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Alt 09.01.2026, 02:17   #121
qbz
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Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 12.737
Zitat:
Zitat von Antracis Beitrag anzeigen
Nee, ich bewerte lediglich, was ich für realistisch machbar halte. .....
Aus einem Interview mit einem Fachspezialisten, Kai Strunz (leitet an der Technischen Universität Berlin das Fachgebiet Energieversorgungsnetze und Integration erneuerbarer Energien):

Zitat:
taz: Ist Berlins Stromnetz also nicht widerstandsfähig genug?

Strunz: Wenn man den Ausfall in Berlin analysiert, muss man selbstkritisch sagen: Ja, es war nicht widerstandsfähig genug. Das bedeutet aber nicht, dass das Berliner Stromnetz insgesamt von keiner guten Qualität wäre. In Kennzahlen zur Zuverlässigkeit hat das Berliner Stromnetz jahrelang auch im weltweiten Vergleich Spitzenwerte aufgewiesen. Aber es gibt eben auch einige weniger geschützte Anlagen, durch die das Stromnetz leider auch zu einem einfachen Anschlagsziel wurde. Da gibt es eine deutliche Parallele zum Anschlag vom vergangenen September, bei dem auch eine vergleichsweise schwach geschützte und zugleich wichtige Stelle getroffen wurde.

taz: Was wären das für Maßnahmen, um künftig besser gegen Sabotageakte oder Unfälle gewappnet zu sein?

Strunz: Wir unterscheiden zwischen präventiven und reaktiven Maßnahmen. Zunächst wollen wir ja verhindern, dass es überhaupt zu einem Ausfall kommt. Also: Schutz vor Sabotageakten aller Art, inklusive Cyberangriffen, und eben die Schaffung von Redundanzen. Die reaktiven Maßnahmen greifen dann, wenn es trotzdem zu einem Ausfall kommt. In dem Fall kommt es darauf an, das Netz wieder rasch herzustellen. Hier sollten dezentrale Erzeuger und Speicher eine wichtige Rolle spielen. Ein Stichwort sind sogenannte Inselnetze, die bei einem Ausfall auch dezentral Netzspannung bereitstellen. Diese sind technologisch durchaus anspruchsvoll.
Abschliessend schreibt er: "Eine Garantie für absolute Sicherheit gibt es nicht, es gilt Ausfallwahrscheinlichkeiten zu minimieren."
https://taz.de/Anschlag-auf-Stromnet...rlin/!6142832/

Geändert von qbz (09.01.2026 um 08:08 Uhr).
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2026, 09:06   #122
Antracis
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Registriert seit: 12.07.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 2.797
Ich lese da vor allem, dass das Berliner Stromnetz bezüglich Stabilität internationale Spitzenwerte im Vergleich hat, während Du hier permanent threnodische Klagegesänge auf die Versorgungskompetenz des Staates anstimmst.

Eine mögliche technische Absicherung wird als technisch durchaus anspruchsvoll beschrieben. Insofern wäre wichtig zu wissen, wie dass konkret aussieht, speziell für das konkrete Szenario eines vom Teltowkanal abgetrennten Außenbereichs und wieviel das kostet und welche Berliner Investition man dafür streichen sollte in welchem Zeitraum. Dann kann man es aus meiner Sicht fair bewerten als Versäumnis.

Das es besser wäre, die Schwachstelle zu beseitigen oder gar nicht erst zu haben, darin sind wir uns sicher alle einig.

