Ich würde ja eher sagen, je höher der AKW(Grundlast)-Sockel, desto weniger Raum für EE.
Da sind wir gar nicht so weit auseinander.
Ein zu großer Sockel verdrängt EE. Das ist korrekt. Genau deshalb habe ich ja ausdrücklich keinen hohen, sondern einen moderaten Anteil gesicherter Leistung gemeint.
Zitat:
Und da muss man halt von seinem regionalen Denken auf europäisches Netz umgewöhnen. Irgendwo ist immer Wind, Sonne etc.
Und für kleinen(!) restbedarf dann halt die vorhandenen (!) Gaskraftwerke hernehmen, insbesondere wenn die zukünftig grünen Überschuss Wasserstoff verstromen.
AKW kann permanent große Energiemengen liefern, ok.
Aber es kann nicht (gut) kurzfristige Lastspitzen abfangen, Netze stabilisieren (lokal),
E-Auto-Laden und Wärmepumpen steuern.
Außerdem sind EE ungefährlich bei Störungen (Unfälle, Anschläge…)
Der europäische Netzausgleich hilft etwas, aber eliminiert die Volatilität nicht. Die Glättung ist überschaubar. Großwetterlagen, Dunkelflauten und gleichzeitige Kältephasen korrelieren über einen großen Bereich in Europa. „irgendwo ist immer Wind“ ist hier systemisch ein Problem. Das ist ein Regionalproblem in Europa. Ich weiss nicht, ob die Korrelation in anderen Regionen auch so hoch ist.
Gaskraftwerke und Wasserstoff sind sinnvoll für den Restbedarf. Auch hier haben wir keinen Dissens. Die müssen aber auch dimensioniert, finanziert und betriebsbereit vorgehalten werden. Je größer die Volatilität, desto größer und teurer wird diese Reserve.
Auch in dem Punkt, dass AKW nicht Feinregeln und keine Wärmepumpen oder E-Autos steuern, stimme ich Dir ausdrücklich zu. Das sollen sie auch nicht.
Die AKWs liefern Systemstabilität auf der Erzeugungsseite, nicht Lastmanagement. Das sind unterschiedliche Themen, die sich ergänzen. Es geht eben nicht darum, diese zu ersetzen.
Wg mir hätte man die 3 AKWs (wenn es technisch und wirtschaftlich möglich gewesen wäre [was ja selbst die Betreiber bestritten haben]), weiter laufen lassen können.
Aber es wird in D (in den nächsten 50 Jahren [ 20 Jahre Planung und 30 Jahre Bau, selbst wenn man jetzt anfänge, wofür es keinerlei politische Mehrheit gibt], keine AKWs geben.
Von daher ist diese Diskussion komplett sinnlos.
Bis dahin haben wir die Netzte die man für Erneuerbare braucht und dann brauchen wir auch die AKWs nicht mehr und vielleicht gibt es bis da ja doch die Fusion.
Aber es kann nicht (gut) kurzfristige Lastspitzen abfangen, Netze stabilisieren (lokal),
Doch, 50% des Nennlastbereichs mit 5 % pro Minute ist ein großes Regelvolumen. Und gerade die großen rotierenden Massen in großen Kraftwerken (egal ob fossil oder atom) sind ein wesentlicher Faktor um Netze bei 50 Hz zu stabilisieren, ohne aktiven (und damit fehleranfälligen) Regelaufwand. Wenn die großen rotierenden Generatoren unter einen gewissen Anteil im System fallen (mir fehlt jetzt dafür eine Zahl, aber ich schätze es liegt kaum unter 40 %), steigen die Regelkosten wie auch das Risiko für Netzinstabilität und daraus resultierendem Blackout deutlich an.
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
es wird in D (in den nächsten 50 Jahren [ 20 Jahre Planung und 30 Jahre Bau, selbst wenn man jetzt anfänge, wofür es keinerlei politische Mehrheit gibt], keine AKWs geben.
