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Alt 24.11.2020, 14:24   #153
Siebenschwein
Szenekenner
 
Registriert seit: 24.06.2019
Ort: Zürič
Beiträge: 350
Zitat:
Zitat von craven Beitrag anzeigen
Noch ein Nachtrag:

Ich hatte derletzten einen Artikel gelesen, in dem eine Brennstoffzelle mit einem anderen Energieträger als Wasserstoff eingesetzt wurde.
Den Artikel finde ich grade leider nicht, jedoch bringt Google als Treffer die Methanol-Brennstoffzelle. Falls sich jemand damit auskennt: immer her mit den Infos & Kritiken
Ist relativ simpel: der Umweg über Methanol ist gegenüber Reinwasserstoff energetisch noch schlechter, sprich noch weniger der erneuerbaren Elektrizität kommt am Ende am Rad des Autos an.
Hinsichtlich DMFC (Direkt-Methanol-Fuel-Cell) - das war mal ein kurzer Hype Ende der Neunziger. Das Problem damals war, dass sich der Elektrokatalysator aus der Anodenseite (MeOH) durch CO bzw. Formaldehyd selbst vergiftet hat. Inwieweit das Problem mittlerweile gelöst wurde, kann ich nicht sagen.
Die Kinetik bzw. Leistung pro Memranfläche war deutlich schlechter als bei H2. Da das nur mit wässriger Merhanollösung funktioniert, gabs da auch noch ein paar Regelprobleme, da die immer „nachdosieren“ mussten. Aber sowas ist sicher das kleinste Problem.
Generell kannst Du natürlich alles in einer Hochtemperaturbrenndtoffzelle verheizen. Aber für Fahrzeuge willst Du nicht warten, bis die auf 900 Grad aufgeheizt ist...
Aber da energetisch relativ sinnlos, würde ich auf grossflächigen Einsatz von DMFC keinGeld verwetten.
__________________
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Alt 25.11.2020, 16:30   #154
DocTom
Szenekenner
 
Benutzerbild von DocTom
 
Registriert seit: 19.12.2016
Ort: HH, oder fast...
Beiträge: 5.939
https://phys.org/news/2020-11-hydrog...ve-future.html

Wasserstoff produzierende Algenreaktoren...
__________________
Das Große ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein.
Sören Kierkegaard

#takeapieceofplasticofthebeacheveryday #runforoceans
DocTom ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.11.2020, 16:56   #155
Siebenschwein
Szenekenner
 
Registriert seit: 24.06.2019
Ort: Zürič
Beiträge: 350
Zitat:
Zitat von DocTom Beitrag anzeigen
https://phys.org/news/2020-11-hydrog...ve-future.html

Wasserstoff produzierende Algenreaktoren...
Interessante Grundlagenforschung.
Ohne auf die Raum-Zeit-Ausbeuten zu schauen fällt mir zuerst mal das Problem auf, wie man das Produkt H2 vom Feedstrom (Luft) abtrennt.
Solange das nicht örtlich oder zeitlich getrennt werden kann, ist das erstmal ein ernsthaftes Problem.
Aber Algen sind generell ein interessantes Konzept für EnergyCrops. Vielleicht nicht offensichtlich für H2, aber solange es klimaneutral ist, kann ich auch Biomasse verheizen.
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Alt 25.11.2020, 22:38   #156
glaurung
Szenekenner
 
Registriert seit: 16.01.2008
Beiträge: 9.588
Na, da sieh mal Einer an. Die Diskussion wird langsam sachlicher und objektiver.

Zum Transport von H2: Es gibt weltweit jede Menge erfolgreiche Projekte, grün erzeugten Wasserstoff in die bestehenden Gasleitungen einzuspeisen. England ist da z.B. massiv dabei. Überhaupt gibt es in England jede Menge erfolgreicher Firmen, die ihr Geld rund um das Thema Wasserstoff verdienen und massive Auftragseingänge für die nächsten Jahre verzeichnen.

Wasserstoffautos in Kalifornien: Klar, dass da noch nix vorangeht. Den potthässlichen Mirai der ersten Generation will keine Sau haben. Kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Das dürfte sich mit der zweiten Generation wahrscheinlich recht schnell ändern.