Geändert von Antracis (09.01.2026 um 09:12 Uhr).
Antracis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2026, 09:18   #123
sabine-g
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Registriert seit: 05.01.2015
Beiträge: 12.981
Sorry. Es ist doch gar nicht möglich, auch nicht bei größtmöglichen Anstrengungen die Netze abzusichern, Redundanz ist schon mal gar nicht möglich.
Man schaue sich nur die Überlandleitungen an.
Oder man buddelt an geeigneten Stellen ein paar Löcher und versenkt dort ein bisschen TNT.
Oder man sprengt gleich ganze Umspannwerke in die Luft oder was weiß ich.
Es geht nicht.
Leider gibt es diese Idioten und sie werden bleiben.
sabine-g ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2026, 09:37   #124
qbz
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Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 12.737
Zitat:
Zitat von Antracis Beitrag anzeigen
... Das es besser wäre, die Schwachstelle zu beseitigen oder gar nicht erst zu haben, darin sind wir uns sicher alle einig....
Den Eindruck hatte ich bisher nicht. Sollte ich mich da getäuscht haben, umso besser.

Der Bund gibt von den 500 Milliarden neuen Schulden für Infrastruktur z.B. nur 100 Milliarden an die Länder weiter (die Länder sind chronisch unterfinanziert), davon erhält Berlin 5,3 Milliarden. Selbst mit diesem Betrag liessen sich durchaus bekannte sog. Schwachstellen im Stromnetz zügig beseitigen.

(Ps. Aber Schulden-Geld für den Aufrüstungswahnsinn scheint ja auch genug da zu sein.....)

Geändert von qbz (09.01.2026 um 10:01 Uhr).
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2026, 09:44   #125
qbz
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Beiträge: 12.737
Zitat:
Zitat von sabine-g Beitrag anzeigen
Sorry. Es ist doch gar nicht möglich, auch nicht bei größtmöglichen Anstrengungen die Netze abzusichern, Redundanz ist schon mal gar nicht möglich.
Man schaue sich nur die Überlandleitungen an.
Zum Thema Redundanz ist gar nicht möglich:

taz: Dabei heißt es doch oft, das Stromnetz funktioniere nach dem Prinzip n-1: Wenn eine Komponente ausfällt, springt eine andere ein.

Strunz: Das gilt tatsächlich nur für das bundesweite und europäische Übertragungsnetz im Höchstspannungsbereich. Das ist sozusagen „vermascht“, sodass es immer eine Redundanz gibt. Im regionalen Verteilungsnetz wie jenem in Berlin gibt es hingegen nicht zwingend überall Redundanzen. Damit ist im Übertragungsnetz die Sicherheit grundsätzlich höher als im Verteilungsnetz.
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2026, 09:55   #126
Adept
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Beiträge: 3.875
Ich frage mich eher, warum man sich überhaupt über den Schutz der Infrastruktur Gedanken macht bzw. muss.

Ist die Angst grösser geworden?
Oder Sind die Anschläge häufiger? Und warum gibt es die?

Haben wir ein Problem mit dem Zusammenleben in der Gesellschaft?
Haben sich da Werte verschoben?

Du wirst nämlich nie alles so schützen können, dass man unangreifbar ist.
Adept ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2026, 10:05   #127
sabine-g
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Benutzerbild von sabine-g
 
Registriert seit: 05.01.2015
Beiträge: 12.981
Zitat:
Zitat von Adept Beitrag anzeigen
Ich frage mich eher, warum man sich überhaupt über den Schutz der Infrastruktur Gedanken macht bzw. muss.
Weil wir jetzt in Berlin (Bundeshauptstadt ) über mehrere Tage einen Stromausfall hatten, der auf einen Anschlag zurückzuführen ist?
sabine-g ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2026, 10:44   #128
qbz
Szenekenner
 
Benutzerbild von qbz
 
Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 12.737
Weitere Infos, wie die Parteien das beurteilen bei dieser Debatte: "Der Bundestag hat am Donnerstag, 6. November 2025, den Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022 / 2557 und zur Stärkung der Resilienz kritischer Anlagen“ (Kritis-Dachtgesetz, 21/2510) in erster Lesung beraten. Nach der Debatte überwiesen die Abgeordneten den Entwurf dem federführenden Innenausschuss zur weiteren Beratung."

https://www.bundestag.de/dokumente/t...nlagen-1116726
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
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