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Alt 05.01.2020, 18:55   #6617
Hafu
 
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Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer Beitrag anzeigen
Hier noch ein letzter Nachtrag zum Thema Atomkraftwerke sofort abschalten oder weiter laufen lassen - von ausserhalb Deutschlands betrachtet.
Grobe Übersetzung aus dem Abstract:

Ich will nicht auf den Zahlen (irgendwo steht was von jährlich zusätzlich 1000 Tote durch Kohlekraft, klingt ähnlich spekulativ wie die theoretischen zusätzlichen Diesel- oder Hitzetote) herumreiten, aber der Grundtenor bestätigt mein Gefühl: eine übereilte Abschaltung hat unterm Strich möglicherweise mehr Schaden als Nutzen, und es wäre nicht falsch, sich das Ganze nochmal zu überlegen.
Was die bestehenden Atomkraftwerke anbelangt, die ja ohnehin da sind und von denen einige ihre wirtschaftlich sinnvolle Laufzeit noch nicht erreicht haben und die ja ohnehin mit Milliardenaufwand zurückgebaut werden müssen, hast du wahrscheinlich bezogen auf die Co2-Bilanz recht, aber ein Ausstieg aus dem geplanten und bereits teilvollzogenem Atomausstieg ist in Deutschland politisch undenkbar. Erst recht wenn man daran denkt, dass in der nächsten Bundesregierung die Grünen höchstwahrscheinlich in Regierungsverantwortung kommen werden und den Grünen der Atomausstieg ein historisches Grundanliegen ist, mehr noch als der CDU, die erst nach Fukushima die Liebe zur Atomkraft verloren hat.

Das Thema Atomkraft ist in Deutschland definitiv gegessen und die Uhr lässt sich nicht mehr zurückdrehen. so sehr sich das die verbliebenen Kraftwerksbetreiber und die von ihnen unterstützten Interessengruppen pro Atomkraft auch wünschen.
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Alt 05.01.2020, 19:59   #6618
Schwarzfahrer
Szenekenner
 
Benutzerbild von Schwarzfahrer
 
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Rhein-Neckar-Dreieck
Beiträge: 6.339
Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
...aber ein Ausstieg aus dem geplanten und bereits teilvollzogenem Atomausstieg ist in Deutschland politisch undenkbar.
Bis Fukushima war auch der Atomausstieg undenkbar, davor wurden gerade die Laufzeiten verlängert. Es kann eine Frage der politischen Mehrheiten sein - obwohl der Ausstieg auch ohne eine solche entschieden wurde. Wenn ohne Fraktionszwang darüber abgestimmt würde, bin ich sicher, daß sogar viele Grüne für den Erhalt stimmen würden, auch wenn sie sich aktuell nicht trauen können, sich laut dazu zu äußern. Und ich finde grundsätzlich: eigentlich sollte nichts politisch undenkbar sein in einer Demokratie, was nicht an der Demokratie selbst rüttelt.
__________________
“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
Schwarzfahrer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.01.2020, 20:23   #6619
Hafu
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer Beitrag anzeigen
Bis Fukushima war auch der Atomausstieg undenkbar, davor wurden gerade die Laufzeiten verlängert. ...
Vor Fukushima hatte ich auch selbst eine tendenziell weniger gefestigte Meinung zur Atomkraft, weil uns ja auch jahrzehntelang in den Medien eingehämmert wurde, dass eine Katastrophe wie in Tschernobyl bei den weitaus sicheren westlichen Reaktortypen undenkbar und schon aus technischen Gründen praktisch unmöglich sei.

Die Problematik der auch heute noch ungelösten Endlagerung abgebrannter Brennstäbe war mir auch davor schon bewusst, aber ich sah auch die partiellen Vorteile der CO2-freien Nuklearenergie.

