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Alt 03.06.2022, 16:13   #9
HerrMan
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Registriert seit: 01.01.2021
Ort: Friedenau
Beiträge: 678
Der russische Machtapparat basiert auf Gewalt & Patriotismus.

Der Chinesische auf Gewalt & Wohlstand für den neuen Mittelstand. Für letzteres brauchen sie die EU und die USA noch einige Jahre. Da bin ich ganz unbesorgt.

Das die Brücken teilweise abgebaut oder zumindest schmaler werden ist nach den Erfahrungen der letzten Monate eh klar. Das wird schrittweise von beiden Seiten umgesetzt. Wenn es für uns gut läuft ist Russland in 10 Jahren ein unbedeutender Rohstofflieferant. Dem gegenüber profitieren die Chinesen und EU / USA weiterhin voneinander bei deutlich gesteigerter Autonomie, sprich reduziertem Handel.

Das Klima freut sich und der Anteil derer auf der Welt, die in absoluter Armut leben wird wieder den hohen Stand von vor 20 Jahren erreichen.
HerrMan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2022, 16:29   #10
keko#
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Benutzerbild von keko#
 
Registriert seit: 06.11.2015
Beiträge: 15.006
Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
...
Ein Teilaspekt warum die USA zusammen mit der EU sehr schnell ein Hochtechnologie-Embargo gegen die russische Militärindustrie verhängt hat (das war schon im ersten Sanktionspaket enthalten) und warum die USA mit derartig unfassbar hohen Summen die Ukraine im Kampf gegen Russland unterstützen ist höchstwahrscheinlich auch die Konkurrenz zwischen den USA und China.
Das ist reine Geopolitik. Das sollte man eigentlich langsam sehen. Die entscheidenden Amerikaner sind keine Revolverhelden oder alternde Präsidenten, sondern intelligente, hochausgebildete Strategen. Nichts passiert in der großen Politik zufällig.
Geopolitik wird nicht mal verheimlicht. Es gibt genug Material im Internet, wo Amerikaner das darlegen.
keko# ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2022, 16:37   #11
qbz
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Benutzerbild von qbz
 
Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 8.257
Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
......
China ist aufgrund seiner unfassbaren Größe und wirtschaftlichen Potenz um vieles wichtiger für Europa und Asien und gleichzeitig begeht der Westen seit Jahrzehnten ähnliche Fehler im Umgang mit China indem man komplett übertrieben optimistisch auf ein "Wandel-durch-Handel-Narrativ" setzt und hofft, dass sich die chinesische Gesellschaft quasi automatisch irgendwann öffnet und westliche Vorstellungen von Menschenrechtsfragen übernimmt, solange man nur genügend engen Handel mit China treibt und maximal offen in der Grundlagen und universitären Forschung zusammenarbeitet.

Im Umgang mit Russland ist diese Strategie krachend gescheitert und die Abhängigkeiten von Russland die sich über Jahrzehnte aufgebaut haben sind dem Westen (v.a. auch Deutschland) auf die Füße gefallen.
....
Fakt ist, dass in der Zeit, wo der Westen eine aktive Entspannungspolitik gemacht hat, Russland und die EU davon profitierten. Spätestens seit der Krimkrise hat der Westen mit wirtschaftlichen Sanktionen, Aufrüstung und kaltem Krieg reagiert und selber die Eskalationsspirale weiter gedreht, ohne Entspannungspolitik, mit dem Ergebnis, wo wir heute stehen. Ich persönlich ziehe die friedlichen Zeiten der Entspannungspolitik den heutigen bei weitem vor. Die früheren wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland, die jetzt der Westen (!) nicht nur gekündigt hat, sondern um Sanktionen erweitert bis hin zur Beschlagnahmung von fremden Staatseigentum und Privatvermögen aufgekündigt hat, haben beiden Seiten genutzt und zu einem friedlichen Zusammenleben beigetragen und bestimmt nicht zum jetzigen Ukraine-Krieg geführt. Ich finde es mehr als absurd, zu behaupten, die Entspannungspolitik wäre schuld am Ukrainekrieg. Das tun, ehrlich gesagt, nur PolitikerInnen, welche heute im Bundestag 100 Milliarden für Hochrüstung beschliessen, statt für Bildung, Infrastruktur und Anpassung der Hartz IV Bezüge.

Es verhält sich genau umgekehrt: eine Entspannungspolitik sichert den Frieden, der kalte Krieg führt zum heissen. Die sog. Entspannungspolitik, welche der Bundeskanzler Willy Brandt einleitete und die von Schmidt und Kohl fortgesetzt worden ist, hat, nur zur Erinnerung, zur Wiedervereinigung beigetragen und zur Eingliederung der ehemaligen Ostblockländer und der baltischen Staaten in die EU. Es sträuben sich mir alle Haare, wie heute einige aus der verantwortlichen "grünen" Politikergeneration solche weitreichenden historischen Erfahrungen einfach mit ein paar Phrasen revidieren wollen. (und jetzt auch mit China einen kalten Krieg beginnen.)

