Fehlstart und Angriff 2026
Bekanntlich hat einen das Geschwätz von Gestern nicht zu interessieren. Das Training leider auch nicht. Da zählt nur das Hier und jetzt. Ist leider nicht dolle bei mir.
Vor zwei Wochen sah meine CTL-Kurve bei Trainingspeaks noch aus, wie der DAX an einem sehr schwarzen Freitag. Wäre ich eine Firma, hätte ich eigentlich Insolvenz anmelden müssen.
Gründe waren Unlust, Wetter und einer nervige Fußverletzung. Und dann kam die Grippe. Binnen Stunden war ich im Hitzetraining, ohne mich nennenswert anzustrengen. 39 Grad Fieber und mehrere Tage mit über 23,5h im Bett. Highlight war, ca. 2 h eine Schachtel Paracetamol und ein Glas Wasser anzustarren und zu denken, dass es sicher eine gute Idee wäre, das jetzt zu nehmen. Es blieb beim Denken, ins Handeln kam ich nicht wirklich.
Erklären konnte ich mir das zwei Tage später, als es mir etwas besser ging und ich mich erinnerte, was Grippe eigentlich ist. Influenza genannt, ähnlich nervig wie die Namensvettern bei Insta, zerfetzt das Virus ziemlich effektiv die Schleimhautzellen der oberen Atemwege. So wirklich platt macht einen dann die außergewöhnlich heftige Immunreaktion. Die Fluten auch das Frontalhirn und stellen eigentlich alles im Körper auf das Gegenteil von Aktivität. Deshalb dümpelte ich ich also so bedröhnt im Bett rum.
Während ich also mein Wissen über Grippeviren reaktivierte, fütterte mich meine Frau mit selbstgekochter Hühnersuppe.
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Ich las weiter, das Grippeviren sehr ansteckend sind, weshalb dann auch meine Frau einen Tag später auffieberte . Fortan wurde parallel Fieber gemessen und der Verlierer mit dem niedrigeren Wert musste aufstehen und den Tee machen.
Eigentlich war das Timing ziemlich gut, denn nach 5 Tagen kippte mir die Grippe eine Milchkanne voll Wasser ins Bett, zumindest fühlte es sich so an. Der Fluch wich von mir, die Viren wurden ausgeschwitzt. Also konnte ich jetzt Hühnersuppe für die Frau kochen. Inklusive selbstgemachter Griesnockerl.
Nach dem Fieber kam die Schwäche. Wirklich fit war ich nicht. In den Fiebernächten war die HRV auf Post-Ironman Niveau und der Ruhepuls ging durch die Decke. Das besserte sich nur sehr langsam.
Nach 10 Tagen schien alles wieder ok und ich stieg wieder vorsichtig ins Training ein ( Influenzaviren mögen Herzmuskelzellen…). Das ging erst gut, aber HRV und Ruhepuls schlugen nach den Trainingtagen wieder ordentlich aus und nach dem ersten Arbeitstag war an Training nicht zu denken, sondern ich wollte nur ins Bett. Ich schob also nochmal 3 Ruhetage ein mit nahezu unanständig langen Schlafzeiten.
Heute fühlte ich mich dann endlich wieder voll fit und hatte auch im Krafttraining wieder normale Werte, konnte sogar in den Maximalkraftbereich gehen.
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Also gibts ab Morgen wieder ambitioniertes Ausdauertraining. Sind ja noch 7 Monate bis zum Hauptwettkampf. Das Wetter scheint auch langsam das zu schaffen, was die Berliner Politik nicht hinbekommt und vielleicht kann ich bald wieder draußen Rad fahren.