Das System benutzt die besten 20% der AKs der letzten Jahre auf Hawaii und setzt diese ins Verhältnis.
Die dadurch entstandenen Faktoren werden sich in den nächsten Jahren automatisch verändern.
Wenn man alles Neue sofort über den Haufen wirft, wird man nicht rausfinden ob es gerecht und gut ist.
In Cozumel ist man in der AK 50 mit 9:38h nur 10. geworden, völlig in Ordnung dass man damit einen Slot bekommt.
9:38 mit 50 Jahren ist mindestens gleichwertig zu einer 9:07 in der AK 40
Ich weiß das. 9:07 würde ich mit heutigem Material mit 40 Jahren einbeinig schaffen.
Die angesprochene Zeit des AK 65 Athleten ist ebenfalls Mega gut.
Man versteht das erst wenn man erlebt, wie die Leistungsfähigkeit im Alter flöten geht.
Ich schlage vor, die Debatte dann konkreter zu führen um Missverständnisse auszuräumen. Das könnte zum Beispiel so aussehen:
Ist es sinnvoll, dass ein AK65 Sportler, der 10% schneller ist als der Schnitt der 20% Besten seiner AK, in den letzten 5 Rennen auf Hawaii,
bevorzugt einen Slot bekommt im Vergleich zu
einem AK30 Sportler, der genauso schnell ist wie der Schnitt der 20% Besten seiner AK, in den letzten 5 Rennen auf Hawaii,
obwohl der AK30 Sportler fast 2h schneller war?
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Ganz persönlich würde ich gerne sehen, wer von den 9h Finishern der M30 oder so überhaupt mit 65+ noch eine 10:50 hinkriegt oder es überhaupt an die Startlinie schafft. In dem Alter zw. 30 und 50 denkt man (zumindest in meinem Umfeld) gerne mal, es geht immer so weiter
Außerdem sollte man beim Nennen der absoluten Zahlen auch fair bleiben. Der M65 Typ mit 10:51 hat halt seine AK gewonnen. Während der M30 mit den hochrespektablen 9:02 „nur“ 4. in der AK wurde.
Was heißt fair... Man könnte ja auch die Altersklassen in ihrer jetzigen Form hinterfragen mit den 5-Jahres-Schritten. Ist es fair, das ein 54jähriger gegen einen 50jährigen antritt? Gibt es Auswertungen welche Jahrgänge einer AK tendenziell einen Slot bekommen?
Ich glaube, wir vermischen hier gerade viele Themen – Alter, Lebensumstände, Geschlechterfragen, persönliche Erfahrungen. Das sind alles interessante Perspektiven, aber sie beantworten nicht die eigentliche Frage.
Es geht nicht darum, ob jemand 30, 50 oder 65 ist, wer wie viel trainiert, wer welchen Alltag hat oder wem man etwas „gönnt“. Das sind keine Kriterien für die Bewertung eines Qualifikationssystems.
Der Kernpunkt ist allein folgender:
Spiegelt der lineare Performance-Faktor die reale Leistungsfähigkeit der Altersklassen korrekt wider – oder erzeugt er sportlich verzerrte Relationen?
Ein Beispiel wie 10:51 (AK65) → 8:12 zeigt, dass die mathematische Normierung zu Ergebnissen führen kann, die intuitiv und physiologisch kaum plausibel sind – unabhängig davon, wie hart oder respektabel die Leistung ist.
Deshalb wäre es sinnvoll, die bisherigen Rennen einmal parallel zu simulieren:
Wer hätte sich nach dem alten System qualifiziert – und wer nach dem neuen?
Dann hätten wir eine sachliche Basis, statt eine Debatte über persönliche Lebensrealitäten zu führen.
Was heißt fair... Man könnte ja auch die Altersklassen in ihrer jetzigen Form hinterfragen mit den 5-Jahres-Schritten. Ist es fair, das ein 54jähriger gegen einen 50jährigen antritt? Gibt es Auswertungen welche Jahrgänge einer AK tendenziell einen Slot bekommen?
Fand in Cozumel interessant: Mit 49 Jahren hätte ich 9:38 machen müssen für die Quali, mit jetzt 51 hätten 10:00 gereicht. Über 20 Minuten sind schon nicht wenig, gerade in den höheren AK scheint ein Qualiversuch in der neuen AK schon vielversprechend.
Nicht zu vergessen: die 1. einer jeden AK bekommen nach wie vor einen Slot.
Dieser rollt durch bis Platz 3, unabhängig wie schnell oder langsam diese Personen sind.
Der Kernpunkt ist allein folgender:
Spiegelt der lineare Performance-Faktor die reale Leistungsfähigkeit der Altersklassen korrekt wider – oder erzeugt er sportlich verzerrte Relationen?
Ein linearer Faktor verzerrt nichts. Er ist linear.
Zitat:
Zitat von steinhardtass
Ein Beispiel wie 10:51 (AK65) → 8:12 zeigt, dass die mathematische Normierung zu Ergebnissen führen kann, die intuitiv und physiologisch kaum plausibel sind – unabhängig davon, wie hart oder respektabel die Leistung ist.
Das ist eine falsche Interpretation des Systems. Die Agegraded Times sind irrelevant was die physiologisch Plausibilität betrifft. Das wäre ggf. wichtig, wenn es eine Alterskorrektur wäre.
Es geht in dem neuen System darum, ob jemand relativ zu seiner AK schneller war als ein bestimmter Benchmark in seiner AK.
Wenn einer viel schneller war im Vergleich zu diesem Benchmark, als ein anderer in einer anderen AK zu seinem Benchmark kriegt der eher nen Slot. Benchmark sind die Konazeiten der jeweiligen AK (20%, Schnitt usw.)
Flapsig gesagt: Wer relativ zu seiner AK (Age Graded Time) das geilste Rennen macht, kriegt den Slot.
Wenn ich zu ner Gruppe gehöre, wo die Schnellsten im Schnitt 11:30h machen und ich mach 10:50 bin ich nen geile Sau in der Gruppe.
Gehöre ich zu ner Gruppe, in der die Schnellsten im Schnitt 9:00 machen und ich mache 9:02, dann bin ich halt nur Average Joe in der Gruppe.
Das ist die Realität, die der 9:02 Finisher anerkennen muss.