Ausserdem sollte man sich vielleicht bessser auch mit dem Bedrohungspotential der USA und NATO-Staaten befassen und dessen Hochrüstung. Schliesslich sind der Irakkrieg, der Libyien-, Jugoslawien- und Afghanistankrieg noch nicht soo lange her, als dass man jetzt begründet China als "Gegner" und neue militärische Bedrohung von DE und der EU bestimmen kann.

Geändert von qbz (03.06.2022 um 21:09 Uhr).
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2022, 19:02   #12
Koschier_Marco
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Registriert seit: 15.06.2011
Beiträge: 1.534
Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
Gleichzeitig könnten chinesische Entscheidungsträger angesichts des schleppenden Kriegsverlaufs in der Ukraine langsam ins Grübeln kommen, ob russische Waffensysteme (die bislang stets als weltweit mit führend galten) und auch russische Militärausbildung (hier gibt es auch seit vielen Jahren enge Kooperationen zwischen Russland und China) wirklich so das Gelbe vom Ei sind, oder ob China nicht eventuell hier auf das falsche Pferd gesetzt hat.
Bei den Soldaten schwer einzuschätzen, die Offiziere dort führen sicher Krieg wie die rote Armee im WK II. Augenscheinlich war 1979 das Fiasko des Chinesisch Vietnamesischen Krieges, wo Sie im wesentlichen alles gelich falsch gemacht haben wir die Russen im Februar. Völlig falsches Lagebild, Gegner unterschätzt, inkompetente Führung. Das wurde dann halt mit Menschenmassen ausgeglichen. Das ist 40 Jahre her, da gabs sicher eine Entwicklung zu mehr Professionalismuss.

Was das Gerät betrifft, stimme ich Dir nicht zu. Das Problem ist nicht die Qualität der Waffen, sondern die Stümper die sie bedienen und deren schlechte Ausbildung und nichtvorhandene Einsatzdoktrien und völlig falsche Einsatzgliederungen Da können die Waffen nichts dafür.
Koschier_Marco ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.06.2022, 07:21   #13
Trimichi
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Registriert seit: 10.06.2009
Beiträge: 6.354
Zitat:
Zitat von HerrMan Beitrag anzeigen
Der russische Machtapparat basiert auf Gewalt & Patriotismus.

Der Chinesische auf Gewalt & Wohlstand für den neuen Mittelstand. Für letzteres brauchen sie die EU und die USA noch einige Jahre. Da bin ich ganz unbesorgt.

Das die Brücken teilweise abgebaut oder zumindest schmaler werden ist nach den Erfahrungen der letzten Monate eh klar. Das wird schrittweise von beiden Seiten umgesetzt. Wenn es für uns gut läuft ist Russland in 10 Jahren ein unbedeutender Rohstofflieferant. Dem gegenüber profitieren die Chinesen und EU / USA weiterhin voneinander bei deutlich gesteigerter Autonomie, sprich reduziertem Handel.

Das Klima freut sich und der Anteil derer auf der Welt, die in absoluter Armut leben wird wieder den hohen Stand von vor 20 Jahren erreichen.
Ohne dir zu nahe treten zu wollen möchte ich dir mitteilen, dass mich deine gehaltvollen Beiträge sehr freuen. Ich danke dir für deine Einschätzungen.

Meinem Verständnis entzieht sich etwas dein letzter Absatz. Insofern, dass wir Klimakrise, Artensterben und die Verschmutzung der Meere (Mikroplastik) nicht als drei getrennt zu betrachtende, inhaltliche Thematiken sehen dürfen oder noch schlimmer, was ich dir nicht unterstelle, gegeneinander ausspielen sollen.

In 10 Jahren hat das Corona-Virus sehr viele Menschen müde gemacht und zermürbt, und hinzu kommen Wetterextreme, und auch wenn es für Börsianer gut läuft, so müssen die Menschen doch mit enormen Inflationen rechnen. Bestes Beispiel derzeit die Türkei, die wegen Erdogan 160% Inflation zu verweisen hat. Mindestlohn sind 250,- EUR im Monat. Und mehr bekommen viele Türken nicht.

Ich bin mir also nicht so ganz sicher, wie das mit der absoluten Armut in 20 Jahren zu verstehen ist.
Trimichi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.06.2022, 07:41   #14
keko#
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Registriert seit: 06.11.2015
Beiträge: 15.006
Zitat:
Zitat von qbz Beitrag anzeigen
....

