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Alt 26.12.2025, 11:37   #16609
sabine-g
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Registriert seit: 05.01.2015
Beiträge: 12.981
Zitat:
Zitat von Genussläufer Beitrag anzeigen

So schwarz/weiss ist es leider nicht.
Tja.
Leider doch.
Die Chinesen werden uns den Weg weisen und den Automobilherstellern dazu.
Der Wechsel zum E-Auto (bei Neuwagen) wird schon vor 2035 vollzogen sein, entweder ziehen die Hersteller mit oder sie werden vom Markt verschwinden.
Wie schnell das geht hat die Vergangenheit gezeigt: Rover, Saab, etc., und das waren Hersteller klassischer Verbrenner.
Leider mit scheiß Marketing oder Modellphilosophie oder Management.
sabine-g ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.12.2025, 12:05   #16610
TriVet
Szenekenner
 
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Registriert seit: 25.05.2008
Ort: Kraichgau
Beiträge: 6.386
Schwurbeli, schwurbela….

Ausformuliert von chattie:

Kurz gesagt: über rund 15–20 Jahre, vor allem von den frühen 2000er-Jahren bis etwa 2018/2020, haben große Teile der deutschen Automobilindustrie und auch die Politik die Elektromobilität eher gebremst als vorangetrieben.
Das geschah meist nicht offen, sondern indirekt – durch Prioritäten, Lobbyarbeit und Narrativbildung.

Ich breche das zeitlich und inhaltlich auf:



1. Frühe 2000er bis ca. 2008: Aktive Ignoranz
• Elektromobilität war technisch bekannt, wurde aber als Nischen- oder Zukunftsthema abgetan
• Fokus lag klar auf:
• Dieseltechnologie („Clean Diesel“)
• Effizienzsteigerung beim Verbrenner
• Politik:
• Kaum Förderung
• Keine Ladeinfrastrukturstrategie
• CO₂-Regeln mit vielen Ausnahmen (v. a. für schwere Fahrzeuge)

➡️ Keine offene Blockade, aber bewusstes Nicht-Handeln



2. 2009–2013: Verzögerung durch Ankündigungen
• Nach der Finanzkrise wurde E-Mobilität rhetorisch entdeckt
• Berühmtes Ziel:
„1 Million Elektroautos bis 2020“ (Merkel-Regierung)
• Realität:
• Kaum Kaufanreize
• Industrie präsentierte vor allem Studien, Prototypen, Kleinserien
• Serien-E-Autos wurden bewusst klein, teuer oder unattraktiv gehalten

➡️ Strategie: Zeit gewinnen



3. 2014–2017: Aktive Bremsung & Lobbyarbeit
• Diesel blieb politisch bevorzugt (Steuervorteile)
• Deutsche Hersteller setzten auf:
• Plug-in-Hybride als „Alibi-Lösung“
• Wasserstoff als Fernzukunftsargument
• Intensive Lobbyarbeit gegen:
• Strenge EU-Flottengrenzwerte
• Schnelleren Ladeinfrastrukturausbau
• Öffentliche Narrative:
• „Batterien sind schmutzig“
• „Reichweite reicht nicht“
• „Arbeitsplätze in Gefahr“

➡️ Das ist die Phase, die man klar als Behinderung bezeichnen kann



4. 2018–2020: Zwang zum Umdenken

Auslöser:
• Tesla zeigt, dass E-Autos massentauglich sind
• China setzt harte Quoten
• EU verschärft CO₂-Strafen massiv
• Dieselkrise zerstört Glaubwürdigkeit

Ab hier:
• Plötzliche Milliardeninvestitionen
• Politische Förderprogramme (Umweltbonus)
• Schneller Strategiewechsel – aber reagierend, nicht führend

