Da habe ich während des Vietnamkrieges und auch zu andere Zeiten andere Erfahrungen gemacht, um das so pauschalisieren zu wollen. Es gibt doch auch breite Kritik an der Innenpolitik Trumps (Migration, Zölle, etc.). Er braucht quasi autokratische Machttechniken, um seine Politik durchzusetzen. Das wird einem Teil der Amerikaner auf Dauer nicht gefallen. Die sozialen und politischen Widersprüche verschwinden nicht durch seine Lügenerzählungen.
PS: Mein Neffe lebt mit Familie in Folsom.
Meine liebe Trauzeugin hat die irische Staatsbürgerschaft beantragt und möchte die amerikanische ablegen (habe ich bereits erwähnt). Durchweg alle Verwandte haben bei der letzten Präsidentenwahl gar nicht mehr gewählt (habe ich auch schon erwähnt).
Es gibt also durchaus (stillen) Protest. Die deutsche Berichterstattung zu Venezuela finde ich erstaunlich wohlgesonnen. Es sieht so aus, als würde Trump Grönland bekommen, wenn er will. Widerstand müsste aus der EU spätestens jetzt und geschlossen kommen.
Was mich am meisten ärgert, dass offensichtlich niemand die Eier hat, diesen orangenen Hitler auszubremsen.
Und die arschkriecher der Union warnen jetzt auch noch, dass man dieses arschloch nicht verärgern dürfe!
Wenn die wüssten, was ich am liebsten mit dem machen würde…
Die Frage ist ja, wie eine strategisch sinnvolle Positionierung von Deutschland/der EU aussehen sollte. Die USA mit Wirtschaftssanktionen zu belegen und Trump beim internationalen Strafgerichtshof anzuzeigen mag zwar legitim und befriedigend sein, aber ob man damit eine Verbesserung der Lage bewirkt, bezweifle ich. Aktuell lässt die deutsche Außenpolitik, zumindest in ihrer sichtbaren Form, den Bully auf dem Schulhof mal weitgehend gewären und hofft, dass es sich irgendwie einrenkt. Die Erfahrung zeigt aber, das Bully dann meist immer nur brutaler und rücksichtsloser wird. Auch kein guter Plan.
Die Strategie zu Trump I, einfach abzuwarten, bis der Spuk vorbei ist nach 4 Jahren, hat sich auch nicht gerade bewährt. Trivial finde ich aber eine Lösung auch nicht, gerade weil Deutschland da aus meiner Sicht nicht alleine agieren darf. Andererseits zeigt die Praxis auch: Der Bully auf dem Schulhof hat auch nur begrenzte Macht und profitiert vor allem von der Uneinigkeit und Spaltung der anderen.
Zu den Beweggründen und Handlungen der USA in der Vergangenheit der letzten Jahrzehnte und heute. Das war in der Tat nicht wesentlich anders. Genauso, wie ich jetzt die Unterschiede zwischen Clinton und Trump sowohl persönlich als auch politisch nicht so riesig sehe, wie sie teilweise erscheinen oder gemacht werden. Aber es ist doch nochmal in der Wirkung eine wesentliche andere Qualität, mit deutlich anderen Resultaten.
Man sollte sich aber auch eingestehen, dass eine wesentliche Änderung darin besteht, dass wir nicht mehr uneingeschränkt zu den Profiteuren des strategischen Verhaltens der USA gehören.
Die Frage ist ja, wie eine strategisch sinnvolle Positionierung von Deutschland/der EU aussehen sollte. Die USA mit Wirtschaftssanktionen zu belegen und Trump beim internationalen Strafgerichtshof anzuzeigen mag zwar legitim und befriedigend sein, aber ob man damit eine Verbesserung der Lage bewirkt, bezweifle ich. Aktuell lässt die deutsche Außenpolitik, zumindest in ihrer sichtbaren Form, den Bully auf dem Schulhof mal weitgehend gewären und hofft, dass es sich irgendwie einrenkt. Die Erfahrung zeigt aber, das Bully dann meist immer nur brutaler und rücksichtsloser wird. Auch kein guter Plan....
Deutsche Außenpolitik allein nimmt Trump nicht ernst, ebenso mit Macron. Das verspeist er im Vorbeigehen.
Ein gemeinsames Auftreten der EU-Oberen wäre der richtige, erste Schritt. Europa geschlossen kann er nicht übergehen. Europa muss den Mut haben, eigene Interessenpolitik in die Wege zu leiten, statt sich jahrelang mit "Putin böse. Grrrr!" abzugeben.
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Man sollte sich aber auch eingestehen, dass eine wesentliche Änderung darin besteht, dass wir nicht mehr uneingeschränkt zu den Profiteuren des strategischen Verhaltens der USA gehören.
Haben wir das denn wirklich? Die Destabilisierung im Nahen Osten aufgrund der USA Politik im Irak (Irakkrieg), in Lybien (Krieg), Syrien (Krieg und Sanktionen), Iran (Sanktionen) und im Kaukasus (Tschetschenienkriege) sowie besonders der Afghanistankrieg hat in der EU zu sehr vielen Flüchtlingen aus diesen Ländern und Einwanderung geführt und die Rolle der EU im Nahen Osten mehr oder weniger marginalisert. Es ist ziemlich zynisch, wenn Trump heute die EU wegen dieser Kriegsflüchtlinge kritisiert.
Nicht zuletzt der weiter andauernde Ukrainekrieg gehört auch in diese Reihe. Solange die EU den Krieg in Europa nicht diplomatisch löst, sind der EU riesige Ressourcen gebunden, ebenso wie Russland, was Trump ausnutzt.
Antracis hat doch mit netten Worten geschrieben, dass wir die Arschkarte gezogen haben.
Ich beziehe mich doch explizit auf seinen letzten Satz, wo er schreibt, "dass eine wesentliche Änderung darin besteht, dass wir nicht mehr uneingeschränkt zu den Profiteuren des strategischen Verhaltens der USA gehören." Diese Einschätzung teile ich nicht, die EU hat davon auch früher nicht profitiert.
Antracis hat doch mit netten Worten geschrieben, dass wir die Arschkarte gezogen haben.
Sehe ich nicht so. Wir bekommen sie gerade vorgelegt. Es liegt an uns, ob wir sie aufnehmen. Wir kämpfen zu wenig, beschäftigen uns zu oft mit Nebensächlichkeiten. Ähnliches spricht Trump sogar an. Da hat er nicht unrecht.