Es verhält sich genau umgekehrt: eine Entspannungspolitik sichert den Frieden, der kalte Krieg führt zum heissen. Die sog. Entspannungspolitik, welche der Bundeskanzler Willy Brandt einleitete und die von Schmidt und Kohl fortgesetzt worden ist, hat, nur zur Erinnerung, zur Wiedervereinigung beigetragen und zur Eingliederung der ehemaligen Ostblockländer und der baltischen Staaten in die EU. Es sträuben sich mir alle Haare, wie heute einige aus der verantwortlichen "grünen" Politikergeneration solche weitreichenden historischen Erfahrungen einfach mit ein paar Phrasen revidieren wollen. (und jetzt auch mit China einen kalten Krieg beginnen.)...
Ältere werden sich noch an die Hochzeit des Kalten Krieges erinnern. Das war kein Spaß. Meiner lieben Großmutter raubte es in Erinnerung an fatale Zeiten die Nächte, wenn die Amerikaner zu ihren Übungsplätzen nachts durch unser Dorf donnerten oder Militärflugzeuge im Tiefflug zu sehen und hören waren (60km Luftlinie zur DDR). Aus dieser realen Gefahren heraus handelten Schmidt und später Kohl wohlwollend.
Aus meiner Sicht ist das wahre Problem für die USA China und nicht Russland. Ich sehe die junge Generation, egal ob sie "grün" sind oder nicht, in diesem Sinne handelnd. Von daher leben wir tatsächlich und offensichtlich in einem neuen Zeitalter. Ob das im Sinne der Menschen ist - also für uns Durchschnittswürste - und ebenso wohlwollend sein wird wie das, was BK Schmidt und BK Kohl fest im Auge hatten und auch umsetzten, wird sich zeigen.
(was Schmidt und Kohl wohl zu der aktuellen Politik sagen würden?.....)

Geändert von keko# (04.06.2022 um 07:49 Uhr).
keko# ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.06.2022, 07:59   #15
HerrMan
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Beiträge: 678
Zitat:
Zitat von Trimichi Beitrag anzeigen

Ich bin mir also nicht so ganz sicher, wie das mit der absoluten Armut in 20 Jahren zu verstehen ist.

Die Globalisierungsgegner halten sich ja sich ja nicht selten für ganz besonders gute Menschen, haben aber keine Lösung gefunden für ein ganz zentrales Problem: Wie vermeiden wir den aus reduziertem Welthandel folgenden Anstieg der extremen Armut.

Die weltweite Quote der extremen Armut ist laut UN im Jahr 2020 zum ersten mal wieder gestiegen. 22 Jahre lang ist sie signifikant gesunken, was ohne Zweifel auf die in dieser Phase stark ansteigende Globalisierung und dem damit verbundenen Wohlstandgewinn zusammenhängt. Fahren wir die Globalisierung runter, freut sich das Klima aber die Armen dieser Welt werden wieder noch mehr leiden.

Friday for Future und unreflektierte Globalisierungkritik haben häufig etwas unglaublich arrogantes, kommt ja auch gerne von Kindern aus gutbürgerlichen Familien.
HerrMan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.06.2022, 08:11   #16
qbz
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Benutzerbild von qbz
 
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Beiträge: 8.257
Zitat:
Zitat von keko# Beitrag anzeigen
Ältere werden sich noch an die Hochzeit des Kalten Krieges erinnern. Das war kein Spaß. Meiner lieben Großmutter raubte es in Erinnerung an fatale Zeiten die Nächte, wenn die Amerikaner zu ihren Übungsplätzen nachts durch unser Dorf donnerten oder Militärflugzeuge im Tiefflug zu sehen und hören waren (60km Luftlinie zur DDR). Aus dieser realen Gefahren heraus handelten Schmidt und später Kohl wohlwollend.
Aus meiner Sicht ist das wahre Problem für die USA China und nicht Russland. Ich sehe die junge Generation, egal ob sie "grün" sind oder nicht, in diesem Sinne handelnd. Von daher leben wir tatsächlich und offensichtlich in einem neuen Zeitalter. Ob das im Sinne der Menschen ist - also für uns Durchschnittswürste - und ebenso wohlwollend sein wird wie das, was BK Schmidt und BK Kohl fest im Auge hatten und auch umsetzten, wird sich zeigen.
(was Schmidt und Kohl wohl zu der aktuellen Politik sagen würden?.....)
Es gäbe den Ukrainekrieg nicht. Sogar der konservative Kissinger (ehemaliger Republikaner) hat in Davos bekanntlich einen Kompromiss (Deal) mit Russland vorgeschlagen, um den Krieg zu beenden.
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
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