Es begegnen einem in solchen Diskussionen oft kategorische Haltungen, die Handlungen entweder als moralisch gut oder als moralisch schlecht einstufen. Dazwischen gibt es scheinbar nichts. Ich bin nicht der Meinung, dass dies so sein muss. Ich denke es gibt durchaus im moralischen Handeln Abstufungen. Ich bin deshalb der Meinung:
Wenn man überhaupt der Meinung ist, dass wir eine moralische Pflicht gegenüber bereits lebenden und/oder auch noch nicht geborenen Kindergenerationen haben, sorgsam mit unserem Planeten in jeder Hinsicht umzugehen, dann scheint es mir unstrittig, dass jegliche Verhaltensweise, die eben mehr Sorgsamkeit darstellt, moralisch höher zu bewerten ist, als eine, die das nicht tut. Insofern wäre dann Ressourcen verbrauchen für eine Website und kein Fleisch aus Massentierhaltung zu essen moralisch besser, als Ressourcen für eine Website zu verbrauchen und Fleisch aus Massentierhaltung zu essen. Noch besser wäre es, kein Fleisch aus Massentierhaltung zu essen und keine Ressourcen für den Betrieb einer Website zu verbrauchen.
Ich denke auch, dass dies der Rahmen ist, in dem jeder ganz persönlich etwas beitragen kann. Ganz egal was die Chinesen oder andere tun. Alles ist wertvoll und wir sollten jeden Beitrag respektieren - ein vergleichender Wettbewerb ist mE im persönlichen nicht förderlich. Welchen Handlungsmaximen ein Staat/eine Gesellschaft folgen soll, scheint mir eine etwas andere und komplexere Frage zu sein. Was mE aber keine Entschuldigung für fehlende bzw. schlechte Konzepte und Maßnahmen sein darf.
