Ja, die realisierten Lösungen sind weit von Perfektion entfernt, weil der perfektionistische Anspruch an der Realität scheitert. Beispiel E-Autos: es sollten längst 15 Millionen E-Autos unterwegs sein, und bald nur noch solche - die Realität sieht anders aus.
Na also, was redest Du dann von angeblichem Perfektionismus und Kompromisslosigkeit?
Nichtwissen ist kein Argument für irgend etwas. Deine Unkenntnis der Zahlen belegt nichts.
Ich habe nichts zu beweisen.Sabine fragte "was bringt es wenn Deutschland auf Erneuerbare setzt?", und brachte dann als Beispiel sein gutes Gewissen. Meine Text bezieht sich darauf, daß, falls man jemanden überzeugen will, was es bringt, schon mehr als das individuelle gute Gewissen kommen muß, Fakten statt Moral.
Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Du kannst einfach googeln, wie sich die CO2-Emissionen im deutschen Energiesektor entwickelt haben. Wo ist das Problem?
Mir geht es einfach darum, daß beim ganzen Thema "Erfolge" immer nur in Anzahl von Anlagen u.ä. berichtet wird, kaum je in konkretem spezifischen Effekt auf CO2-Emission im Gesamtsystem (so wie in der Medizin das final relevante Kriterium für den Nutzen einer Therapie die Gesamtüberlebensrate ist, und nicht die Besserung von Blutwerten oder Teilsymptomen).
Ebenso wie die Förderung von Hausdämmung sich allein an Dämmstoffdicke oder Art der Heizung, nicht aber an den realisierten CO2-emissionsminderungen mißt. Oder die Anzahl von E-Autos, die nicht alle Ökostrom tanken, also die Emissionen nicht proportional zu ihrem Anteil senken.
In allen Fällen sind das Surrogat-Parameter, aus denen nicht zwingend ein Erfolg des Hauptparameters folgt. Wer denkende Menschen überzeugen will, und nicht blinde Propaganda betreiben will, sollte die nachweisbaren Effekte auf die real wichtigen Parameter bewerben, nicht Surrogate. Ich frage mich, wieso solche spezifischen Zahlen so selten berichtet werden. Hält man die Leute für zu blöd, um das zu verstehen, oder sind sie gar nicht bekannt. Beides halte ich für schlecht. Wer mich überzeugen will, daß die Zahlen die erwünschten Effekte (bei vertretbaren Nebenwirkungen) bringen, muß mir schon quantitativen Belege liefern, also mehr als Anlagenzahlen oder gutes Gewissen.
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
Na also, was redest Du dann von angeblichem Perfektionismus und Kompromisslosigkeit?
Diese liegt in den starren unverhandelbar dargestellten zeitlichen Zielen von totaler CO2-Neutralität. Das ist auf der geplanten Skala Utopie; ohne diese Utopie bin ich überzeugt, wäre eine schneller CO2-Senkung in vielen Bereichen möglich; dafür wird die totale CO2-Neutralität weltweit, also mit meßbarem Klimaeffekt, sicher viel länger dauern, so oder so.
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Ich frage mich, wieso solche spezifischen Zahlen so selten berichtet werden. Hält man die Leute für zu blöd, um das zu verstehen, oder sind sie gar nicht bekannt.
Die Treibhausgas-Emissionen, aufgeschlüsselt nach Sektoren wie Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr etc. sind überall veröffentlicht.
Diese liegt in den starren unverhandelbar dargestellten zeitlichen Zielen von totaler CO2-Neutralität. Das ist auf der geplanten Skala Utopie; ohne diese Utopie bin ich überzeugt, wäre eine schneller CO2-Senkung in vielen Bereichen möglich; dafür wird die totale CO2-Neutralität weltweit, also mit meßbarem Klimaeffekt, sicher viel länger dauern, so oder so.
Die zeitlichen Ziele auf dem Weg zur Klimaneutralität sind nicht starr und unverhandelbar. Sondern sie kamen durch ein gutes Jahrzehnt intensiver Verhandlungen zustande.
Jedes Land hat seine Ziele selbst festgelegt. Dasselbe gilt für Bündnisse wie die EU, die ebenfalls ihr Minderungsziel und die Ausstiegspfade selbst festgelegt hat, wiederum nach intensiven Verhandlungen.
Dass insgesamt Klimaneutralität (und nicht nur 50% Klimaneutralität) angestrebt wird, hat einen einfachen Grund: CO2 baut sich in der Atmosphäre praktisch nicht ab. Mit jeder ausgestoßenen Tonne CO2 steigen die Temperaturen. Deshalb reicht eine bloße Reduzierung der Emissionen nicht aus. Solange CO2 emittiert wird, steigen die Temperaturen.
