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Alt 11.12.2018, 10:10   #1
qbz
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Soziale Proteste in Frankreich - die Gelbwesten

Macron trat bekanntlich mit dem Versprechen die Präsidentschaft an, Reformen in Frankreich durchzuführen. Darunter verstand er vor allem Sozialabbau, den er seither unbeirrt durchzog. Gegen diesen demonstrierten im vergangenen Jahr schon punktuell die Gewerkschaften, ohne Wirkung auf Macron´s Politik und die Regierung.

Seit ca. drei Monaten entstanden ausserhalb der traditionellen Organisationen eine Art "Graswurzelbewegung" inform der Massenproteste der "gilets jaunes", der Gelbwesten in Frankreich, die sich zunächst in den ländlichen Regionen und von da auf die zentralen Städte ausbreiteten. Bisher zeigte die Protestbewegung Breite, Ausdauer und Hartnäckigkeit und es gelang der Polizei nicht, die Proteste durch überhartes Vorgehen zu beenden (Tausende Festnahmen).

Der "untere Mittelstand" wehrt sich auf den Strassen und öffentlichen Plätzen gegen die sozialen Ungerechtigkeiten im Land. (und nicht gegen die "Islamisierung" oder die Flüchtlingsunterkünfte wie bei uns)

Am So. und am Mo. berichtete der Weltspiegel zum ersten Mal mit Interviews der Aktivisten über ihre Ziele und Aktionen. Sehr informativer Bericht, ca. 15 Min.
https://www.ardmediathek.de/ard/play...dlbHRzcGllZ2Vs

Einen guten Bericht über die Proteste findet man auch im "Freitag": frankreich-gelbwesten-protest-bewegung

Geändert von qbz (11.12.2018 um 10:43 Uhr).
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Alt 11.12.2018, 10:40   #2
keko#
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Zitat:
Zitat von qbz Beitrag anzeigen
Macron trat bekanntlich mit dem Versprechen die Präsidentschaft an, Reformen in Frankreich durchzuführen. Darunter verstand er vor allem Sozialabbau, den er seither unbeirrt durchzog.
...
Macron ist ein Abgesandter der Elite und ein typischer Vertreter des Konstrukts EU. Jetzt wirft er dem Volk etwas hin, seine Agenda wird bleiben. Ansonsten wird er ausgetauscht. Frankreich ist zentralistisch aufgebaut und hat mit der EU anderes im Sinn als Deutschland. Das könnte noch ein böses Erwachen für Deutschland werden. Ich traue den Franzosen (dem Volk) einiges zu. Der deutsche Michel schläft noch, längstens bis zur nächsten Wirtschaftskrise.
keko# ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2018, 11:20   #3
Schwarzfahrer
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Beiträge: 1.296
Ich verfolge die Berichte auch interessiert, bin aber zunehmend zwiegespalten.

Zitat:
Zitat von qbz Beitrag anzeigen
Der "untere Mittelstand" wehrt sich auf den Strassen und öffentlichen Plätzen gegen die sozialen Ungerechtigkeiten im Land. (und nicht gegen die "Islamisierung" oder die Flüchtlingsunterkünfte wie bei uns)[/url]
Zum berechtigten Protest gegen soziale Probleme ist die extreme Zerstörungswut, die Teile der Demonstraten (oder auch nur Trittbrettfahrer?) zu Tage legen, in krassem Gegensatz. Daß wahllos auch wichtige Kulturgüter zerstört werden, macht mir nicht weniger Sorgen, als die in ihrem zerstörungspotential vergleichbaren G20-Proteste oder so mancher dumpfe Parolen gröhlende Altnazi-Hohlkopf.

Ich wünsche den Gelbwesten, daß sie es schaffen, sich von den Casseurs klar zu distanzieren, damit ihre Anliegen nicht unnötig diskreditiert werden.

Und ich finde die verschiedenen Spekulationen interessant, ob oder ob nicht sowas auch in Deutschland passieren kann/wird, bzw. warum nicht: weil es hier gerechter zugeht, oder weil die Deutschen einfach nur braver sind...
__________________
“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
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Alt 11.12.2018, 11:35   #4
DocTom
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Zitat:
Zitat von keko# Beitrag anzeigen
Macron ist ein Abgesandter der Elite und ein typischer Vertreter des Konstrukts EU. ...Ich traue den Franzosen (dem Volk) einiges zu. Der deutsche Michel schläft noch, längstens bis zur nächsten Wirtschaftskrise.
Der Michel verpennt alles. Die Krawallreisenden ziehen doch von Veranstaltung zu Veranstaltung. Merkwürdigerweise waren es beim G20 Protest auch sehr viele Plünderer aus Rumänien und Bulgarien, die in HH festgenommen wurden...

Die EU zeigt ja auch gerade beim Brexit, was sie von Demokratie und demokratischen Entscheidungen hält. Abstimmen lassen, bis das gewollte Ergebnis erreicht ist, ist die Devise!

