Du hälst doch die Fahne der Aufklärung hoch und kommst mit so einer negativen Staatsauffassung (notwendiges Übel, Kollektivistisch) um die Ecke, die zu keinem demokratischen Staat passt.
Der Staat ist nicht grundsätzlich negativ oder kollektivistisch, er kann auch ausreichend Spielraum lassen - und das passt m.M.n. sehr wohl zu einem demokratischen Staat, das schließlich aus Individuen besteht. Kollektivismus hingegen kann viel näher auch an Diktaturen sein.
Zitat:
Zitat von qbz
Stichworte: Gesellschaftsvertrag und Volkssouveränität. ( Hobbes, Locke, Montesquieu und Rousseau), um stattdessen eine feudalähnliche Macht grosser Monopole über die Gesellschaft als non plus ultra zu vertreten bzw. deren Freiheit (Allmacht), die durch staatliche, kollektive Zwänge behindert und beschnitten würde wie im Falle von Klimaschutzgesetzen. Mit der Aufklärung hat dieses Gesellschaftsmodell nichts mehr zu tun, es pervertiert sie.
Ich glaube nicht, daß Du bei mir etwas positives über "feudalähnliche Macht großer Monopole" findest, da hast Du was mißverstanden. Mein Problem mit kollektivistischen Gesellschaftsbildern ist der daraus resultierende zu hohe Druck nach Konformität fürs Individuum, der Motivation und Kreativität m.M.n. einschränkt. Wenn der Staat "konkurrierende" Organisationen wie große Firmen in ihrer Macht begrenzt, ist kein Problem, solange der Einzelne in seinem privaten Bereich große Freiräume behalten kann. Aber letzteres scheint seit einigen Jahren nicht Ziel von EU oder auch der deutschen Regierungen zu sein, und auch viele Menschen scheinen diesem Aspekt geringen Wert beizumessen - das finde ich schade.
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
Der Staat ist nicht grundsätzlich negativ oder kollektivistisch, er kann auch ausreichend Spielraum lassen - und das passt m.M.n. sehr wohl zu einem demokratischen Staat, das schließlich aus Individuen besteht. Kollektivismus hingegen kann viel näher auch an Diktaturen sein.
Ich glaube nicht, daß Du bei mir etwas positives über "feudalähnliche Macht großer Monopole" findest, da hast Du was mißverstanden. Mein Problem mit kollektivistischen Gesellschaftsbildern ist der daraus resultierende zu hohe Druck nach Konformität fürs Individuum, der Motivation und Kreativität m.M.n. einschränkt. Wenn der Staat "konkurrierende" Organisationen wie große Firmen in ihrer Macht begrenzt, ist kein Problem, solange der Einzelne in seinem privaten Bereich große Freiräume behalten kann. Aber letzteres scheint seit einigen Jahren nicht Ziel von EU oder auch der deutschen Regierungen zu sein, und auch viele Menschen scheinen diesem Aspekt geringen Wert beizumessen - das finde ich schade.
Das lies sich allerdings komplett anders als hier,wo Du der Kapitalseite alle Freiheiten einräumen willst.
Zitat:
Ergänzend zu Genussläufers Antwort, die ich teile; frei agieren heißt, allein selbst bestimmen (also ohne politische Vorgaben), welche Produkte man auf den Markt bringt, welche man nicht produziert, wieviel man davon produziert, wo man sie anbietet und zu welchem Preis, woran man forscht, was man entwickelt. Und das alles mit möglichst wenig Zusatzaufwand zur Erfüllung staatlich-bürokratischer, nicht-produktiver Anforderungen.
Ich hoffe dass sich das nie ändert, sonst haben wir dank Leuten wie dir das 4. Reich und den Niedergang Europas.
Meinst Du das, weil das 3. Reich sich schon durch ein hohes Maß an Individualismus und Ablehnung kollektivistischer Tendenzen ausgezeichnet hat?
Zitat:
Zitat von Meik
Wer nur ein klein bisschen recherchiert wird schnell darauf kommen dass uns Klima- und Umweltschutz schon lange deutlich billiger kommt als das braune und extrem konservative Weltbild uns glauben machen will.
Und ein vielfaches teurer, als uns ein grüner Umweltminister mal versprochen hat (die berühmte Kugel Eis). Ob ein paar Billionen billig sind, mag je nach Finanzstärke individuell unterschiedlich eingeschätzt werden.
Zitat:
Zitat von Meik
Unglaublich was wir uns und unserer Wirtschaft mit diesen einseitigen Abhängigkeiten antun, wir könnten schon lange billigere und sauberere Energie haben wenn nicht ein kleiner Teil so laut dagegen wettern und mit allen Mitteln von Fake-News bis populistischem Käse "das wird man doch noch sagen dürfen" versucht den Schritt in die Zukunft zu verhindern.
Glaubst Du wirklich, daß in einer Demokratie eine kleine Minderheit den Mehrheitswunsch verhindern kann? Deine Klage klingt ganz so, als ob Du Dir wünschst, daß es keine öffentliche Diskussion gäbe, sondern eine unanfechtbare Regierungsentscheidung. Mir klingt das mehr nach potentiellem 4. Reich als meine Kritik am Kollektivismus. Ich hoffe, ich mißverstehe Dich.
