Passend zum vorigen Kommentar haben China und Vietnam 45 Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Es scheint, die MAGA Politik wirkt, allerdings nicht im Sinne von MAGA.
Wenn Trump so weitermacht, wird er sogar die Europäer noch in die Arme der Chinesen treiben. Ich würde Trump übrigens für den Friedensnobelpreis vorschlagen. Er ist der erste, der es geschafft hat, dass so verfeindete Länder wie China, Japan, Südkorea und Vietnam sich zusammentun und über Abkommen sprechen. Da bewahrheitet sich wieder die alte Weisheit: "Nichts verbindet Menschen mehr als ein gemeinsamer Feind."
Vielleicht steht MAGA ja auch für Make Asia Great Again. Dann hätte Trump auch hier geliefert
Deutsche Unternehmer fordern die Bundesregierung auf, angesichts der von der USA begonnenen Handelskriege, China nicht mehr als "systemischer Rivale" zu behandeln, wie es das AA unter Baerbock formuliert hatte.
Deutsche Unternehmer fordern die Bundesregierung auf, angesichts der von der USA begonnenen Handelskriege, China nicht mehr als "systemischer Rivale" zu behandeln, wie es das AA unter Baerbock formuliert hatte.
Noch 1989 existierten in China keine Kapitalmärkte. Nur drei Jahrzehnte später beherbergt das Land die weltweit zweitgrößten Aktien-, Anleihe- und Derivatemärkte. Nach einer langen Zeit der Abschottung wurde China dadurch mehr und mehr mit den globalen Märkten vernetzt. Manche hegten dabei die Hoffnung, dass sich die Kräfte der Kapitalmärkte auf die Wirtschaft Chinas liberalisierend auswirken würden. Wie Dr. Johannes Petry in seinem Vortrag erläutert, wurde diese Hoffnung enttäuscht, denn die Kapitalmärkte in China funktionieren grundlegend anders - mit Staatskapitalismus anstatt Neoliberalismus als treibende Logik der Marktorganisation. China hat so im Wesentlichen ein paralleles System von Kapitalmärkten mit chinesischen Besonderheiten geschaffen, das mit globalen Märkten koexistiert, sich überschneidet und teils kollidiert. In jedem Fall ist es inzwischen viel zu groß, als dass man seine Spezifika einfach ignorieren könnte. Und nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob wir von diesen chinesischen Besonderheiten etwas lernen können oder ob sie mit westlichen Demokratien unvereinbar sind.
Der Referent
Dr. Johannes Petry ist Politökonom an der Goethe Universität Frankfurt und Leiter des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten „StateCapFinance“-Forschungsprojekts zu den Beziehungen zwischen Staaten und (globalen) Finanzmärkten. Im Rahmen seiner Promotion untersuchte er die Transformation der chinesischen Kapitalmärkte und ihre Integration in das globale Finanzwesen. In den vergangenen Jahren war an zahlreichen chinesischen Universitäten als Gastwissenschaftler tätig. 2024 erschien sein neues Buch „BRICS and the Global Financial Order“ gemeinsam mit Andreas Nölke.
Das hier schon mal verlinkte Buch (danke dafür) Rauch und Asche war für mich ein Augenöffner dafür, wie andere Nationen im Hinblick darauf ticken, was ausländische Mächte über teilweise sehr lange Zeiträume mit ihnen gemacht haben. Geschichte lässt sich nicht auf Null drehen. Ich als Chinese hätte auch eine große Skepsis, wenn mir jemand sagt, was richtig und falsch ist.
Ich als Chinese hätte auch eine große Skepsis, wenn mir jemand sagt, was richtig und falsch ist.
Wobei es natürlich auch innerhalb Chinas differenzierte Meinungen gibt.
Nicht alle Chinesen denken gleich.
Das Problem ist doch, wenn ein Staat sagt: Wir lassen uns von anderen nicht vorschreiben, weil das ist unsere Kultur unser Gesellschaftssystem wir denken so.
Das ist ein zutiefst nationalistische Aussage, die andere Meinungen verhindern will. Den Austausch pluralistischen Denkens verhindern will.
Wird von allen Autokraten gespielt, um das Volk hinter einen zu bringen.
Ich stimme dir allerdings insoweit zu, dass wir Deutsche die Chinesen und die Verhältnisse in China nicht ändern werden. Trotzdem darf man natürlich auch hier seine Meinung zu China sagen, auch als Bundeskanzler, Außenministerin und als sonstiger Mensch.