➡️ Kein freiwilliger Wandel, sondern externer Druck



Zusammengefasst

De facto gebremst wurde die Elektromobilität in Deutschland:
• ca. 2000–2008: durch Ignorieren
• ca. 2009–2013: durch Verzögern
• ca. 2014–2017: durch aktive Einflussnahme
• ab 2018: Kurswechsel aus Notwendigkeit

👉 In Summe: etwa 15–20 Jahre verlorene Zeit
__________________
Wann wird eigentlich der Tag des Orgasmus gefeiert?
Ich würde kommen.
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Alt 26.12.2025, 12:14   #16611
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
Benutzerbild von Klugschnacker
 
Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 25.079
Zitat:
Zitat von Genussläufer Beitrag anzeigen
Das Verbrenneraus liegt natürlich nicht an den Grünen auch nicht an grüner Politik. Wenn man diesen allerdings nicht zeitlich so forciert hätte, würde ich die These aufstellen, dass der Übergang länger gedauert hätte und die Automobilindustrie mehr Anpassungszeit gehabt hätte.
Der Verkehrssektor hängt bei der Emissionsminderung in Deutschland fast allen anderen Sektoren hinterher. Mit anderen Worten: Der Verkehrssektor bekommt oder nimmt sich besonders viel Zeit für den Übergang zu klimaneutralen Technologien.

Deutschland wird im Verkehrssektor die europäischen Emissionsziele deutlich verfehlen. Im Gegenzug wird Deutschland CO2-Zertifikate in entsprechender Menge nachkaufen müssen. Das verknappt die verfügbaren CO2-Zertifikate und erhöht deren Preis für alle.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpeg verkehr.jpeg (96,0 KB, 66x aufgerufen)
Klugschnacker ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.12.2025, 12:50   #16612
tandem65
Szenekenner
 
Benutzerbild von tandem65
 
Registriert seit: 21.08.2010
Ort: 69493 Hirschberg
Beiträge: 9.894
Zitat:
Zitat von Genussläufer Beitrag anzeigen
Das Problem hier ist, dass an beiden ein Fünkchen Wahrheit dran ist. Das macht es verfänglich.

Das Verbrenneraus liegt natürlich nicht an den Grünen auch nicht an grüner Politik. Wenn man diesen allerdings nicht zeitlich so forciert hätte, würde ich die These aufstellen, dass der Übergang länger gedauert hätte und die Automobilindustrie mehr Anpassungszeit gehabt hätte.
TriVet bereits angeführt hat haben sowohl Politik als auch Automobilindustrie lieber gehofft daß der E-Mobilitätskelch an uns vorübergeht und wir gegen den Technologieumbruch in der Welt unseren Wohlstand mit den heimischen Märkten Märkten halten können. Was mich bei Dir allerdings wundert, daß Du das auch zu glauben scheinst.
__________________
PB
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Alt 26.12.2025, 13:12   #16613
TriVet
Szenekenner
 
Benutzerbild von TriVet
 
Registriert seit: 25.05.2008
Ort: Kraichgau
Beiträge: 6.386
Ich finde ja, dass wir uns ganz Technologieoffen dem Holzherd zuwenden sollten, da ist doch sicher eine hocheffiziente Verbrennung möglich.
Millionen Griller können nicht irren.
__________________
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Ich würde kommen.
TriVet ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.12.2025, 14:26   #16614
Siebenschwein
Szenekenner
 
Registriert seit: 24.06.2019
Ort: Zürič
Beiträge: 3.135
Zitat:
Zitat von TriVet Beitrag anzeigen
Ich finde ja, dass wir uns ganz Technologieoffen dem Holzherd zuwenden sollten, da ist doch sicher eine hocheffiziente Verbrennung möglich.
Millionen Griller können nicht irren.
Vor allem können wir mit wenig Geld schnell was erreichen! Lieber zehn Prozent CO2-Einsparung beim Grillen für wenig Geld als teuer irgendwoanders was machen, das Sinn ergibt.
__________________
Wenn Ihr alle die Zeit, die Ihr hier im Forum vertüdelt, fürs Training nutzen würdet...
Siebenschwein ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.12.2025, 15:08   #16615
Antracis
Szenekenner
 
Benutzerbild von Antracis
 
Registriert seit: 12.07.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 2.796
Zitat:
Zitat von Genussläufer Beitrag anzeigen
Das Problem hier ist, dass an beiden ein Fünkchen Wahrheit dran ist. Das macht es verfänglich.