Die radikale (oft moralische) Ablehnung von "unperfekten" Zwischenlösungen, die schnellere Teilerfolge ermöglichen würden, ist eine Verschwendung von Ressourcen, Chancen und Zeit.
Im Gegenteil, in den meisten Fällen sind die von Lobbyisten und Verhinderern propagierten Zwischenlösungen genau das: Verschwendung von Ressourcen, Chancen und Zeit. In weiten Teilen existieren gute Lösungen, das ist alles kein Hexenwerk wenn man es rein technisch und wirtschaftlich betrachtet.
Da sind halt nur Lobbyisten wie du die mit allen Mitteln und wilden Argumentationsketten versuchen die Umsetzung zu verhindern und zu erschweren.
Was obendrein dazu kommt: Wenn ich mir die weltpolitischen Entwicklungen der letzten Jahre angucke müssen wir da richtig Gas geben. Nicht wegen moralischer Vorstellungen oder dem Klima, sondern um uns im Kern was Energie- oder Lebensmittelversorgung deutlich unabhängiger aufzustellen. Öl, Gas oder Uran haben wir in Europa nicht ansatzweise in ausreichender Menge, Kohle haben wir als gute "Kaltreserve" und die erneuerbaren sind billig, verfügbar und die kann uns keiner abstellen. Lithium haben wir in reichlicher Menge, wir nutzen es nur nicht und lassen anderen Ländern das Geld und Know-How.
Da sind halt gewaltige Lobbys hinter die den Wandel verhindern.
Die zeitlichen Ziele auf dem Weg zur Klimaneutralität sind nicht starr und unverhandelbar. Sondern sie kamen durch ein gutes Jahrzehnt intensiver Verhandlungen zustande.
Die "verhandelten Ziele" werden aber wie in Stein gemeißelt zitiert - auch wenn die Projektionen vom UBA in Deinem Link auch zeigen, daß sie wohl kaum erfüllt werden können. Ziele, die mit Technick und Physik zu tun haben und Geld kosten, wenn Geld endlich ist, sollten nicht aus Verhandlungen von Lobbygruppen, sondern aus der Betrachtung des realistisch Umsetzbaren abgeleitet werden, finde ich.
Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Dass insgesamt Klimaneutralität (und nicht nur 50% Klimaneutralität) angestrebt wird, hat einen einfachen Grund: CO2 baut sich in der Atmosphäre praktisch nicht ab. Mit jeder ausgestoßenen Tonne CO2 steigen die Temperaturen. Deshalb reicht eine bloße Reduzierung der Emissionen nicht aus. Solange CO2 emittiert wird, steigen die Temperaturen.
100 % Klimaneutral weltweit klingt toll - halte ich aber für Industriegesellschaften zu meinen Lebzeiten (und das hoffe ich sind noch ein paar Jahrzehnte) für illusorisch, 50 % wäre schon ein riesiger Schritt. Sich darauf einzustellen und die kurzfristigeren Ziele an die Realität anzupassen wäre ratsam, finde ich.
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Da sind halt nur Lobbyisten wie du die mit allen Mitteln und wilden Argumentationsketten versuchen die Umsetzung zu verhindern und zu erschweren.
Kannst Du mich aufklären, welcher Lobby ich zugehöre, und was ich persönlich durch meine Meinungsbeiträge, wie ich CO2-Reduktion für realistisch effizienter halte, in dieser Diskussion verhindere?
Zitat:
Zitat von Meik
... müssen wir da richtig Gas geben. ...um uns im Kern was Energie- oder Lebensmittelversorgung deutlich unabhängiger aufzustellen.
Diesen Traum von Autarkie halte ich für naiv; auch für die Erneuerbaren wird Deutschland nie Selbstversorger sein können, zu viele Rohstoffe sind dafür nötig, die wir nicht haben. Autarkieversuche kenne ich geschichtlich aus Albanien und Rumänien - beide Länder wurden durch die Autarkievision in größte Armut geführt.
Zitat:
Zitat von Meik
Da sind halt gewaltige Lobbys hinter die den Wandel verhindern.
Das klingt wiederum wie die Klagen aus meiner Jugend, daß der Erfolg des Kommunismus nur an den Machenschaften der bösen Imperialisten scheitert. Ein festes Feindbild lenkt toll von den eigenen Schwächen ab.
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