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4 Radtage Südbaden
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Deutschlands wärmste Gegend
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Klimawandel: Und alle schauen zu dabei - Seite 1056 - triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum
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Alt 10.11.2022, 12:32   #8441
Flow
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Zitat:
Zitat von Jimmi Beitrag anzeigen
Sag ich doch.
Das ist doch völlig albern. "Größenordnung" ist ein ganz klar definierter Begriff (s.o.).
Und lenkt nur vom eigentlichen Punkt ab, der Unterscheidung zwischen "Meinungs-/Propaganda-Artikeln" und profunden wissenschaftlich/technischen Analysen.
__________________

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Alt 10.11.2022, 12:34   #8442
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
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Zitat:
Zitat von Helmut S Beitrag anzeigen
Was die Luftfahrt angeht, so wird an vielen Technologien gearbeitet. Als Beispiel sei hier MTU genannt, die hier sehr rührig sind.
Hier musste ich schmunzeln.

Wir sprechen hier davon, die gesamte Luftfahrt mit klimaneutraler und regenerativer Energie zu versorgen – was wir nicht ansatzweise können. Und das bis zum Jahr 2045, während sich die Zahl der Passagiere in dieser Zeit verdoppeln wird. Aber die Leute an der MTU sind zum Glück "rührig". Das klingt niedlich (no offense intended).


Es trägt aber letztlich zu meiner Überzeugung bei, dass wir uns bezüglich der Erreichbarkeit der Klimaziele etwas vormachen.

Ich denke, es vergeht noch eine kurze Schamfrist; anschließend sprechen wir nicht mehr von 1.5°C Erderwärmung, sondern von 2°C oder wahrscheinlich 3°C. Mit allen Konsequenzen, die das dann haben wird. Es gibt sicher vielversprechende Ansätze, aber wir haben 20 Jahre zu spät angefangen.
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Alt 10.11.2022, 12:46   #8443
trina
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Beiträge: 1.275
Zitat:
Zitat von TriVet Beitrag anzeigen
Umgekehrt: welches wäre denn die Begründung fur die krankhaft viele krankhaft billige Fliegerei?
Notabene, gemeint sind die „mal eben nach Mallorca“-Wochenendflieger und dergleichen.

Wenn die Flugtickets korrekt bezahlt werden müssten, hätte sich das schnell erledigt.

So ist das leider.

Und so lange Fliegen viel zu billig ist und der Preis nicht im Ansatz wiederspiegelt, wie hoch die damit verbundenen schädigenden CO2-Emissionen sind, sollte sich der klar denkende Mensch mal an die eigene Nase fassen und fliegen vermeiden.

Wenn man an die Triathlonblase hier denkt, betrifft das sicherlich auch Trainingslager und Wettkampfreisen just for fun, das MUSS ja auch nicht (regelmäßig) sein.

Ich bin vor 5 Jahren das letzte Mal in den Urlaub geflogen, danach noch einmal beruflich und habe nicht vor, an meiner Flugabstinenz so schnell was zu ändern. Gibt sicherlich gute Gründe zu fliegen (Verwandschaft im Ausland oder so), aber als Standard-Reise-Vehikel muss man das Flugzeug nicht ansehen.
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Alt 10.11.2022, 13:01   #8444
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
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Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 21.194
Laut Prof. Quaschning müssen wir die Stromerzeugung aus Sonnenenergie von aktuell 2-3% auf 30% des Gesamtenergiebedarfs anheben, und zwar innerhalb der nächsten 10 Jahre.

Dafür müssen wir in Deutschland jedes Jahr 80% der Menge an Solarzellen aufstellen, die derzeit ganz China pro Jahr aufstellt. Das erfordert 2% unserer Landesfläche.

Zum Vergleich: Alle Städte, Dörfer und alle asphaltierten Verkehrswege kommen zusammen auf 6% der Fläche Deutschlands. Wir reden hier also von sehr großen Flächen.

