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Zusammenfassung Wiesbaden:
Im Vergleich zu meinen bisherigen Wettkämpfen (ca. 100 Triathlons) war Wiesbaden in jeder Hinsicht die verbesserungswürdigste Veranstaltung.
Vorab muss ich den Helfern an der Strecke an ein großes Kompliment machen die mit viel Herzblut und Freundlichkeit dabei waren. Hervorzuheben war zweifelsohne die Bewirtung im Zielbereich. Auch das Schwimmen war angenehm (schöner See und Wellenstarts ohne viel Schlägerei).
Organisatorisch/Logistisch fand ich es hingegen einfach nur schlecht. Hier nur wahllos einige Beispiele: Beim Rad check-in wurde gesagt, dass die Schuhe entweder am Rad eingeklickt sein müssen oder man diese im Wechselzelt anzieht und dann mit den Schuhen durch den tiefen Sand hochläuft. Habe dann gefragt, ob denn da noch ein Teppich gelegt wird – Antwort: Nein, bleibt so. Weil sich wohl viele darüber beschwert haben, wurde dann kurzfristig doch noch ein Teppich gelegt.
Ein Vereinskollege hatte in der Wechselzone seinen Rucksack mit Handy/Autoschlüssel usw. vergessen und musste nochmal rein. Es gab keine Chance da wieder reinzukommen (haben dann einen anderen Starter angesprochen, der uns den Rucksack dann mitbrachte).
Und dieses Verhalten zieht sich irgendwie durch den ganzen Wettkampf. Den Leuten fehlt es häufig an Fingerspitzengefühl. Ich hatte permanent das Gefühl, die allerwenigsten haben selbst mal einen Triathlon gemacht. Stumpf die Vorgaben einhalten – kein rechts/kein links. Bei der Ausgabe der Finishershirts werden ja die Startnummer markiert. Ein Teilnehmer war wohl sehr stolz auf die Nummer und wollte, dass die Markierung auf die Rückseite kommt. Antwort – geht nicht! Natürlich – alles nur Kleinigkeiten. Es macht das alles aber sehr synthetisch und unsympathisch.
Beim Info Stand haben wir am Samstag nach der genauen Adresse des Real-Parkplatzes für den Busshuttle gefragt. Die erste Dame wusste es nicht, eine andere gab uns die Adresse Aschaffenburger Straße. Sonntag morgen war unter der Adresse weit und breit kein Real Parkplatz...Weitere, an sich eher einfache Fragen, konnte alle nicht beantwortet werden. Wozu braucht man einen Infostand wenn die eh nichts wissen?
Der logistische Aufwand insgesamt ist durch die Entfernung des See’s sehr groß. Die Anzahl der Duschen war im Ziel völlig unterdimensioniert. So eine Schlange habe ich noch nie gesehen.
Die Radstrecke war nur furchtbar. Dagegen ist die berüchtigte alte Radstrecke auf Lanza der reinste Flüsterasphalt. Gefährlich was es noch dazu (besonders bei den Abfahrten und dem Überholen.) Habe nach der x-ten gefährlichen Situation beschlossen die letzten 30 KM auszurollen.
Laufen war o.k. Helfer alle sehr nett. Radausgabe hingegen wieder Katastrophe. Roter Wechselbeutel nicht auffindbar, keiner der einem weiterhelfen konnte, lange Warteschlange. Ob ich meine Sache wiederbekommen – eher nicht (dazu hätte ich mich heute, einen Tag nach dem Wettkampf, Vor-Ort einfinden müssen). Hat den Helfern dort eigentlich mal jemand gesagt, dass sich in den roten Beuteln Helme befinden. Die sind über Meter hinweg geworfen worden (hat mir ein Zuschauer erzählt). Darf man sich nicht wundern wenn es da Risse gibt. Bei mir ist es nur ein verlorener Wechselbeutel, Frodeno hat es den Sieg gekostet.
Den Verantwortlichen für T2 sollte man…….. – lassen wir das.
Der Teilnehmerrucksack ist bei mir und einem Vereinskollegen bereits angerissen. Ausgegebes Finishershirt unbrauchbar, da völlig falsche Größe (S ist etwas knapp bei 1,90 cm und 80KG..).
Der Wettkampf kostet 235 Euro. Bei einem Premiumpreis erwarte ich auch Premiumleistung. Da ist Wiesbaden meilenweit von entfernt. Steriler Wettkampf mit Zielrichtung Gewinnmaximierung und abenteuerlicher Radstrecke. Für mich definitiv die letzte WTC Veranstaltung. Das, natürlich subjektiv, großspurige Gehabe des Europachefs Vor-Ort kommt da noch hinzu.
Gruß Holger
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