Ich war öfter mal radfahren auf dem Weg entlang dem Teltow Kanal, wo natürlich jeder die Kabelbrücke über den Kanal deutlich sieht und auch die gleich dort benachbarten Kraftwerke. Kein Hexenwerk, leider.
Wie gesagt, es geht darum, dass das die einzige Leitung war und man die Stelle im Netz nicht einfach umgehen kann.
Die Leitung zu zerstören ist im übrigen auch so einfach nicht, die ist schon sehr massiv.
Was verspricht sich denn diese "Vulkangruppe" von diesem Anschlag?
Ausser dass mind. 35.000 Leute angepisst sind und sie schon mal nicht unterstützen, egal was sie wollen.
Ganz grob gesagt glauben diese Spinner, zumindest nach dem, was wohl im Bekennerschreiben steht, dass man damit eine revolutionäre Stimmung in der Bevölkerung erzeugen kann.
Dass man sich gegen die Eliten/ das Establishment auflehnt, davon fegt und mal min der Sozialismus eingeführt wird.
Damit unterscheiden sie sich im Übrigen kaum von den rechten Spinnern.
Es kann natürlich auch ne false Flag Aktion sein, dann ist es aber halt nur umgekehrt, Rechte wollen, dass sich die Bevölkerung gegen die Regierung auflehnt, weil sie die (angebliche) linke Bedrohung nicht in den Griff bekommt.
Dafür sprechen würde in meine Augen, dass der VS wohl komplett im Dunkeln tappt und niemand die Beteiligten kennt.
Akteure der linken Szene sind ja in Berlin untereinander bekannt und vom VS oft unterwandert und gut überwacht.
Es kann natürlich auch ne false Flag Aktion sein, dann ist es aber halt nur umgekehrt, Rechte wollen, dass sich die Bevölkerung gegen die Regierung auflehnt, weil sie die (angebliche) linke Bedrohung nicht in den Griff bekommt.
Dafür sprechen würde in meine Augen, dass der VS wohl komplett im Dunkeln tappt und niemand die Beteiligten kennt.
Akteure der linken Szene sind ja in Berlin untereinander bekannt und vom VS oft unterwandert und gut überwacht.
Die Vulkan-Gruppen sind allerdings seit 2011 aktiv mit regelmäßigen Sabotageakten. Ich finde es schon befremdlich, daß die Behörden in 14 Jahren immer noch nichts darüber wissen, wer dahinter steckt. Ist es Unfähigkeit oder Desinteresse?
Zu der FalseFlag-Theorie: ich glaube schon, daß es solche linke Spinnergruppen gibt. Ob sie immer in Eigeninitiative handeln, oder z.T. von anderen Interessengruppen manipuliert werden, ist für mich sekundär - wer die Tat vollbringt, ist erst mal verantwortlich. Aber die Idee ist nicht neu:
“Wir haben heute Nacht das Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde erfolgreich sabotiert”...... "Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft". Der Brandanschlag sei als "Akt der Notwehr und der internationalen Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen", zu verstehen. Die Verfasser äußerten außerdem die Hoffnung, dass die fossile Energiegewinnung gestoppt werden könne und diese Tat einen entscheidenden Beitrag leiste. In dem Bekennerschreiben zu dem aktuellen Stromausfall im Berliner Südwesten entschuldigten sich die Verfasser ausdrücklich "bei den weniger wohlhabenden Menschen", die von dem Stromausfall betroffen seien. Das Mitleid für die "vielen Besitzer von Villen in diesen Stadtteilen" hielte sich "in Grenzen".
Die Begründung spricht vor allem von einem Angriff auf die fossile Energiewirtschaft.
Die Anschläge, welche der Vulkangruppe bisher öffentlich zugeordnet werden, sind in ihren Begründungen und Angriffszielen allerdings in meinen Augen sehr inkonsistent, weshalb ich nicht nur an eine "links- oder grünextremistische" kriminelle Vereinigung als Möglichkeit denke, sondern auch an Personen, welche hauptsächlich Anschläge verüben wollen, egal welchen Inhaltes und Zielrichtung oder sogar False Flag Anschläge. So hat die Gruppe z.B. auch einen Anschlag auf die Stromversorgung der Tesla Fabrik verübt bzw. dafür die Verantwortung übernommen, eigentlich absurd und im Widerspruch zur obigen Begründung, weil die ja Elektroautos bauen. Ausserdem ist Tesla der grösste Arbeitgeber in der Region, d.h. auch für Sozialisten wäre es komplett absurd, die Fabrik anzugreifen.
* Laut Experte kein Vorwissen für derartige Anschläge notwendig.
Ideologie ist ja nur eine Seite der terroristischen Existenz. Ob nun religiös oder politisch legitimiert, die Sattelfestheit und auch die theoretische Konsistenz der eigenen Sichtweise schwankt da beträchtlich.
Konsistenter sind da psychologische Macht- und Moralmotive und zur radikalisierung beitragende Gruppendynamiken. Aus beruflicher Perspektive interessiert mich das naturgemäß mehr.
Typisch ist ein grandioses Selbstbild („Wir sehen klarer als die Masse“), Moralische Überhöhung („Unsere Gewalt ist notwendig, eure ist verbrecherisch“)Eine wichtige Rolle spielt oft Kränkung und Wut („Dieses System erkennt unsere Wahrheit nicht an“)
Und der Wunsch nach historischer Bedeutung („Wir zwingen die Geschichte zum Handeln“) sowie Macht über Leben, Angst und Aufmerksamkeit.
Die wenigsten von uns können wohl behaupten, das Leben von 35.000 Menschen über Tage entscheidend geprägt zu haben und soviel mediale Aufmerksamkeit zu erlangen.
Weiterhin ist die Entdeckungsgefahr relativ klein und man kann sich den Kollateralschaden schönreden. Relativ viel Output für wenig in.
Die Gewalt ist da in erster Linie identitätsstiftend, machtvoll und aufmerksamkeitsgenerierend.
Es gibt auch andere Typen, wo dann moralische Rigidität in Grandiosität umschlägt und Unfähigkeit zur Ambivalenz und totale Identifikation mit der Rolle zu solchen Taten führen,
Jedenfalls tritt dann am Ende in den Hintergrund, dass das ganze nur wenig oder in keinster Weise geeignet ist, die Welt ideologisch zu verändern oder zu beeinflussen.