Langer Rede kurzer Sinn: Tempo 30 (oder was auch immer) ist an sich weder gut noch schlecht, es muß lokal und im örtlichen Verkehrsnetz sinnvoll sein. Emissionen sind nur ein Aspekt der Verkehrsregelung, Akzeptanz, Mobilität und Sicherheit im gesamten Umfeld gehören mit dazu.
Mir scheint Dein Argument auf weitgehend flächendeckendes Tempo 30 in Ortschaften hinauszulaufen. Mit 50 Sachen im Wohngebiet an einer Schule vorbei zu rauschen geht jedenfalls gar nicht und ist auch kein Argument für irgend etwas. Da sind wir vermutlich einer Meinung.
Wenn man zugunsten des Verkehrsflusses (oder warum auch immer) für höhere Geschwindigkeiten und damit für höhere Emissionen plädiert, müssen diese an anderer Stelle zusätzlich eingespart werden. Dein Argument würde aus meiner Sicht an Überzeugungskraft gewinnen, wenn Du benennen würdest, an welcher Stelle das sein soll und wer das dann jeweils ausbadet.
Denn das Emissionsbudget ist gesetzlich festgelegt. Was wir hier zusätzlich in die Luft pusten, müssen wir dort zusätzlich sparen.
Steigende Preise im ÖPNV mag es geben oder auch nicht, das kann ich nicht beurteilen.
Jedoch: Praktisch alle Klimaschutzmaßnahmen kosten Geld. Angeblich gehören Tempolimits auf Autobahnen, Landstraßen und im Stadtgebiet zu den günstigsten Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, um die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionsziele zu erreichen. ....
Ich zweifle das nicht an. Wenn aber nun die Fahrt mit dem Bus länger dauert und dazu wahrscheinlich mehr kostet (so konnte ich es heute lesen), wird das unattraktiver. Man kann es sich zwar einfach machen und sagen, dass Umweltschutz kostet, dann wird es aber nicht funktionieren. Sei es, dass dann jemand wie Trump gewählt wird.
Mir scheint Dein Argument auf weitgehend flächendeckendes Tempo 30 in Ortschaften hinauszulaufen. Mit 50 Sachen im Wohngebiet an einer Schule vorbei zu rauschen geht jedenfalls gar nicht und ist auch kein Argument für irgend etwas. Da sind wir vermutlich einer Meinung.
Mir geht es darum, daß Tempolimits nicht allein anhand von Emissionen oder von lokalem Nutzen zu beurteilen sind, sondern in der Gesamtwirkung; wenn sie einfach zu Ausweichverkehr führen, und u.U. zu erhöhter Geschwindigkeit in unkontrollierten Bereichen, ist nichts erreicht. Es muß eine Balance zwischen Emissionssenkung, Sicherheit und Verkehrsfluß gesucht werden - über einen größeren Verkehrsraum als Ganzes betrachtet. Sonst sind Ausweich- und Zusatzverkehr, Inakzeptanz und Regelverstöße vorprogrammiert.
Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Dein Argument würde aus meiner Sicht an Überzeugungskraft gewinnen, wenn Du benennen würdest, an welcher Stelle das sein soll und wer das dann jeweils ausbadet.
Das ist von Verkehrsraum zu Verkehrsraum sehr unterschiedlich, und kann nur lokal ausgewogen beantwortet werden, finde ich.
Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Denn das Emissionsbudget ist gesetzlich festgelegt. Was wir hier zusätzlich in die Luft pusten, müssen wir dort zusätzlich sparen.
Wenn man sowas anstrebt (wie gesagt, sollte ein Aspekt unter mehreren sein), können Tempolimits nur ein kleiner Baustein sein, da sie ohne Gesamtkonzept zu oft zu Ausweichverkehr führen (z. B.: bei Tempo 100 auf der Autobahn erwarte ich einen Anstieg von Inlandsflügen für alle, die schnell sein wollen zwischen Großstädten). Ich halte Maßnahmen, die die Notwendigkeit von viel PKW und LKW-Verkehr reduzieren, für wichtiger und langfristig effektiver (z.B. ÖPNV-Verbesserung bzgl. Takt, Pünktlichkeit; Warentransport massiv von LKW auf die Schiene verlegen, Pendlerpauschale weg, um arbeitsplatznahes Wohnen lohnenswert zu machen, Dienstwagenprivileg weg, Arztpraxen und andere Dienstleistungen nicht konzentrieren, sondern gleichmäßig verteilen,u.v.a.m.).
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)