Kann, soll oder darf die künstliche Intelligenz das menschliche Denken substituieren? - Seite 82 - triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum
Ich hoffe ja persönlich, dass KI vor allem im Alltag von Krankenhaus und Praxis Entlastungen schafft im Bezug auf die Dokumentationen. Fürchte aber das gegenteil. Wobei da ja die Zunahme in den letzten Jahren vor allem aus Abrechnungsstreitigkeiten resultierte. Insofern wird es wohl ein KI-Wettrüsten geben zwischen medizinischem Dienst der Krankenkassen und den Kliniken. Wenn man überlegt, wieviele Menschen da mittlerweile auf beiden Seiten in der Schlacht beschäftigt werden und es hauptsächlich um das durchforsten von Akten und überprüfen von Dokumentationsvereinbarungen geht, ist das sicher ein leichtes Feld für KI und deutlich günstiger als so viele Menschen zu beschäftigen. Da reicht vermutlich dann einer auf fünf oder 10. Bzw. wird das sicher demnächst alles erstmal vor der Abrechnung durch KIs gecheckt und man bekommt endlose warnlisten. Also besser wird es nicht werden.
Es kann aber auch helfen, stell dir vor, Patient fängt bei seinen ersten symptomen an mit der kin zu sprechen, fragt Medikamente ab und gibt an was er wann nimmt, wenn er zum Arzt geht sagt er der ki: mach mir einen detaillierten Plan mit Zeitangaben für meinen Arzt.
Selbiges im Pflegealltag wenn Patienten mit helfen könnten zur Dokumentation beizutragen.
Kehrseite natürlich, diese Daten sind hoch sensible Daten.
Ich bin prinzipiell offen für KI-Unterstützung. Das einfachste wäre ja ( Pilotprojekte laufen hier bereits), das eine KI im Gespräch „mithört“ und einem danach einen Dokumentationsvorschlag macht. Den kann ich dann absegnen oder auch kritisieren und ergänzen. Das wäre aus meiner Sicht eine große Hilfe und Unterstützung.
Natürlich kann es auch eine große Hilfe sein, wenn die KI Vorschläge für Diagnosen, Medikamente ect. macht.
Eine typische Schwierigkeit, die sich schon in den letzten Jahren bemerkbar macht, ist die Interpretation und Einordnung multipler Daten zu einer Entscheidung. Und das ist meist die Realität. D.h. ich wähle beispielsweise in meinen Behandlungsentscheidungen nicht selten zwischen mehreren, durchaus ernsthaften möglichen Komplikationen aus. Ich entscheide mich letztlich nach Abwägung zwischen Pest und Cholera bewusst für die Pest, im besten Fall gemeinsam mit dem Patienten.
Der Patient geht dann in die nächste Apotheke und bekommt dort seine Medikamente nicht, weil viele Warnlampen aufleichten oder ist massiv verunsichert. Das ist leider keine Ausnahme sondern mittlerweile eher eine Regel.
Also diese ganzen Interaktionsdatenbanken beispielsweise sind ziemlich gute Beispiele, das es nicht so einfach ist.
Entscheidungsfindung ist manchmal auch efht schwer begründbar, weil es keine wirklich gute Entscheidung gibt. Dann ist es vor allem wichtig, eine Entscheidung zu treffen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Es gibt die Menschen, die das nicht gut können, weil sie nur erwägen und da nicht rauskommen. Das ist dann für mich fast KI modus.
Japp, das deckt sich 100 % mit einem Einsatz in anderen Berufen sie ich so mitbekomme, ob Software Entwicklung, Fehler in Software finden oder ein befreundeter Architekt, die KI spuckt halt erstmal was aus, was gut klingt, der Experte ist immer noch gefragt mit Expertise. Blind vertrauen nennen wir vibe coding. Kann gut gehen, aber auch nicht. Wenns ins Medizinische geht wirds gleich unlustig. Es gab ja auch schon Fälle von Anwälten, die volle KI Begründungen bei Gericht eingereicht haben, das taugt halt als Ausrede auch nicht, am Ende ist der Arzt, Ingenieur, Anwalt, Dachdecker oder Apotheker noch haftbar für seine Handlungen, wo auch immer er seine Infos her bekommt.