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Alt 18.10.2022, 10:27   #1497
keko#
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Zitat:
Zitat von Helmut S Beitrag anzeigen
Oh mei, oh mei ... die Analysten von der DeuBa. Wahrscheinlich überwiegend Volkswirte

Im Ernst: Das hier .......

Prinzipiell sehe ich das mit der "Deindustrialisierung Deutschands" auch nicht so kritisch oder neu. (Ich hoffe, ich habe dich richtig verstanden ). Das sind seit Jahren laufende Prozesse, die vielleicht gerade ein wenig verstärkter an die Öffentlichkeit kommen.
Falls Deutschland oder Europa nicht in eine direkte militiärische Auseinandersetzung mit Russland gerät und hier wieder Bomben fallen, dann gehe ich davon aus, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen. Die jungen Menschen, also die zukünftige Generation, die dies alles hauptsächlich betrifft, sind ja nicht auf den Kopf gefallen und werden ihren Weg finden, notfalls eben in anderen Ländern. Und die, die den Wandel der Zeit nicht mitbekommen, gab es schon immer. C'est la vie...
keko# ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.10.2022, 11:10   #1498
qbz
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Zitat:
Zitat von Helmut S Beitrag anzeigen
Alles gut. Ich habe die mehr oder weniger der vollständigkeithalber auf deine Frage gepostet. Ich hab ja nur geschrieben, dass ich nicht wirklich weiß, was ich mit temporär konkret meine.

Wie heißt es so schön: Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.
Falls es Dich oder andere interessiert. Gestern habe ich ein Interview mit Otmar Issing (erster langjähriger Chef der EZB seit der Einführung des Euro) gehört, indem er zahlreiche Fragen zur EZB und deren Vorgehensweise in den letzten Jahren im Zusammenhang mit der jetzigen hohen Inflation beantwortet und erklärt. (nicht die Energiekosten und der Ukrainekrieg alleine sind halt für die jetzige Inflation verantwortlich, die ja schon Ende 2021 deutlich sichtbar auftrat.)

https://www.youtube.com/watch?v=ln_9wAXhyu0
Zitat:
"Selten ging ein Notenbank-Insider kritischer mit seinen Nachfolgern öffentlich ins Gericht. Als erster Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank gehört Otmar Issing zu den Architekten des Euro. Der Wertverfall der Währung geht ihm entsprechend nahe und das zögerliche Handeln gegen die hohe Inflation hält er für "geradezu grotesk". Im exklusiven Interview erkärt Issing, woran das Eurosystem krankt und wie groß die Gefahr ist, dass die Währung zu einer neuen, weichen Lira wird. Außerdem warnt der Ökonom vor einer Schuldenunion: "Das ist eine Gemeinsamkeit, die ins Chaos führt." Dennoch rechnet er mit dem Fortbestand der Währung und erläutert, wie Europa Wirtschaft, Inflation und Währung in den Griff bekommen kann."

Geändert von qbz (18.10.2022 um 13:01 Uhr).
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.10.2022, 14:06   #1499
qbz
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Staatsverschuldung für »Doppelwumms«. Rechnungshof sieht Verstoß gegen die Verfassung. Mit rund 200 Milliarden Euro will die Bundesregierung Wirtschaft und Privathaushalte unterstützen, um die Härten der Energiekrise abzufedern. Die Finanzierung bereitet manchen Fachleuten aber Kopfschmerzen.

Zitat:
Der Bundesrechnungshof hält die von der Bundesregierung geplante Schuldenaufnahme für den 200 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm gegen die hohen Energiepreise für verfassungswidrig. »Die vorgesehene Kreditaufnahme ›auf Vorrat‹ verstößt gegen den verfassungsmäßigen Grundsatz der Jährlichkeit«, heißt es in einem Bericht an den Haushaltsausschuss ......
Der Rechnungshof plädiert in seinem Bericht dafür, den Schutzschirm ohne Umwege aus dem normalen Bundeshaushalt zu finanzieren.
Sehr sinnvolle und begründete kritische Einwände, um die Risiken derart hoher Schulden zu minimieren. Noch besser wäre, wenn die Regierung eine solide Gegenfinanzierung statt der Schulden auf den Weg brächte.

