Aus Sicht der Politik schon: Du zahlst mehr Jahre in die Rentenversicherung ein und beziehst später weniger Jahre Rente (Milchmädchenrechnung).
Hinterfragen sollte man eher mal, dass der öffentliche Sektor die Privatwirtschaft beim Wachstum deutlich abhängt.
Gegen genaues Hinterfragen habe ich nichts, ganz im Gegenteil. Aber dann mal bitte alles hinterfragen. Genauso wie wir beim Klimawandel seit vielen Jahren kein Erkenntnisproblem haben, sondern ein Umsetzungsproblem, so haben wir in DE primär kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabeproblem.
Ja, es gibt natürlich einen Sweet-Spot der Arbeitszeiten, dh. mehr arbeiten führt nicht zu mehr Output. Und dieser hat sich bestimmt über die Jahre verändert.
Aber dass grundsätzlich "besser weniger Arbeit" bzgl. wirtschaftlichem Outcome ist, ist Quatsch. Diese logische Gleichung lässt sich nicht widerlegen.
Es ist wie im Training. Je mehr du trainierst, desto besser wirst du. Solange du nicht übertreibst.
Ist es so allgemein? Meine Firma (ein weltweit agierender großer Konzern in Energie-, Industrie- und Verkehrstechnik) hat sich über meine 35 Jahre dort massiv von "totem Kapital" getrennt, und die Wertschöpfung zunehmend auf Arbeitskräfte verschoben. Die Produktpalette hat die meisten material- und produktionsintensiven verloren/ausgelagert, und der Schwerpunkt liegt inzwischen überwiegend bei Software und Dienstleistungen.
Ja, klar. Man muss natürlich die Veränderungen von totem zu lebendigem Kapital bei der Herstellung gleicher Waren (Produkte) vergleichen. Und nicht die Personen einer Firma, welche die Produktpalette ändert.
Man muss natürlich die Veränderungen von totem zu lebendigem Kapital
IMHO verwendest Du den Begriff "totes Kapital" falsch. Eine Maschine, die man anschafft und dann in einer Fabrikhalle ungenutzt altern lässt, ist totes Kapital.
Maschinen, die genutzt werden, sind kein "totes Kapital".
Du stellst Humankapital und Sachkapital gegenüber.
Ja, klar. Man muss natürlich die Veränderungen von totem zu lebendigem Kapital bei der Herstellung gleicher Waren (Produkte) vergleichen. Und nicht die Personen einer Firma, welche die Produktpalette ändert.
Auch bei gleichem Produkt (bzw. das, was die gleiche Funktion beim Kunden erfüllt) bewegen sich die Produkte zu höherem Anteil Wissen/Software und zu weniger Material/Teile/Maschinen zur Herstellung. Ist sehr stark durch Kosten getrieben: Material, Fertigung, Lagerhaltung sind Kosten, die man stetig reduzieren will wo es nur geht. Wissen kann man nicht so einfach wegrationalisieren (außer vielleicht in manchen Bereichen durch KI, aber es bleibt dann immer noch immateriell).
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
IMHO verwendest Du den Begriff "totes Kapital" falsch. Eine Maschine, die man anschafft und dann in einer Fabrikhalle ungenutzt altern lässt, ist totes Kapital.
Maschinen, die genutzt werden, sind kein "totes Kapital".
Du stellst Humankapital und Sachkapital gegenüber.
Du hast mich ja gut verstanden, um mich korrigieren zu können. .
Es gibt natürlich unterschiedliche Bezugssysteme z.B. die Politische Ökonomie oder die bürgerliche Volkwirtschaftslehre und BWL.
Zitat:
Bei Karl Marx ist totes Kapital ein zentrales Konzept, das sich auf «tote Arbeit» bezieht – also Arbeit, die in Waren und Wertgestalten (wie Geld oder Maschinen) konserviert ist und sich nur durch das Aussaugen «lebendiger Arbeit» (der Arbeitskraft der Arbeiter) vermehrt. Es beschreibt den Kapitalismus als einen Prozess, in dem Kapital (Geld, Waren) investiert wird, um Mehrwert (G') zu schaffen, wodurch das Kapital sich selbstvermehrt und eine „automatische“ Macht wird, die den Menschen beherrscht
Z.B. ist der Mehrwert in der bürgerlichen Wirtschaftslehre der Zuwachs an Wert, der durch ein Unternehmen erarbeitet wird, für Karl Marx (und viele Gewerkschafter) der den Lohn übersteigender Wert, den die Arbeiterschaft produziert. Dieser Bezugsrahmen scheint mir gerade bei Diskussionen um Arbeitszeiten nicht ganz nebensächlich.
Auch bei gleichem Produkt (bzw. das, was die gleiche Funktion beim Kunden erfüllt) bewegen sich die Produkte zu höherem Anteil Wissen/Software und zu weniger Material/Teile/Maschinen zur Herstellung. Ist sehr stark durch Kosten getrieben: Material, Fertigung, Lagerhaltung sind Kosten, die man stetig reduzieren will wo es nur geht. Wissen kann man nicht so einfach wegrationalisieren (außer vielleicht in manchen Bereichen durch KI, aber es bleibt dann immer noch immateriell).
Das stimmt, aber in der kapitalistischen Produktionsweise wird halt auch die gesellschaftlich geistige Arbeit dem privaten Eigentum / Besitz unterworfen , z.B. die geschützte, patentierte Software, soweit nicht Open Source, bekommt als Produktionsmittel ihren Monopol-Preis. Es geht um das Verhältnis des Wertes der Produktionsmittel und des Lohn bei den Waren.
Wer früher als Firma in C oder C++ Anwendungssoftware programmiert hat, brauchte dafür deutlich länger und mehr Personen, als wer heute auf breite Standardbibliotheken (auch konstantes Kapital (Sachkapital) oder künftig eine KI im Unterschied zum Entwickler, lebendiges) zurückgreifen kann. D.h. auch im Softwarebereich zeigt sich diese allgemeine Tendenz, wo mehr Sachkapital auf weniger Humankapital im Verhältnis trifft.