Da Japan alles andere als ein technisches Entwicklungsland ist, funktioniert diese Argumentation, dass die Risiken der Kernkraft beherrschbar sind nach Fukushima halt nicht mehr. Wenn genügend ungünstige Umstände zusammentreffen kann das Undenkbare halt auch in westlichen Ländern passieren und die Kosten einer derartigen Reaktorkatastrophe kann kein Betreiber der Welt und auch keine Rückversicherung übernehmen, so dass halt die traditionelle Kostenkalkulation der Kraftwerksbetreiber zum Atomstrom nicht mehr aufgeht. Fukushima hat nach Schätzungen dem japanischen Steuerzahler umgerechnet bis jetzt 120 Milliarden USD gekostet, macht auf lange Sicht einen ganzen Landstrich unbewohnbar und wird sicher noch weitere Kosten in der Zukunft verursachen.
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Alt 05.01.2020, 20:41   #6620
keko#
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Registriert seit: 06.11.2015
Beiträge: 17.556
Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
Die CO2-Steuer ist nach Ansicht der Wissenschaft (und unter aufgeklärten Menschen besteht ja ein allgemeiner Konsens, dass es im Hinblick auf die Klimarettung sinnvoll ist, auf die Wissenschaft zu hören) eine sehr sinnvolle Maßnahme zur Steuerung klimafreundlichen Verhaltens.
Den großenWurf zur Klimarettung wird es nicht geben, sondern man benötigt viele Einzelmaßnahmen mit ähnlicher Zielrichtung.

Und sinnvolle Wahlentscheidungen sind auch wichtig, denn letztlich macht die Politik meist das, was den Wählern wichtig ist.
Wenig Auto zu fahren aus Umweltschutzgründen, wenig Fleisch essen aus Tierschutzgründen, wenig Plastik nutzen aus Umweltschutzgründen usw. versuche ich schon lange zu leben und zu unterstützen. Ich sehe allerdings wenig Chancen, dass sich dieses Verhalten auf das globale Klima auswirkt.
Wie ich kürzlich in der ZEIT gelesen habe, reiben sich einige Menschen schon kräftig die Hände, wenn sie vom abschmelzenden Eis in Grönland hören. Und diese Menschen sind mächtiger als ich. Oder konkret beim CO2-Preis: ich kann mir Quereffekte vorstellen, dass Menschen nun das Geld, dass sie dort mehr ausgeben müssen, beim Essen und der Kleidung sparen, also dieses noch billiger einkaufen. Und die, die es sich leisten können, wird der CO2-Preis nicht jucken. Vom Effekt, dass die Zahl der Frustrierten noch mehr steigt und die AfD noch mehr Zulauf bekommen wird, will ich gar nicht sprechen. Die Einstellung der AfD zum Klimawandel ist bekannt. Mit mehr Sitzen in den Landtagen oder dem Bundestag bekommen sie auch mehr Einfluss (für was wie viel Geld ausgegeben wird).

Ganz davon abgesehen: ich kenne in meinem Bekanntenkreis keine echten Umweltsünder. Ich könnte mit dem Finger auf meinen Nachbarn zeigen, weil er aus meiner Sicht unnötigerweise Auto fährt. Er könnte auf mich zeigen, weil ich regelmäßig ins beheizte Hallenbad gehe. Und die Familie gegenüber fliegt 2x im Jahr in die spanische Heimat. Einmal reicht doch! Jeder hat irgendwie ein wenig Dreck am Stecken, keiner ist eine "Umweltsau". Die Summe macht es einfach aus. Wie will man das in Griff bekommen? Mit lauter Steuern und Verboten?
keko# ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2020, 06:48   #6621
JanWePe
Gesperrt
 
Registriert seit: 13.12.2019
Beiträge: 163
Zitat:
Zitat von keko# Beitrag anzeigen
...Jeder hat irgendwie ein wenig Dreck am Stecken... Die Summe macht es einfach aus. Wie will man das in Griff bekommen? Mit lauter Steuern und Verboten?
Ja. Mit Steuern und Verboten und geschickter Beeinflussung der öffentlichen Meinung:
"I want you to panic", "How dare you?"

Mit schicken neuen Wortschöpfungen die nicht einmal der Duden kennt:
"Flugscham" oder auch "Tierleid".