Wo sollen diese 2% sein? Wälder können wir dafür nicht abholzen. Landwirtschaft wollen wir weiterhin betreiben, sonst hätten wir zwar Strom, aber unsere Grundnahrungsmittel aus dem Ausland. Alle Dächer mit Solaranlagen zu bestücken ist eine gute Idee, aber wir haben dafür nicht das Personal. Ich wohne in der wärmsten Stadt Deutschlands und man sollte doch meinen, angesichts der Lage müsste ich haufenweise Handwerker auf den Dächern sehen und jede Menge Solaranlagen auf den Ziegeln. Da facto ist es hier aber völlig ruhig und Solaranlagen auf den Dächern sind die ganz große Ausnahme.

Was Privatleute auf ihren Hausdächern mit Solarpaneelen machen finde ich wirklich prima, aber das ist in der Summe weniger als der Tropfen auf den heißen Stein.

Ich will damit, wie auch in den vorangehenden Postings ausdrücken, dass wir das Ausmaß des Problems bei weitem unterschätzen. Wir schlendern mit einem Eimerchen zu einem Waldbrand. Leider ist nicht Wasser, sondern Benzin in den meisten Eimern. Das Problem wird jedes Jahr größer, nicht kleiner.
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Alt 10.11.2022, 13:15   #8445
TRIPI
Szenekenner
 
Registriert seit: 23.04.2015
Beiträge: 729
Gestern Abend bei Lanz war Carla Rochel, Klimaaktivistin, und Jürgen Trittin zu Gast

Es reicht eigentlich die letzten 15min zu schauen, am Ende schafft es Lanz dann wieder auf meiner persönlichen Hassliste ganz nach oben, aber das ist ja wurscht.

Carla Rochel ist aber eigentlich ab min28 dran, fand nur die Diskussion am Ende spannender
TRIPI ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.11.2022, 14:39   #8446
Helmut S
Szenekenner
 
Registriert seit: 30.10.2006
Beiträge: 8.100
Zitat:
Zitat von Klugschnacker Beitrag anzeigen
Hier musste ich schmunzeln.

Wir sprechen hier davon, die gesamte Luftfahrt mit klimaneutraler und regenerativer Energie zu versorgen – was wir nicht ansatzweise können. Und das bis zum Jahr 2045, während sich die Zahl der Passagiere in dieser Zeit verdoppeln wird. Aber die Leute an der MTU sind zum Glück "rührig". Das klingt niedlich (no offense intended).
Schmunzeln ist gut. Immerhin

MTU hab ich halt als Beispiel genommen, weil es deutsches Unternehmen, hier um's Eck aus München ist und ich die besonders innovativ finde. Abgesehen davon, stecken in ziemlich vielen Flugzeugen dieser Welt MTU Teile. Und ja, rührig ist ggf. ein nicht optimales Wort in dem Zusammenhang. Hier hast du zweifelsfrei nen Punkt.

Es passiert aber in der Luftfahrtindustrie tatsächlich einiges. Da sind auch noch andere Kaliber am Start. Schau mal nur den Abschnitt über Luftfahrt und eFules an: https://futurefuels.blog/web-feed/ (und dann auf den Reiter Flugverkehr klicken). Mir machen diese Meldungen Mut.

Ja, wir sind zu spät dran. Ja, es wohl so, dass wir das 1,5 und auch das 2 Grad Ziel wahrscheinlich reißen werden und über die Kipppunkte drüber sind. Is halt wie es is, dass werden wir nicht mehr ändern können. Ich stimme dir in den Analysen völlig zu bzw. vertraue deiner Beurteilung einfach.

Mein Punkt ist jedoch schlicht Folgender: Auf der technologischen Seite passiert wirklich viel. Ich finde da machen wir schon sehr viel. Ja, mehr geht immer. Auch richtig.

Auf der Seite der sozialen Transformation sehe ich halt Nichts bis hin zu völliger Hilflos- und Orientierungslosigkeit. Hier fehlt mir - anders als im technologischen Aspekt - halt sogar auch noch die Hoffnung ein klein wenig. Vorsichtig formuliert.


