Ich lese morgens die Stuttgarter Zeitung, weiß ungefähr, was ich später auf SWR4 in den Nachrichten höre und abends in der Tagesschau gesprochen wird.
Wenige Minuten dauernde Nachrichtenformate sind aber jetzt auch nicht so wirklich der beste Gradmesser für Meinungspluralität in den etablierten Medien, oder ?
Es gab und gibt auch zu Corona differenzierte Berchterstattungen in etablierten Medien und es gab natürlich auch grossen Mist, der publiziert wurde.
Das ändert aber nichts daran, dass ich persönlich sehr gut auf diverse ( auch hier im Forum damals von den einschlägigen Personen zitierten) Youtube-Kanäle verzichten kann, wo Menschen dann plötzlich meinten, molekularbiologische Studien interpretieren zu können, obwohl sie offensichtlich in den einschlägigen Fächern in der Schule nie aufgepasst hatten.
ähem?? - er schrub, er würde die Stuttgarter Nachrichten lesen und dabei der Meinung sein, dass er wisse, was in den täglichen Nachrichten käme.
Das ist schlicht falsche Wahrnehmung, weil er am Abend vorher in den Nachrichtensendungen in Kenntnis gesetzt wurde, was er am nächsten Tag in der Zeitung lesen wird.
Thorsten und Co. sind einfach fixer.
edit: warum soll man yt nicht zur Infobeschaffung verwenden??
ähem?? - er schrub, er würde die Stuttgarter Nachrichten lesen und dabei der Meinung sein, dass er wisse, was in den täglichen Nachrichten käme.
Das ist schlicht falsche Wahrnehmung, weil er am Abend vorher in den Nachrichtensendungen in Kenntnis gesetzt wurde, was er am nächsten Tag in der Zeitung lesen wird....
Ich höre z.B. 3x am selben Tag (Zeitung, SWR4, Tagesschau), dass Putin 2029 fähig ist, ein NATO-Land zu attackieren. Die Begründungen sind immer die gleichen.
Das ist für mich Mainstream (wertneutral). Im Grunde reicht mir ein Medium.
Will ich andere Meinungen, muss ich aktiv werden.
Alles bekannt, alles kein Problem...
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Es gab und gibt auch zu Corona differenzierte Berchterstattungen i....
Absolut! Es wird alles rauf und runter und hin und her diskutiert. Man kann auch alles sagen (sofern nicht juristisch relevant).
Allerdings gibt es dann doch eine vorherrschende Meinung --> Mainstream.
Das eigentliche Problem liegt darin, dass der Begriff alternative Medien kaum klar definierbar ist. Praktisch jede Person oder Gruppe, die ihre Meinung öffentlich verbreiten möchte und dafür moderne Kanäle wie Blogs, Instagram, Telegram, TikTok oder eine einfache Homepage nutzt, kann sich als „alternatives Medium“ bezeichnen – vorausgesetzt, sie erreicht genügend Reichweite.
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Genau, danke – dann ist der Medienbegriff hier aber eher in Richtung reine Meinungs- und Kommentarseite erweitert, besonders im oberen Teil der Liste: ziemlich krawallig und stark fokussiert auf einige wenige Themen, die sich immer wiederholen. Sehr wenig eigene Recherche.
Breiter informiert wird man dort eher nicht, sondern eher in gewisser Lautstärke über "Meinungen".
m.
ich bin immer etwas amüsiert über diese fringe Anbieter (YouTube spielt mir die so penetrant rein), die beginnen mit: „Wir sagen Ihnen etwas, das die Mainstreammedien verschweigen“ – und die Aufhänger sind dann immer Meldungen aus den echten Medien: die Reuters-Meldung, der Bericht aus dem Wall Street Journal … tja.
Wenn man im Gespräch mit einer Person erfährt, dass sie Schwierigkeiten mit der Akzeptanz des Klimawandels hat, weiß man sofort, was sie über Corona, Migration, Verbrenner-Aus, vegetarische Grillwürste und Gendern denkt. Diese Ansichten treten meistens gemeinsam auf und bilden einen typischen Meinungsgleichschritt, der vielen von uns bekannt sein dürfte.
Dieser Meinungschor kontrastiert in seiner Geschlossenheit stark mit der Selbstwahrnehmung dieser Leute, die sich als freie, unabhängig urteilende Geister sehen.
Natürlich gilt es auch umgekehrt: wenn jemand von Greta oder Luise Neubauer schwärmt, weiß man meist die Meinung zu den anderen Themen auch.
War schon zu meinen Studentenzeiten so.
Wenn man aber offen ist, kann man immer mal überrascht werden, daß nicht alle Menschen so im Gleichtakt denken, wie man es gerne im Schubladendenken hätte, weil viele eben weder voll einer Seite, noch voll der anderen zustimmen, das wird nur oft als Vereinfachung so zugeschrieben. Die Menschheit teilt sich nie in nur zwei Lager, die einander ablehnend gegenüberstehen, wie Dein Bild suggeriert. Es lohnt sich m.M.n. immer hinzuhören, und über Abstufungen und Feinheiten miteinander zu sprechen.
Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser immer gleiche Strauß an Überzeugungen das Ergebnis persönlicher Recherche innerhalb des gesamten medialen Spektrums sein soll.
Sicher nicht immer, aber ich bin überzeugt, daß es auf beiden Seiten reichlich Menschen gibt, die ihre Überzeugungen oder Meinungen aus eigener Geistesleistung entwickeln. Wenn es meist so wäre, wie Du beschreibst, wären 90 % de Menschen manipulierte Marionetten, die für die jeweilige Sache manipuliert wurden.
Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Wenn alle die gleiche Jacke tragen, glaubt man doch nicht, sie hätten sie alle selbst genäht.
Tja, da muß ich an meine Mutter denken, die 1970 mit einem als Sonderposten erhältlichen schönen Stoff in Rumänien sich ein Kleid nach einem deutschen Burda-Schnittmuster genäht hatte, um etwas Besonderes zu haben - um kurz darauf im Theater jemanden im exakt gleichen Kleid zu treffen - die hat den Rest des Stoffes aufgekauft und zufällig auch eine Burda bekommen, und konnte auch nähen.
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