und Dienstleistungen.
Ja, klar. Man muss natürlich die Veränderungen von totem zu lebendigem Kapital bei der Herstellung gleicher Waren (Produkte) vergleichen. Und nicht die Personen einer Firma, welche die Produktpalette ändert.

Geändert von qbz (10.01.2026 um 12:10 Uhr).
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2026, 12:25   #685
StefanW.
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Registriert seit: 31.10.2023
Beiträge: 616
Zitat:
Zitat von qbz Beitrag anzeigen
Man muss natürlich die Veränderungen von totem zu lebendigem Kapital
IMHO verwendest Du den Begriff "totes Kapital" falsch. Eine Maschine, die man anschafft und dann in einer Fabrikhalle ungenutzt altern lässt, ist totes Kapital.
Maschinen, die genutzt werden, sind kein "totes Kapital".

Du stellst Humankapital und Sachkapital gegenüber.
StefanW. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2026, 12:43   #686
Schwarzfahrer
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Benutzerbild von Schwarzfahrer
 
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Rhein-Neckar-Dreieck
Beiträge: 7.809
Zitat:
Zitat von qbz Beitrag anzeigen
Ja, klar. Man muss natürlich die Veränderungen von totem zu lebendigem Kapital bei der Herstellung gleicher Waren (Produkte) vergleichen. Und nicht die Personen einer Firma, welche die Produktpalette ändert.
Auch bei gleichem Produkt (bzw. das, was die gleiche Funktion beim Kunden erfüllt) bewegen sich die Produkte zu höherem Anteil Wissen/Software und zu weniger Material/Teile/Maschinen zur Herstellung. Ist sehr stark durch Kosten getrieben: Material, Fertigung, Lagerhaltung sind Kosten, die man stetig reduzieren will wo es nur geht. Wissen kann man nicht so einfach wegrationalisieren (außer vielleicht in manchen Bereichen durch KI, aber es bleibt dann immer noch immateriell).
__________________
“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
Schwarzfahrer ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2026, 13:04   #687
qbz
Szenekenner
 
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Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 12.739
Zitat:
Zitat von StefanW. Beitrag anzeigen
IMHO verwendest Du den Begriff "totes Kapital" falsch. Eine Maschine, die man anschafft und dann in einer Fabrikhalle ungenutzt altern lässt, ist totes Kapital.
Maschinen, die genutzt werden, sind kein "totes Kapital".

Du stellst Humankapital und Sachkapital gegenüber.
Du hast mich ja gut verstanden, um mich korrigieren zu können. .

Es gibt natürlich unterschiedliche Bezugssysteme z.B. die Politische Ökonomie oder die bürgerliche Volkwirtschaftslehre und BWL.

Zitat:
Bei Karl Marx ist totes Kapital ein zentrales Konzept, das sich auf «tote Arbeit» bezieht – also Arbeit, die in Waren und Wertgestalten (wie Geld oder Maschinen) konserviert ist und sich nur durch das Aussaugen «lebendiger Arbeit» (der Arbeitskraft der Arbeiter) vermehrt. Es beschreibt den Kapitalismus als einen Prozess, in dem Kapital (Geld, Waren) investiert wird, um Mehrwert (G') zu schaffen, wodurch das Kapital sich selbstvermehrt und eine „automatische“ Macht wird, die den Menschen beherrscht
Z.B. ist der Mehrwert in der bürgerlichen Wirtschaftslehre der Zuwachs an Wert, der durch ein Unternehmen erarbeitet wird, für Karl Marx (und viele Gewerkschafter) der den Lohn übersteigender Wert, den die Arbeiterschaft produziert. Dieser Bezugsrahmen scheint mir gerade bei Diskussionen um Arbeitszeiten nicht ganz nebensächlich.

Geändert von qbz (10.01.2026 um 13:18 Uhr).
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2026, 13:16   #688
qbz
Szenekenner
 
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Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 12.739
Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer Beitrag anzeigen
Auch bei gleichem Produkt (bzw. das, was die gleiche Funktion beim Kunden erfüllt) bewegen sich die Produkte zu höherem Anteil Wissen/Software und zu weniger Material/Teile/Maschinen zur Herstellung. Ist sehr stark durch Kosten getrieben: Material, Fertigung, Lagerhaltung sind Kosten, die man stetig reduzieren will wo es nur geht. Wissen kann man nicht so einfach wegrationalisieren (außer vielleicht in manchen Bereichen durch KI, aber es bleibt dann immer noch immateriell).
Das stimmt, aber in der kapitalistischen Produktionsweise wird halt auch die gesellschaftlich geistige Arbeit dem privaten Eigentum / Besitz unterworfen , z.B. die geschützte, patentierte Software, soweit nicht Open Source, bekommt als Produktionsmittel ihren Monopol-Preis. Es geht um das Verhältnis des Wertes der Produktionsmittel und des Lohn bei den Waren.

Wer früher als Firma in C oder C++ Anwendungssoftware programmiert hat, brauchte dafür deutlich länger und mehr Personen, als wer heute auf breite Standardbibliotheken (auch konstantes Kapital (Sachkapital) oder künftig eine KI im Unterschied zum Entwickler, lebendiges) zurückgreifen kann. D.h. auch im Softwarebereich zeigt sich diese allgemeine Tendenz, wo mehr Sachkapital auf weniger Humankapital im Verhältnis trifft.

Geändert von qbz (10.01.2026 um 13:39 Uhr).
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
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