Zitat:
Zitat von Meik
Wir leben zum Glück in einem Land wo man alles sagen kann. Aber Fake-News und brauner Mist bleiben zum Glück noch nicht unwidersprochen.
Man kann alles sagen, muß man aber nicht. Z.B. finde ich Schimpfwörter als Reaktion auf ungeliebte, ggf. auch falsche Ansichten weder guten Stil, noch hilfreich oder konstruktiv. Sie erwecken eher den Eindruck mangelnder Argumente - das kann kaum Dein Ziel sein.
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Das lies sich allerdings komplett anders als hier,wo Du der Kapitalseite alle Freiheiten einräumen willst.
Finde ich nicht. Erstens beziehe ich mich nicht speziell auf große Monopolunternehmen, sondern meine jeden Unternehmer, vom Bäcker bis zum Konzern. Der Staat kann und soll Rahmen vorgeben, wie agiert werden soll. Dazu gehören z.B. Kartellrecht, Arbeitsrecht, oder gewisse Umwelt-, Hygiene oder Arbeitsschutzstandards, ohne alles im Detail ausgestalten zu müssen.
Es muß aber dem Unternehmer überlassen werden, was er tut, also was er produziert, was er entwickelt, was er nicht baut, zu welchem Preis er anbietet, mit welchen Methoden er Arbeitssicherheit oder Umweltstandards erfüllt, etc. - das muß sein unternehmerisches Risiko sein. Sobald der Staat da reinredet, gerät er m.M.n. in die Mithaftung für Fehlentscheidungen, was nicht sein sollte.
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Und jetzt kann man mal Bingo spielen: bah Staatsdaten, Dunkelflaute, Flatterstrom, aber China, dat is nicht billiger, dat isss subventioniert, da ist Atomstrom zugekauft, das ist Strommix, nicht Energiemix, BASF!, dat ist subventioniert, die armen Vögel, Landschaftsverbrauch, aber der Strompreis, Lithium!, usw usf
Ich finde das mal ein starkes Signal, dafür dass die Bedingungen so garnicht günstig waren.
Konkret sehe ich bei diesem Thema z.B. die einseitig auf die Regenerativen Energien fokussierte Forschung und staatliche Förderung, wo man doch angesichts der noch lange in Benutzung befindlichen fossilen Technologien viele "lower hanging fruits" ernten könnte.
Das ist ein häufig vorgebrachtes Argument.
Die Antwort besteht darin, dass diese fossilen Technologien keine Zukunft haben. Denn sie haben nicht das Potential, klimaneutral zu funktionieren. Es nützt nichts, Technologien zu entwickeln, die 10% der Emissionen einsparen, wenn parallel Technologien vorangetrieben werden, die das Potential haben, 100% der Emissionen einzusparen.
Die "lower hanging fruits" sind in den meisten Fällen ein Märchen. Viele fossile Technologien sind so gut wie ausoptimiert. Da ist bei der Effizienz nur noch wenig Luft nach oben. Die letzten paar Prozent an Effizienz herauszukitzeln ist viel aufwändiger, als sie schrittweise durch eine emissionsfreie Technologie zu ersetzen.
Dein Argument ist auch beim verbleibenden Rest falsch. Es gibt keine einseitig auf regenerative Energien fokussierte Forschung. Selbstverständlich wird auch zu fossilen Technologien geforscht. Die staatliche Subventionierung fossiler Brennstoffe ist sehr hoch.
Gemeinsame Akzeptanz von Wahrheiten und Tatsachen ist kein "Kollektivismus". Dass wir heute allgemein akzeptieren, von den Affen abzustammen, ist kein Kollektivismus, sondern Realitätssinn.
Den heute präferierten Technologien, zum Beispiel bei der E-Mobilität, ging eine weltweite Suche nach den besten Lösungen voraus. Nach jahrzehntelangen Versuchen mit Magermotoren, Wasserstoffautos und Hybriden haben sich die batterieelektrischen Antriebe durchgesetzt. Dem liegt einfacher Realitätssinn zugrunde und kein verändertes gesellschaftliches Selbstverständnis wie der Kollektivismus.
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Den heute präferierten Technologien, zum Beispiel bei der E-Mobilität, ging eine weltweite Suche nach den besten Lösungen voraus. Nach jahrzehntelangen Versuchen mit Magermotoren, Wasserstoffautos und Hybriden haben sich die batterieelektrischen Antriebe durchgesetzt. Dem liegt einfacher Realitätssinn zugrunde und kein verändertes gesellschaftliches Selbstverständnis wie der Kollektivismus.
Du hast noch vergessen, den Duckluftmotor, die Brennstoffzelle (wahlweise als Direkt-Methanol-Version DMFC oder mit Reformer, der wiederum mit Benzin oder Methanol gespeist werden kann), den Wasserstoffverbrenner von BMW, den Wankelmotor, das Chrysler Turbine Car, alle möglichen Erdgas- und Flüssiggasantriebe, den Holzvergaser und vermutlich dutzende weitere zu Recht in der Versenkung verschwundene Konzepte zu erwähnen.
Bei so einer Vielzahl von Möglichkeiten ist es natürlich nur menschlich, dass einig Leute den Überblick verlieren und daher für 'Technologieoffenheit" plädieren - was aber nur ein anderes Wort für mangelnden technischen Sachverstand ist.
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Wenn Ihr alle die Zeit, die Ihr hier im Forum vertüdelt, fürs Training nutzen würdet...