Das ist ja echt krass! Zahlen die dann auch die Strafen nicht? Ich meinte nämlich genau solche, weil dann ein rigoroses Nachgehen bis hin zur Freiheitsstrafe mehr Wirkung zeigen würde.
Bei sechsstelligem Jahresgehalt sind die 60 Euro halt eher ärgerlich als schmerzhaft. Insofern trifft der Straftatbestand eher die Armen, die mehrere tickets dann wirklich belasten oder die das aus anderen Gründen nicht hinbekommen.
Und die Kontrollen hat die Bahn nach meinem Eindruck ziemlich zurückgefahren bzw. konzentriert sich auf Hotspots. Wenn man bestimmte Abschnitte meidet und etwas aufpasst, kommt man nach meinem Eindruck sehr gut über die Runden. In den Jahren, wo ich regelmäßig Öffies gefahren bin, warum Kontrollen entweder die absolute Ausnahme, oder es betraf immer wieder die selben eng begrenzten Abschnitte.
Wenn Du ganz andere Probleme hast, nimmst Du das halt eher teilnahmslos hin. Ich kenne auch einige Kandidaten, für die bedeuten 15 Tage Knast immerhin warmes Essen und warme Unterkunft. Man darf das aber auch nicht romantisieren. Wenn Du eine chronifizierte, schlecht oder gar nicht behandelte Paranoide Schizophrenie hast und seit Jahren in desolaten sozialen Verhältnissen lebst, bist Du in der Knasthierarchie ganz weit unten, sowohl bei Mitinsassen als auch Personal.
Gelten solche Fälle nicht als schwerbehindert? Wenn sie einen Ausweis hätten, dann kostet in Berlin die Jahreskarte 100 EUR, für Bürgergeld-Empfänger ist das sogar kostenlos.
Hier:
Inhaber eines Schwerbehindertenausweises mit Beiblatt und gültiger Wertmarke (Merkzeichen G, aG, H, Gl, Bl) nutzen Busse, Bahnen (U-, S-Bahn, Regio) und Fähren im VBB-Tarifgebiet (Berlin/Brandenburg) kostenlos. Die Wertmarke kostet 104€/Jahr oder 53€/Halbjahr (gratis bei H, Bl, Tbl oder Sozialhilfe).
Gelten solche Fälle nicht als schwerbehindert? Wenn sie einen Ausweis hätten, dann kostet in Berlin die Jahreskarte 100 EUR, für Bürgergeld-Empfänger ist das sogar kostenlos.
Das Problem ist doch, diese Menschen können sich nicht selbst kümmern. Die können das alles nicht beantragen, die gehen nicht zum Jobcenter oder Sozialamt, weil sie sich in der Wohnung einschließen oder auf der Straße leben.
Die könnte da alles bekommen, wenn es Sozialarbeiter gäbe, die sich um sie kümmern.
Das sind die Totalverweigerer die man von der Unions Seite jetzt knallhart sanktionieren will, weil sie nicht mitarbeiten. Das ist das christliche bei der Union.
„Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
Das ist der letzte Satz heute im Evangelium aus Matthäus 25, 40.
Das sind die Totalverweigerer die man von der Unions Seite jetzt knallhart sanktionieren will, weil sie nicht mitarbeiten. Das ist das christliche bei der Union.
Die Union hat eine lange Tradition darin, psychisch kranken Menschen das Leben schwer zu machen.
Joseph Hecken, der Vorsitzende des gemeinsamen Bundesausschusses ( Hier wird entschieden, welche Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenkassen möglich sind) und damit einer der mächtigsten Männer im deutschen Gesundheitswesen und Jurist mit CDU-Parteibuch , hält zum Beispiel Bier durchaus für einen adäquaten Ersatz für Psychotherapie.
Hier in Berlin wurden Stellen und Gelder für Betreute Wohnprojekte systematisch zusammengestrichen, so dass ich Menschen meist über viele Monate meist keine Entlasungspespektive bieten kann.
Der Sozialpsychiatrische Dienst, der außerhalb der Kliniken sich eigentlich um schwerstkranke und die Früherkennung und Prävention kümmern sollte und um die Kranken, die nicht den Weg zum Arzt finden, hat sehr viele unbesetzte Stellen aufgrund der schlechten Bezahlung und des hohen Arbeitsdruckes und kann seine Aufgaben kaum noch wahrnehmen.
Das liegt fairerweise nicht nur an der Union, auch andere Parteien reißen sich da kein Bein aus. Wozu auch, psychisch kranke Menschen sind ja keine sicheren Wählerstimmen.
Der Union aber, in Form von Generalsekretär Linneman, fallen dann nur Register für psychisch kranke Menschen ein, die schon mal durch Straftaten aufgefallen sind. Auch ein bekanntes Muster der Union, wenns brennt greifen wir auf bewährte Ideen der NS-Zeit zurück.
Dabei spielen, trotz medienwirksamer Fälle, psychisch kranke Menschen bei den schweren Straftaten keine sehr gewichtige Rolle. Und natürlich wäre Prävention und rechtzeitige Behandlung das beste Mittel. Aber jede Partei hat halt so ihre Logik.
Dobrindt meint ja auch, wenn man nur die Strafen um ein paar Jahre erhöht, werden weniger Zugkontrolleure erstochen. Aber das führt von Berlin weg.
Aus so einer flapsigen Aussage, die er auch richtig gestellt hat, gleich Hass gegen psychisch Kranke zu sehen und das auch noch mit der Nazi-Zeit zu vergleichen, ist far too much. Aber in diese Richtung geht unsere Gesellschaft. Ich finde das eine ziemlich traurige Entwicklung.
Aus so einer flapsigen Aussage, die er auch richtig gestellt hat, gleich Hass gegen psychisch Kranke zu sehen und das auch noch mit der Nazi-Zeit zu vergleichen, ist far too much. Aber in diese Richtung geht unsere Gesellschaft. Ich finde das eine ziemlich traurige Entwicklung.
Hass gegen Psychisch kranke unterstelle ich ihm nicht. Aber ich hab genügend Einblick in die Gesundheitspolitik und speziell die Entscheidungen und Haltungen von Herrn Hecken, um Ihn für keine dienliche Personalie aus der Sicht psychisch kranker Menschen zu halten. Insofern bin ich nicht überzeugt, dass er es nicht so meinte. Der ist nach meinem Eindruck der Typ der meint, statt Psychotherapie kann man auch einfach mal aufhören zu jammern und die Arschbacken zusammenkneifen. Aber das kann ich natürlich nur mutmaßen, aber seine gesundheitspolitischen Entscheidungen überzeugen mich nicht vom Gegenteil.
Linnemann hingegen hat gesagt
Zitat:
„Es reicht nicht aus, Register anzulegen für Rechtsextremisten und Islamisten, sondern in Zukunft sollte das auch für psychisch Kranke gelten“
Natürlich ist er auch , nach massiven Protesten, zurückgerudert dass er das so gar nicht gemeint habe.
Auch in diese Richtung geht unsere Gesellschaft: Erstmal die Stammtischparole raushauen und dann zurückrudern. Trumpismus halt. Ich finde das auch traurig.
Ich muss ihm halt in dem Punkt recht geben, ob wir uns nicht über-therapieren und das ganze Leben über-problematisieren. Die Anzahl der Diagnosen sind ja massiv in die Höhe geschossen. Das ist bestimmt multifaktorell, aber auch weil jeder sich mit sich selbst beschäftigt.
Und manchmal ist in der Tat richtig feiern gehen auch ein probater Weg, aus seinem Tief zu kommen.