[…]


So schwarz/weiss ist es leider nicht.
Das Fünkchen Wahrheit nähert aber fairerweise nicht die Stammtischflamme.

Ich musste mir Weihnachten von promovierten Ingenieuren anhören, dass die deutschen grünen Ökowoken dafür verantwortlich sind, dass in den nächsten Jahren zahllose verbrennerabhängige Mittelständler über die Klinge springen werden und unsere Wirtschaft den Bach runter geht. Das halte ich ehrlich gesagt für ziemlichen Stammtischhumbug

Ich sehe da eher einen primär technologischen Strukturwandel der, spätestens seit 15 Jahren zunehmend absehbar war , und der nun, ähnlich wie z.B. bei der Steinkohle, politisch von der wählenden Verliererseite personalisiert einem Schuldigen („Grüne“ ect. . ) zugeschustert wird. Man wusste vielleicht nicht, wie schnell das kommt, aber das es kommt, war zunehmend sehr wahrscheinlich bis sicher. Und die Konsequenzen sehr unbequem.

Wenn es bedeutsame politische Rahmenbedingungen gab, dann waren das Beschlüsse auf EU Ebene, die von konservativen, Liberalen und Linken Parteien beschlossen wurden und seitens Einfluss der Industrie noch deutlich verlängerte Übergangszeiten enthielten. Auf die E-Auto Entwicklung in China und den USA dürften die Grünen auch wenig Einfluss haben.

Ich überschaue das natürlich nicht detailliert, vermute aber, dass es für einen Großteil der deutschen hochspezialisierten(!) Verbrennungs-Zulieferer schlicht keine realistische Zukunft gab. Egal, welche Politik.

Deshalb hat man offensichtlich- in Politik und Industrie gehofft, der Wandel kommt später ( möglich) oder anders ( unwahrscheinlich) und mit dieser „Stragegie“ kompatible Entscheidungen getroffen. Aber die Batteriepreise sind schneller gefallen als gedacht und das Dieselgate kam ( letzteres kann man den Grünen nun wirklich nicht vorwerfen).

Letztlich sehe ich das wie TriVet geschrieben hat: Man hat eher politisch verlangsamt, um Jobs zu schützen, was ich vom Ansatz erstmal verstehe, aber in den Konsequenz knall es jetzt dadurch wahrscheinlich sogar noch härter.

Das Problem war lange bekannt, aber es gab halt nur unbequeme Lösungen. Die scheut man bekanntlich - vor allem, wenn man nur wenige Jahre im Amt ist.

Corona lasse ich in Frieden ruhen.

Geändert von Antracis (26.12.2025 um 15:46 Uhr).
Antracis ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.12.2025, 16:14   #16616
dr_big
Szenekenner
 
Registriert seit: 17.03.2011
Beiträge: 4.101
Zitat:
Zitat von Genussläufer Beitrag anzeigen
Das Verbrenneraus liegt natürlich nicht an den Grünen auch nicht an grüner Politik. Wenn man diesen allerdings nicht zeitlich so forciert hätte, würde ich die These aufstellen, dass der Übergang länger gedauert hätte und die Automobilindustrie mehr Anpassungszeit gehabt hätte.
Hier ist eine gute Darstellung wie uns China im Automobilbau überholt hat, Festhalten a alten Technologien bringt uns (Europäer) nur immer weiter ins Hintertreffen.

https://www.focus.de/auto/china-spie...fe97be11f.html
dr_big ist gerade online   Mit Zitat antworten
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