Ich hatte eine Radwoche, da sich eine Wade beim Laufen leicht beleidigt zeigt. Vielleicht ist sie morgen wieder milde gestimmt.
Dienstagabend knapp zweinhalb Stunden Rolle wie immer. Die Intervalle zu Beginn gingen besser als sonst, et cetera bla bla, am Mittwoch ging es dann auf die Straße.
Im Oberrheingraben ist es im Winter oft neblig und entsprechend kalt, während es auf den Bergen sonnig und freundlich ist. Also strampelte ich nach zwei nervigen Stunden durch den Nebel auf den Freiburger Hausberg, den Schauinsland, der etwas weniger als 1.300 Meter über Meereshöhe empor ragt. Aus Zeitgründen und reiner Blödheit war mir von den verschiedenen schönen Straßen, die dort hinauf führen, nur den Anstieg über den Stohren möglich – eine lange und gemeine 18%-Rampe im Schatten der Bäume. Man hat stellenweise das Gefühl, man könne mit waagrecht nach vorne ausgestrecktem Arm die Straße anfassen. Kaum zu glauben, dass ich früher hier mit 39/25 raufgewuchtet bin!
Oben war’s schön! Sonnig, mild, hell und freundlich. Wie ein Blick aus dem Flugzeug ist die Sicht auf den Nebel in den Tälern.
Doch bereits Sportsfreund Hermann Hesse wusste: "
Das Schöne zieht einen Teil seines Zaubers aus der Vergänglichkeit". So war’s dann auch. Rund 800 Höhenmeter Abfahrt zurück in die neblige Kälte sind hart. Der Schreibtisch ruft. Mit drei Pullovern übereinander sitze ich schließlich am Laptop und freue mich.
Am Wochenende ist mehr Zeit. 150 Kilometer mit fast 2.000 Höhenmetern sind es am Samstag geworden. Oben in den Bergen war es zwar frisch (ca. 2°C), aber oft sonnig. Besonders schön empfinde ich die kleinen, steilen Straßen zwischen den einsamen Bauernhöfen, die in die Schneelandschaft hingestreut sind.
Durch den Schnee ist es gleißend hell, das hebt die Stimmung. Leider sorgt er auch für durchweg nasse Straßen. Überschuhe, Handschuhe und Radhose kommen an die Grenze dessen, was sie leisten können. Zu Hause fliegen die klatschnassen Sachen in die Waschmaschine, die Radschuhe kommen zum Trocknen auf die Heizung, das treue Rad wird in der Badewanne abgebraust und vom Salz befreit. Es dauert eine halbe Stunde, bis das alles erledigt ist. Anschließend stehe ich zitternd unter der verdienten warmen Dusche und freue mich wie ein Schnitzel.
Heute zwiften mit Peter und Jürgen war auch lustig. Ich bin gespannt, was die kommende Woche bringen wird.