Geändert von qbz (18.10.2022 um 14:11 Uhr).
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.10.2022, 14:22   #1500
qbz
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Interessant für die Gaskosten in Europa sind neben der Tatsache, dass die USA ihr LNG ein mehrfaches teuerer auf dem Weltmarkt an die EU verkaufen als im Inland, auch die gestiegenen Fracht kosten für die LNG-Tanker, und zwar von 14 300 Dollar auf jetzt 395 300 Dollar pro Tag. 60-70 % Anteil am Gas in der EU kommen mittlerweile aus den USA.

LNG ships now cost a record high near $400,000 per day as Europe scrambles to resolve its gas crisis

Geändert von qbz (18.10.2022 um 14:30 Uhr).
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.10.2022, 15:15   #1501
Helmut S
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Beiträge: 8.092
Zitat:
Zitat von qbz Beitrag anzeigen
Rechnungshof sieht Verstoß gegen die Verfassung.
Ist der Bundesrechnungshof auch schon aufgewacht? Wahrscheinlich hat ihnen jemand gesteckt, dass sie Angst um ihre Daseinsberechtigung haben müssen, wenn Christian L., der kleine Freigeist, so weiter macht.

Im Ernst: Seit spätestens 28.02.2022 (am 27.02. hat Scholz die "Zeitenwende" und die 100 Mrd für die BW angekündigt) diskutiert das Parlament, die Medien und jeder den es interessiert darüber, ob der Trick mit dem Lindner am Haushaltsbeschluß vorbei Geld besorgt, überhaupt zulässig ist. Denn eigentlich, so die Kritiker, gilt die Tatsache, dass Sondervermögen nur dann nicht bzgl. "Schuldenbremse" bewertet werden, wenn sie vor 2011 genehmigt wurden.

Schau ma mal ob und in welcher Form die 200 Mrd. Bundestag und Bundesrat passieren (genaugenommen die Gesetze um das zu tun). Bisher sind sie ja nur geplant.

Der Merz will eh gegen eine andere, aber strukturell ähnliche Geschichte vor's Verfassungsgericht ziehen, hat er gesagt. Es passt ihm gar nicht, dass Lindner die Mittel, die im Zuge der Maßnahmen in der Coranoapandemie genehmigt wurden, im Energie- und Klimafonds parken und später "am Haushalt vorbei" ausgeben will.

Sondervermögen gab es schon immer und man findet sie auf Bundes und Landesebene. Bisher hat es halt kaum einen interessiert.

Helmut S ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.10.2022, 23:32   #1502
qbz
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Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 8.925
Zitat:
Zitat von Helmut S Beitrag anzeigen
....
Sondervermögen gab es schon immer und man findet sie auf Bundes und Landesebene. Bisher hat es halt kaum einen interessiert.

Prof. Sinn und andere renommierte kritisch analytische Geister haben schon sich für das Corona Sondervermögen und die Auswirkungen von Beginn an sehr interessiert, weil sie nicht der regierungsamtlich erwünschten Selbsttäuschung erliegen. Hier im Interview Dezember 2021:

Zitat:
"Wurde in der Corona-Krise zu viel abgefedert durch Ausgleichsmassnahmen?

Deutschland jedenfalls hat zu viel Geld ausgegeben. Man kann nicht einerseits Produktionsschliessungen anordnen und andererseits den Leuten so viel Geld in die Hand geben zum Einkaufen. Das ist, wie wenn man beim Autofahren gleichzeitig auf die Bremse und auf das Gaspedal tritt. Das überhitzt den Motor.

Was läuft falsch?

Firmen machen keinen Umsatz mehr und erhalten Ersatzgeld vom Staat. Die Staaten verschulden sich massiv, und deren Schuldpapiere werden dann von den Notenbanken mit frisch gedrucktem Geld gekauft. Geld aus der Druckerpresse geht also fast direkt an die Firmen und ihre Mitarbeiter, die in dieser Zeit nicht produzieren.

Immerhin rettet das Existenzen.

