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Alt 09.06.2013, 10:01   #14
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
Benutzerbild von Klugschnacker
 
Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 25.163
Dass die Rolle des Laktats heute besser verstanden wird als vor zehn Jahren ist wahr. Laktat wurde vom vermeintlichen Abfallstoff zum Energietträger, Quasi-Hormon und Auslöser vieler wichtiger Prozesse im Körper.

Vieles ist aber noch im Dunklen und unverstanden. Man erkennt zunehmend, wie komplex das Laktat-Thema ist. Laktat beeinflusst den PH-Wert intra- und extrazellulär, was weitreichende Konsequenzen hat. Laktat verändert die osmotischen Verhältnisse innerhalb und außerhalb der Zelle, was Flüssigkeitsverschiebungen und damit Änderungen in den Konzentrationsgradienten zahlreicher Substanzen führt, die die Muskelaktivität regeln. Laktat verringert die Affinität des Hämoglobins gegenüber Sauerstoff und steigert damit dramatisch die maximale Sauerstoffaufnahme. Und und und. Ich will damit sagen, dass das Thema sehr komplex ist und niemand die zahlreichen, in sich rückgekoppelten Prozesse versteht. Letzteres erkannt zu haben ist der eigentliche Fortschritt gegenüber den achtziger Jahren.

Laktat scheint auch die Anpassungsrichtung des Körpers nach einem Trainingsreiz zu steuern oder mit zu steuern. Die Details sind wiederum sehr komplex. Diese Funktion des Laktats lässt die Aufteilung des Trainings in Belastungsbereiche weiterhin sinnvoll erscheinen, ebenso die Abfolge von BASE und BUILD. Es ist nicht so, dass die Trainingsbereiche ihre Daseinsberechtigung verlören, nur weil wir mehr über das Laktat wissen, mit dem wir diese Trainingsbereiche definiert haben. Es gibt Korrekturen an den Grenzen dieser Bereiche; wettkampfspezifisches Training erscheint heute (noch) wichtiger als früher; hochintensives Intervalltraining scheint bei der Ausprägung einer Topform nützlich zu sein. Ansonsten bleibt alles beim alten.

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Die Regel mit den zusätzlichen 10 Pulsschlägen gilt annäherungsweise nur dann, wenn beim Radfahren und Laufen der gleiche Leistungsstand vorliegt. Ein do-it-youreself Feldtest zur Bestimmung der Trainingsbereiche dauert jedoch nur 20 Minuten. Damit kann man seine Trainingsbereiche einigermaßen genau festlegen. Allerdings sollte man den Test ab und an wiederholen.

Grüße,
Arne
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