Das sind eine Menge kluger Köpfe mit noch viel mehr Unterstützern unterwegs.
Ob sie eine Mehrheit finden werden, ob die besten unter den FFF-Demonstranten zu Wissenschaftlern, Meinungsmachern und Politikern werden welche die Welt positiv verändern wird letztendlich die Zeit zeigen.
JanWePe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2020, 07:51   #6622
Stefan
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von JanWePe Beitrag anzeigen
Mit schicken neuen Wortschöpfungen....:
......"Tierleid".
Du solltest "Wortschöpfungen" nicht für "neu" halten, nur weil Du sie vorher nicht kanntest. Das Wort findet man auch in älteren Büchern.
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Alt 06.01.2020, 08:46   #6623
Schwarzfahrer
Szenekenner
 
Benutzerbild von Schwarzfahrer
 
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Rhein-Neckar-Dreieck
Beiträge: 6.339
Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
Vor Fukushima hatte ich auch selbst eine tendenziell weniger gefestigte Meinung zur Atomkraft, weil uns ja auch jahrzehntelang in den Medien eingehämmert wurde, dass eine Katastrophe wie in Tschernobyl bei den weitaus sicheren westlichen Reaktortypen undenkbar und schon aus technischen Gründen praktisch unmöglich sei.

Da Japan alles andere als ein technisches Entwicklungsland ist, funktioniert diese Argumentation, dass die Risiken der Kernkraft beherrschbar sind nach Fukushima halt nicht mehr. Wenn genügend ungünstige Umstände zusammentreffen kann das Undenkbare halt auch in westlichen Ländern passieren und die Kosten einer derartigen Reaktorkatastrophe ….. Fukushima hat nach Schätzungen dem japanischen Steuerzahler umgerechnet bis jetzt 120 Milliarden USD gekostet, macht auf lange Sicht einen ganzen Landstrich unbewohnbar und wird sicher noch weitere Kosten in der Zukunft verursachen.
Bei mir ist es genau anders herum . Tschernobyl war für mich seinerzeit der Beweis, daß Atomkraftwerke kaum gegen menschliche Dummheit zu schützen sind, und daher extrem gefährlich sind. Ich wurde zum überzeugten Atomkraftgegner und fand es richtig, so schnell wie möglich abzuschalten (fand aber schon damals die Castor-Proteste unsinnig, da diese das Risiko von Unfällen während der Transporte erhöht haben).

Fukushima hat mir gezeigt, daß in einem hochentwickelten, modernen System sogar extreme Naturkatastrophen und menschliche Fehler nicht zu strahlungsbedingten Katastrophen führen müssen. In Fukushima gab es keine direkten Strahlungstoten, und die geschätzte Zahl der möglichen Krebsfälle ist überschaubar im Vergleich mit Tschernobyl, auch werden Teile der evakuierten Landstriche schon wieder besiedelt, soweit ich weiß. Ähnliches Risiko hat jede große Chemiefabrik, wie bei uns BASF um die Ecke. Die hohen Kosten der Fukushima-Katastrophe sind weitestgehend auf den Tsunami zurückzuführen. Nur gibt es bei uns keine Tsunamis oder Erdbeben ähnlichen Ausmaßes. Daher fand ich zwar seinerzeit zuerst den Atomausstieg für richtig, aber die Begründung dafür für vollkommen hahnebüchen und gerade von Merkel extrem unglaubwürdig: entweder war es schon immer ein Risiko, oder eben nicht, Fukushima hat nichts am Risiko in Deutschland verändert. Wenn das für Merkel der Fall war, ist sie höchst irrational und inkompetent in der Sache (wenn auch mit gutem Gefühl für Stimmungen). Und je mehr ich im Laufe der Jahre über Fukushima und auch den neuen Entwicklungen der Nukleartechnologie erfuhr, desto weniger war ich von der zwingenden Notwendigkeit des Atomausstiegs überzeugt.
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Schwarzfahrer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2020, 11:28   #6624
Trillerpfeife
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer Beitrag anzeigen
....

Fukushima hat mir gezeigt, daß in einem hochentwickelten, modernen System sogar extreme Naturkatastrophen und menschliche Fehler nicht zu strahlungsbedingten Katastrophen führen müssen. ...
ich lese gerade den Wikipedia Eintrag zu Fukushima.....


https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklea..._von_Fukushima


"... Katastrophen führen müssen". Klingt mir so nach ... nochmal Glück gehabt.

Auch wenn es, so wie ich es verstehe, relativ glimpflich abgegangen ist, ich bleibe skeptisch.
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