Ist Macron nicht ein Zögling / Partner der Familie Rothschild?
https://www.faz.net/aktuell/wirtscha...-14957496.html

Spannende Zeiten. Mal schauen, was in Belgien und den Niederlanden passiert und ob die Bewegung doch nach D rüberschwappt. Allerdings ist die Gesamtsituation in Frankreich anders, schaut mal auf deren Spritpreise, wenn Macron die Steuererhöhung umsetzt!!!
omtc

Ps politik, lieber schnell wieder in den Lesestatus. Spannend aber Zeitaufwändig.
__________________
Das Große ist nicht, dies oder das zu sein,
sondern man selbst zu sein.

Sören Kierkegaard

Wo Kinder sind ist ein goldenes Zeitalter.
Novalis
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Alt 11.12.2018, 12:03   #5
qbz
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Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer Beitrag anzeigen
........
Und ich finde die verschiedenen Spekulationen interessant, ob oder ob nicht sowas auch in Deutschland passieren kann/wird, bzw. warum nicht: weil es hier gerechter zugeht, oder weil die Deutschen einfach nur braver sind...
Bist Du Dir sicher, dass es in DE gerechter zugeht? Kennst Du die Sozialsysteme in FR so gut (Arbeitslosengeld, Stütze, Rente, Löhne)? Ein Freund, der mehrere Jahre in Paris in der IT arbeitete und aus dieser Arbeit jetzt auch Rentenanteile bezieht, und ein Bekannter, Lehrer, der in Paris mit Familie lebt, sehen das eher umgekehrt, vor allem nach den Reformen unter Schröder in DE (Steuern, Hartz IV, Prekariat). Der Einfluss der Gewerkschaften auf die Löhne und Sozialgesetzgebung war in FR immer erheblich. Macron will nach deren Meinung durch den Sozialabbau Frankreich an DE anpassen (z.B. Abschaffung der Vermögenssteuer durch Macron. Kennt DE nicht mehr.).

Geändert von qbz (11.12.2018 um 12:19 Uhr).
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Alt 11.12.2018, 12:18   #6
keko#
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Zitat:
Zitat von qbz Beitrag anzeigen
Bist Du Dir sicher, dass es in DE gerechter zugeht?
Der Deutsche identifiziert sich viel stärker über Arbeit. Hat er Arbeit, ist er erst mal zufrieden, auch wenn er im Niedriglohnsektor arbeitet. Zudem ist er obrigkeitshöriger und medial stärker beeinflußt.
Marcon verfolgt ganz klar die neoliberale Agenda. So deutlich und dreist, dass man ahnt, für wie dumm man als Bürger gehalten wird.
Le Pen muss nur abwarten und die Füsse still halten, so wie die AfD hier.
Interessante Zeiten....
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Alt 11.12.2018, 12:25   #7
Bleierpel
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Zitat:
Zitat von keko# Beitrag anzeigen
... Der deutsche Michel schläft noch, längstens bis zur nächsten Wirtschaftskrise.
Der deutsche Michel geht nicht auf die Strasse!! Zu fein, zu bequem, zu doof, zu lemmingös...

Das letzte Mal, das Deutschland auf der Strasse war muß Anfang / Mitte der 80 er gewesen sein, als die Gewerkschaften Streiks organisiert hatten (mir ist entfallen, worum es da noch mal ging...)
__________________
früher: sex and drugs and rock `n roll.
heute: betablocker, insulin und kamillentee
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Alt 11.12.2018, 12:26   #8
Schwarzfahrer
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Zitat:
Zitat von qbz Beitrag anzeigen
Bist Du Dir sicher, dass es in DE gerechter zugeht?
Nein, kann ich gar nicht beurteilen, und habe das auch nicht andeuten wollen. Ich finde einfach die verschiedenen Argumente spannend. Ansonsten halte ich von der allgemeinen Formulierung "es geht gerechter zu" wenig, da Gerechtigkeit einerseits nicht objektiv quantifizierbar ist, andererseits es sehr viele Aspekte hat, die mal hier, mal dort positiver ausfallen können. Kann gut sein, daß die Rente oder die Kinderbetreuung in F "gerechter" ist, und der Umgang mit Behinderten oder die Besteuerung von Familien in D (oder anders herum). Je nach persönlicher Interessenschwerpunkt wird jeder den Vergleich der beiden Länder anders beurteilen.

Was für so einen Ausbruch entscheidend sein dürfte, ist nicht der Vergleich mit dem Nachbarn, sondern die gefühlte relative Veränderung für einen großen Teil der Menschen. Und welche Änderungen zu schmerzhaft sind, und welche hingenommen werden, dürfte von Land zu Land unterschiedlich sein. Die jeweils führenden Politiker sollten das vor Ort einschätzen können, um solche Eskalationen zu vermeiden - dazu gehört aber weniger Abgehobenheit, als viele aktuellen Politiker es kultivieren.
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