Wasserstoff in Flugzeugen gibt es schon länger. Die fliegen auch ohne Probleme. Nur in großen Langstreckenflugzeugen wird das nicht sooo schnell sinnvoll möglich sein und ist auch gar nicht notwendig.....obwohl Airbus es ja bis 2035 schaffen will. Die bessere und vor allem schon jetzt verfügbare Alternative sind SAFs (sustainable aviation fuels). Produziert unter anderem von Neste, Butamax, Quantafuel (Treibstoff aus Plastikabfällen), Velocys (Treibstoff aus Hausmüll), Gevo (Treibstoff aus Mais)....usw. usf...
Den Namen Gevo sollte man sich schon mal im Hinterstübchen ablegen....man wird in den nächsten Jahren sehr viel von dieser Firma hören. Würde mich extrem wundern, wenn dem nicht so wäre....
Gevo produziert aus Mais über einen Prozess, der von der Nobelpreisträgerin für Chemie in 2018, Frances H. Arnold, mitentwickelt wurde, Isobutanol. Das Zeugs hat den Vorteil, dass man es einfach in Flugzeuge kippen kann, ohne was am Antrieb zu ändern. D.h. es ist nicht notwendig, die Flotten auszutauschen, was bei Flugzeugen unter Nachhaltigkeitsaspekten durchaus Sinn macht. Da werden wir uns einig sein ;-) Isobutanol wird aus der Zuckerkomponente von Mais gewonnen. Aus der Proteinkomponente fällt nebenbei pro Gallone Treibstoff jede Menge hochwertiges Proteinfutter für Tiere an. Ein weiteres Abfallprodukt des Prozesses ist Isoamylen, über dessen weitere industrielle Verwendung man kürzlich eine Kooperation mit Total eingegangen ist. Gevo hat im August auch einen Auftrag von Trafigura über die Lieferung von Treibstoff im Wert von 1,5 Milliarden USD erhalten. Demzufolge ist man aktuell dabei, mit Hilfe der Citigroup Geldgeber und Investoren zu finden, um 3 Produktionsanlagen im Wert von 700 Milllionen USD zu finanzieren. Diese benötigt man, um der Nachfrage Herr zu werden. Die Nachfrage nach Isobutanol ist gigantisch und wird in Anbetracht der Tatsache, dass unter anderem in USA ein Gesetz erlassen werden soll, dass die Flugbranche bis 2050 CO2-neutral sein soll, weiterhin stark steigen. Zero CO2 in der Luftfahrt wird erstmal nur mit SAFs möglich sein. Keine andere Chance. Und wenn die Flieger erstmal wieder in die Luft gehen nach Corona, wird die Nachfrage nach Isobutanol noch viel rapider steigen. D.h. da ist sehr viel im Gange. Charmant finde ich an dem Gevo Prozess, dass quasi jeder Furz aus dem Verfahren verwertet wird. Zudem ist jeglicher Kohlenstoff, den man durch die Verbrennung des Isobutanols im Triebwerk verheizt, vorher vom Mais der Atmosphäre entzogen worden. Ein perfekter Kreislauf.
Sorry fürs Abschweifen. Aber ich verfasse am liebsten offtopic Beiträge

PS: Joe Bidens angekündigtes 1,7 Billionen Klimapaket wird dem ganzen "Renewables" Sektor massiv auf die Sprünge helfen. Die Börse feiert schon ;-)

Geändert von glaurung (25.11.2020 um 22:43 Uhr).
glaurung ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.11.2020, 23:10   #157
Siebenschwein
Szenekenner
 