Helmut S ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 10.11.2022, 15:41   #8447
TriVet
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Registriert seit: 25.05.2008
Ort: Kraichgau
Beiträge: 3.670
Auch in deutschen Kommentarspalten kann man sehr oft lesen, dass Deutschland viel zu weit im Norden läge, um nennenswert Energie aus der Sonne zu gewinnen, dabei lag die im Jahr 2020 mittels Photovoltaik gewonnene Energiemenge (51 TWh) bereits deutlich über der aus Steinkohle (35 TWh). Ja, 51 sind schon mal besser als gar nichts, aber für unsere fehlenden 600 Terawattstunden bzw. 6 Megastrom ist das ja trotzdem immer noch eine ganz schöne Lücke. Die große Frage ist: Wie viele Wälder müssen wir abholzen, wie viele Seen mit Zement aufschütten und wie viele Bergkuppen wegsprengen, um die vielen benötigten Photovoltaik-Module aufzustellen?

Kurze Antwort: Gar keine.
Lange Antwort: Solarmodule haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Windkraft – wir können sie einfach an unsere ohnehin schon gebauten Gebäude drankleben. Will ich mit Solarzellen die restlichen 6 Megastrom generieren, brauche ich dafür knackige 3.000 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Berlins Fläche beträgt knapp 900 Quadratkilometer, wir müssten also dreieinhalb mal eine Fläche so groß wie ganz Berlin mit entsprechenden Modulen bestücken, inkl. Tiergarten, Tempelhofer Feld, Spree und so weiter*.

* Die Rechnung basiert auf Photovoltaikmodulen mit einer Leistung von 350 Wp pro 1,7 m² und dem errechneten Stromertrag vom Online-Rechner der EU-Kommission für den Mittelpunkt Deutschlands.

Das klingt jetzt erst mal viel, entspricht aber weniger als einem Prozent der gesamten Landesfläche, mit der wir in anderen Belangen jetzt nicht gerade sparsam umgehen: Wir verwenden allein 14 Prozent der gesamten Fläche für Siedlungen und Verkehr, also für Wohnungen, Gewerbe, Straßen, Schienen und so was; das Umweltbundesamt kürzt das lustigerweise mit „SuV-Fläche“ ab. Die zweitmeiste Fläche ist mit knapp 30 Prozent Wald und den größten Anteil macht mit 50 Prozent die Landwirtschaft aus.

Der Witz ist jetzt, dass die benötigten Anlagen nicht mal mit diesen anderen Flächen konkurrieren, sondern einfach kombiniert werden können. Klar, die Solarmodule auf den Dächern kennt ihr alle, aber deren Potential ist lange noch nicht ausgeschöpft: Allein auf den Dächern der Ein- und Zweifamilienhäuser sind noch 89 Prozent der Flächen ungenutzt.

Aber nicht nur Dächer sind geeignet, auch die Fassaden selbst können wunderbar zur Stromerzeugung genutzt werden, ohne dafür Naturflächen zu versiegeln. Eine Studie des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und Fraunhofer ISE beziffert das theoretische Flächenpotential auf 12.000 km² – wobei man da fairerweise sagen muss, dass diese Schätzung auf einem sehr vereinfachten Modell der Realität beruht, das viele Faktoren nicht berücksichtigt. Aber selbst mit der Hälfte dieser Fläche kämen wir ja bereits ein großes Stück weiter.

Ebenso ist es bereits möglich, transparente Solarzellen in die Fenster unserer Häuser einzubauen. Richtig, damit die Menschen in besagten Häusern nicht ständig vor sich hin fluchen müssen, weil sie im Dunkeln mal wieder zielsicher barfuß auf ein paar Legosteine getreten sind, müssen diese Solarzellen den für Menschen sichtbaren Teil des Lichts natürlich durchlassen und können daher nicht so viel Strom erzeugen wie ein klassisches Solarmodul, aber ist der Gedanke nicht faszinierend? Ein Gerät, das uns mit Strom versorgt, dazu keinen zusätzlichen Platz benötigt und sich dafür mit dem für uns ohnehin nicht sichtbaren Teil des Lichts begnügt? Würden Geräte für Genügsamkeit ausgezeichnet, der transparenten Solarzelle gebührte wohl der erste Platz.