Ja, subjektiv haben wir das Gefühl, es sei eigentlich noch alles in Ordnung. Aber die Güter fehlen. Immer mehr Geld jagt immer weniger Güter. Dieses Missverhältnis führt zurzeit zu einer ziemlich heftigen Inflation in Deutschland.

Was heisst heftig?

Die Oktober-Daten für die gewerblichen Erzeugerpreise, die alle Vorstufen der Produktion und nicht nur die Konsum-Endstufen erfassen, liegen um 18,4 Prozent über dem Vorjahr. Das ist die höchste Zunahme seit 1951 und stellt selbst die beiden Ölkrisen der siebziger und achtziger Jahre in den Schatten."
https://www.hanswernersinn.de/de/int...woche-02122021

Das Gleiche geschieht jetzt aktuell bei den Staatshilfen wegen der Inflation, der Energiekrise und den Rüstungs- und Militärausgaben für den Krieg in noch grösserem, doppelten Umfang ("Doppelwumms", eigentlich "Dreierwumms" incl. Rüstung.). Neben dem Bund verschulden sich noch parallel die EU sowie die Städte mit den Hilfen. Die wirtschaftlichen Krisen verschärfen sich sukzessive mit solchen Massnahmen, solange keine Gegenfinanzierung erfolgt und kein wirtschaftliches Wachstum mit den Schulden stimuliert wird.

Geändert von qbz (19.10.2022 um 10:05 Uhr).
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2022, 10:57   #1503
Helmut S
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Registriert seit: 30.10.2006
Beiträge: 8.092
Zitat:
Zitat von qbz Beitrag anzeigen
Die wirtschaftlichen Krisen verschärfen sich sukzessive mit solchen Massnahmen, solange keine Gegenfinanzierung erfolgt und kein wirtschaftliches Wachstum mit den Schulden stimuliert wird.
Dem alten Monetarismus hängt doch keiner mehr nach. Wir sehen doch längst eine Fiskaldominanz. Der Punkt ist, dass eine Erhöhung von Schulden halt nur dann Inflation erzeugt wen undzugleich(!) eine gestiegene Nachfrage nicht mehr bedient werden kann. Deine Behauptung ist also nur zutreffend, wenn beide Bedingungen gleichzeitig zutreffen.

Da in der globalisierten Welt Nachfrage grundsätzlich immer bedient werden kann, sind Schulden diesbezüglich grundsätzlich nicht ursächlich.

Weil durch Corona und jetzt durch den Ukraine Krieg allerdings die Nachfrage (temporär) nicht mehr bedient werden kann, sehen wir die Auswirkung der Geldpolitik in der Inflation. Das wird aber temporär sein und am Ende wird sich das - trotz Schulden - wieder einpendeln. Außerdem sind ja gerade bei dem Thema Corona auch noch statistische Effekte mit drin (Mehrwertsteuersenkung bzw. deren Rücknahme).

Sollten wir als Konsequenz des Ukrainekrieges eine Deglobalisierung erleben, ist der Zusammenhang wieder ein anderer, weil die grundsätzliche Möglichkeit wegfallen wird, alles jederzeit sofort Verfügbar zu haben. Glaube ich daran? Nein. Das wird nie im Leben geschehen.
Helmut S ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2022, 11:32   #1504
MattF
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Registriert seit: 27.04.2011
Beiträge: 8.328
Zitat:
Zitat von Helmut S Beitrag anzeigen

Sollten wir als Konsequenz des Ukrainekrieges eine Deglobalisierung erleben, ist der Zusammenhang wieder ein anderer, weil die grundsätzliche Möglichkeit wegfallen wird, alles jederzeit sofort Verfügbar zu haben. Glaube ich daran? Nein. Das wird nie im Leben geschehen.
Wenn die Chinesen Taiwan einnehmen wird es 5-10 Jahren gar nichts mehr geben, was unser Leben in den letzten 20 Jahren angenehm gemacht hat, also alles wo Chips drin sind.

Die Amis werden es vielleicht grad noch hinbekommen sich selbst zu versorgen, der Rest der Welt fällt hinten runter.
MattF ist offline   Mit Zitat antworten
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