Von daher ist diese Diskussion komplett sinnlos.
Der erste Satz stimmt. Der zweite nur insofern, daß wir damit nichts daran ändern (wie wir auch sonst wenig an der Welt ändern mit unseren Diskussionen hier ). Es ist nur eine Auseinandersetzung zwischen der Einsicht, daß es hierzulande politisch nichts mehr wird unabhängig von Sinn und Nutzen, während andere diese Option behalten, und der Ansicht, daß es generell technisch und wirtschaftlich sinnfrei ist, also die ganze restliche Welt, die trotzdem diesen Weg geht, die "Geisterfahrer" sind.
Zitat:
Zitat von MattF
Bis dahin haben wir die Netzte die man für Erneuerbare braucht und dann brauchen wir auch die AKWs nicht mehr und vielleicht gibt es bis da ja doch die Fusion.
Beides sind hochgradig spekulative Annahmen, die aktuell technisch/wirtschaftlich nicht sicher abzusehen sind. Ich halte es nicht für ideal, Energiepolitik in einem Industrieland auf spekulative Annahmen zu gründen.
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
Aber es wird in D (in den nächsten 50 Jahren [ 20 Jahre Planung und 30 Jahre Bau, selbst wenn man jetzt anfänge, wofür es keinerlei politische Mehrheit gibt], keine AKWs geben.
Von daher ist diese Diskussion komplett sinnlos.
Bis dahin haben wir die Netzte die man für Erneuerbare braucht und dann brauchen wir auch die AKWs nicht mehr und vielleicht gibt es bis da ja doch die Fusion.
Aktuell ist das politisch nicht mehrheitsfähig. Da stimme ich Dir zu. Politische Mehrheiten sind aber glücklicherweise keine Naturkonstanten. Energieinfrastruktur wird über Jahrzehnte geplant. Die ändern sich deutlich langsamer als politische Präferenzen. In Kosten- oder Versorgungskrisen kann sich schnell etwas verschieben.
Du bist ja vehementer Befürworter der KK.
Ich nehme an du weißt wo wir den Müll die nächsten paar Millionen Jahre lagern können?
Oder ist dir das scheiß egal, nach dem Motto "nach mir die Sintflut"?
Wenn ein KK explodiert ist es auch egal, oder?
Kann ja passieren, Menschen machen schließlich Fehler.
Also, hast du den heiligen Grahl gefunden? Wenn ja, lass uns teilhaben, wenn nein, denk ein bisschen besser nach.
Danke vorab.
Du bist ja vehementer Befürworter der KK.
Ich nehme an du weißt wo wir den Müll die nächsten paar Millionen Jahre lagern können?
Jahrmillionen? In Sicherheitsnachweisen werden typischerweise ca. 100.000 Jahre betrachtet. Bis die Radiotoxizität abgebrannten Brennstoffs wieder in die Größenordnung von Natururan fällt, dauert es ohne Aufarbeitung ca. 100.000 Jahre, mit Aufarbeitung etwa 10.000 Jahre. Letzteres entspricht der Realität. Das sind heute bewertete, finanzierte und technisch adressierte Zeithorizonte.
Es bestreitet ja niemand, dass Endlagerung ein reales Problem ist. Deshalb wird sie heute bereits bilanziert, fondsfinanziert und technisch gelöst. Schau zu den Finnen und den Schweden. Dort gibt es genehmigte tiefengeologische Endlager.
Das deutsche Endlagergesetz (Standortauswahlgesetz, StandAG) schreibt vor, dass ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll die bestmögliche Sicherheit für eine Million Jahre gewährleisten muss, um Mensch und Umwelt vor der gefährlichen Strahlung zu schützen.
Die Möglichkeit der Rückholung der Abfälle muss während der Betriebsphase und für 500 Jahre nach Verschluss gewährleistet sein.