Im urbanen Raum haben wir also eine Menge Flächen, die aktuell bei Sonnenschein recht nutzlos in der Gegend herumoxidieren: Viele tausend Quadratkilometer Dächer, Fassaden und Glasflächen von Wohnhäusern, Fabriken, Gewerbegebieten oder auch Parkplätzen können von uns in Stromerzeuger verwandelt werden, ohne dass wir dafür auch nur einen Quadratzentimeter Naturraum versiegeln oder anderweitig zerstören müssen (Unter der Annahme, dass wir die benötigten Wechselrichter irgendwo in den angrenzenden Gebäuden unterbringen).

Aber auch auf den gigantischen 50 Prozent der Fläche, auf denen bei uns Landwirtschaft betrieben wird, können wir die Energie der Sonne anzapfen. Das Konzept nennt sich „Agri-Photovoltaik“ oder auch „Agro-Photovoltaik“, aber ich bevorzuge den ersten Begriff, da „Agro“ immer so nach rumpöbelnden Solarzellen ohne Impulskontrolle klingt. Die Idee: Wir nutzen Agrarflächen gleich doppelt, landwirtschaftlich und zur Stromerzeugung. Projekte dazu gibt es weltweit
...
Diese Einsatzmöglichkeit böte gerade den unter großem Preisdruck stehenden Landwirt:innen die Chance, ihre Flächen lukrativer zu nutzen. Neben der weiteren Einnahmequelle durch die zusätzliche Stromgewinnung ergeben sich weitere Vorteile. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme bietet die Kombination aus Agrarflächen und Solarzellen gerade im Hinblick auf heißere, trockenere Sommer zahlreiche Synergieeffekte:

Reduktion des Bewässerungsbedarfs um bis zu 20 Prozent
Möglichkeiten der Regenwassersammlung für Bewässerungszwecke
mögliche Verminderung der Winderosion
Möglicher Schutz vor Hagel-, Frost- und Dürreschäden

Wir haben also ein riesiges ungenutztes Potential an Flächen für Solarmodule, die voll ausgebaut selbst im eher nördlich gelegenen Deutschland viel mehr Energie liefern könnten als wir überhaupt verbrauchen. Laut besagter Studie des Fraunhofer-Instituts ist das Potential der Agri-Photovoltaik das größte, da nur vier Prozent der deutschen Ackerfläche den gesamten (heutigen) Strombedarf decken könnten. Berücksichtigt man vorwiegend schattentolerante Kulturen, könnte die gesamte deutsche Ackerfläche 1.700 Terawattstunden im Jahr liefern, also 17 Megastrom.


Ansonsten bieten sich auch die vielen tausend Kilometer Autobahn zur PV an,
guxdu: https://www.energiezukunft.eu/erneue...-der-autobahn/
TriVet ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 10.11.2022, 16:08   #8448
keko#
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Benutzerbild von keko#
 
Registriert seit: 06.11.2015
Beiträge: 15.667
Zitat:
Zitat von Helmut S Beitrag anzeigen
...
Mein Punkt ist jedoch schlicht Folgender: Auf der technologischen Seite passiert wirklich viel. Ich finde da machen wir schon sehr viel. Ja, mehr geht immer. Auch richtig.

Auf der Seite der sozialen Transformation sehe ich halt Nichts bis hin zu völliger Hilflos- und Orientierungslosigkeit. Hier fehlt mir - anders als im technologischen Aspekt - halt sogar auch noch die Hoffnung ein klein wenig. Vorsichtig formuliert.


Was willst du denn bezüglich Klimawandel transformieren (oder was sollte man)? Ich verstehe nicht genau, was du meinst
keko# ist offline   Mit Zitat antworten
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