Die Liste der Atombefürworter ist deutlich länger geworden.
Es gab schon immer zu viele Idioten.
Wer auf heutzutage noch darauf setzt ist zwangsläufig einer.
Es gibt kein Endlager.
Es gibt keine Sicherheit, dass uns so ein Teil nicht um die Ohren fliegt.
Wenn ein Flügel von einem Windrad abbricht, müssen vielleicht 2 Feldhasen oder ein paar Mäuse und Regenwürmer dran glauben, das scheint mit sympathischer.
Du kannst die Hitachi-Jungs sicher fragen, ob sie eine Seinsitivitätsanalyse zum Thema WACC-Faktoren gemacht haben. Natürlich sind solche Annahmen immer mögliche Einflussnahmepunkte der Studienauftraggeber. Aber Ohne Not hier zu unterstellen, dass das alles Mist ist, geht mir klar zu weit.
WACC-Faktoren sind natürlich Mist. Realistisch wären für Offshore eher 7–9 %.
Netze, Speicher und Backup müssten mit 8–10 % gerechnet werden.
Hier werden dagegen pauschal 4–5 % unterstellt. Das siehst Du in der freien Wirtschaft nicht. Das weisst Du selbst doch ganz genau. Über diesen Zeitraum würde sogar die "Einsparung" im Vergleich zum Nichtstun nicht so rosig aussehen. Wenn das ein Pitchdeck wäre, würde ich es sofort zerreißen.
Die Differenz von 8 GW wurde aus anderen Ländern importiert, mit den größten Brocken aus Spanien, Deutschland und Italien.
Speziell in Berlin war der Verbrauch die letzten vier, fünf Tage ja eh extrem niedrig...
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Erinnerst du dich an die Zeit vorm Internet, als wir dachten, die Ursache für Dummheit wäre der fehlende Zugang zu Informationen? DAS war es jedenfalls nicht!
Wenn ein KKW hops geht, dann brauchen wir nur nach Tschernobyl zu schauen.
Man hat es nicht im Griff.
Nein, man hat es bei keiner Energiequelle im Griff. Ich war lange Zeit auch der Ansicht, Kernkraft ist ein zu hohes Risiko, das sich nicht lohnt. Geändert habe ich meine Meinung einerseits durch die Forderung nach CO2-freier Energieerzeugung, andererseits durch einen Kollegen, der mich auf die tatsächlichen Opferzahlen je TWH erzeugter Energie je nach Energieträger hingewiesen hat . Daß Kohle und Erdöl weit führen, ist nicht überraschend, aber daß Kernkraft immer noch weniger Opfer je TWh als Wind und Sonne fordert, ist schon bemerkenswert. (Luftverschmutzung und Unfälle, wobei letztere einen geringen Anteil ausmachen, aber auch dort bei Kohle im Größenordnungen über Kernkraft liegen, was noch nie jemanden zu stören schien.)
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
Wohlgemerkt: Wir brauchen nicht 1 Atomkraftwerk, sondern ein bis zwei Dutzend, wenn sie eine Rolle spielen sollen. Das ist nicht realistisch und die Debatte überflüssig.
Immerhin hatten wir mal 37 Kernreaktoren in insgesamt 20 Standorten, die zusammen (glaube ich) fast 30 % unserer Stromversorgung ausmachten. Ein Großteil könnte es noch geben ohne die sinnfreie Fukushima-Panik.
Damit ist es schon mal offenbar technisch realistisch. Daß es im heutigen Deutschland aus anderen Gründen (politischer Wille, Unsicherheit, Unfähigkeit zu Großprojekten, Überbürokratisierung) nicht realistisch ist, stimmt allerdings auch, macht es aber nicht unrealistisch, daß es andere hinbekommen.
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
Ergänze einen Grund: die Bewohner dieses Landes wollen es nicht, weder eine Reaktivierung eines Nuklearblocks irgendwo, noch neue Standorte. Es ist schlicht nicht mehr mehrheitsfähig oder durchsetzbar.
m.
Ist schon klar, ich lege die alte Platte auf, in westlichen Demokratie gingen in den letzten Jahren (müsste man mal schauen: Jahrzehnten?) irgendwie nur eine Handvoll neue Reaktoren ans Netz, das ist NIMBY, aber das hat Gründe.