Registriert seit: 24.06.2019
Ort: Zürič
Beiträge: 350
Ja, Du kannst H2 problemlos ins Erdgas verschneiden. Aber nur bis zu einem bestimmten, relativ geringen Prozentsatz. Bin ich gerade zu faul , nachzuschlagen.
Das Problem ist, dass Erdgas genormt ist hinsichtlich Heizwert, Dichte etc. Du musst ja garantieren können, dass jeder Brenner noch mit dem Standard-Düsensatz funktioniert. Und da kannste nur in gewissen Grenzen Wasserstoff zumischen.
Diffusionsverluste sind sicher auch höher mit H2, spielen bei geringer Beimischung aber keine Rolle.
Du könntest natürlich den Erdgasstandard anpassen, so dass immer z.B. ca 10% drin sind. Dann musst Du aber alle Endgeräte umstellen mit neuen Düsen... das wird teuer. Aber machbar ist es.
Ich denke, die grosse Nachfrage wird mittelfristig eher von der Industrie kommen, um Kohle als Reduktionsmittel zu ersetzen. Der Bedarf wird so hoch sein, dass da kein Angebotsüberschuss bestehen wird.
Zum Kerosin: da gebe ich Dir 100%Recht- Biofuels sind dort sicher die naheliegende Zwischenlösung. Eventuell könnte man noch mit Kryo-H2 fliegen, da dort die Speicherdichte etwas höher ist. Aber biobasierten iBuOH ist sicher nicht schlecht-selbst wenn die C- Effizienz nur 90% beträgt ist die potentielle Emissionsminderung massiv.
Man muss halt dauerhaft sanften Druck auf die Industrie ausüben und vor allem Planungssicherheit bieten- und nicht nach jedem Regierungswechsel die Ziele und Zeitschiene in Frage stellen. Dann wird das auch.
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Siebenschwein ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.11.2020, 09:07   #158
craven
Szenekenner
 
Registriert seit: 03.01.2011
Ort: BaWü
Beiträge: 483
Zitat:
Zitat von Siebenschwein Beitrag anzeigen
Ist relativ simpel: der Umweg über Methanol ist gegenüber Reinwasserstoff energetisch noch schlechter, sprich noch weniger der erneuerbaren Elektrizität kommt am Ende am Rad des Autos an.
Jup, das ist mir klar - interessanter ist doch, dass Methanol nicht über H2 gewonnen werden MUSS, sondern andersweitig hergestellt werden kann.
Und ein Hauptproblem beim Wasserstoff war ja zum einen der recht energieaufwendige Prozess von Herstellung bis Speicherung und auf der anderen Seite der Tankprozess. Das fällt bei Methanol mal direkt weg. Ebenso bei der Verwendung von Ethanol
craven ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.11.2020, 09:09   #159
craven
Szenekenner
 
Registriert seit: 03.01.2011
Ort: BaWü
Beiträge: 483
Zitat:
Zitat von glaurung Beitrag anzeigen
[...]
Danke, liest sich interessant
Dummerweise habe ich von der Börse leider ziemlich genau 0,0 Ahnung
craven ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.11.2020, 09:30   #160
Siebenschwein
Szenekenner
 
Registriert seit: 24.06.2019
Ort: Zürič
Beiträge: 350
Zitat:
Zitat von craven Beitrag anzeigen
Jup, das ist mir klar - interessanter ist doch, dass Methanol nicht über H2 gewonnen werden MUSS, sondern andersweitig hergestellt werden kann.
Und ein Hauptproblem beim Wasserstoff war ja zum einen der recht energieaufwendige Prozess von Herstellung bis Speicherung und auf der anderen Seite der Tankprozess. Das fällt bei Methanol mal direkt weg. Ebenso bei der Verwendung von Ethanol
Hmm... die direkte Herstellung von Methanol ohne Wasserstoff wäre mir neu. Das geht eigentlich immer über Wasserstoff / Syngas. Und damit bleiben nicht viele der Vorteile.
Ethanol ist anders- das ist nicht so ein starkes Zellgift, das macht Dir die Hefe relativ einfach aus fast jedem Zucker. Leider ist der bei den tiefen Temperaturen in der PEM-Brennstoffzelle nicht reaktiv.
Schlussendlich willst Du ja die elektrische erneuerbare Primärenergie von Wind/Sonne/Wasser irgendwie stofflich speichern. Und da bietet sich Wasserelektrolyse nun mal an. Aber Du kannst auch jeden anderen elektrochemischen Prozess fahren- am Ende ist ein Batteriespeicher auch nur Elektrochemie.
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