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Zitat von locker baumeln
Wenn also der Fettstoffwechsel top funktioniert und beim Marathon die Laufbelastung muskulär verkraftet wird, warum sollte dann ein Leistungseinbruch eintreten, vorausgesetzt man läuft im optimalen Pulsbereich.
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Die Fähigkeit, Fett zu verbrennen, ist eine Leistung der Muskelzelle (der Mitochondrien) und wird durch das Training der
Muskeln aufrechterhalten oder verbessert. Mit dem Puls hat das nur sehr indirekt etwas zu tun. Bei gleichem Puls, aber muskulär schlechterer Form durch das fehlende Lauftraining kann der Anteil der Fettverbrennung sehr unterschiedlich ausfallen.
Michel wird durch fehlende Lauftraining laufspezifische Kraft und Ökonomie fehlen. Das bedeutet, er muss mehr als sonst Muskelfasern rekrutieren, die kein Fett sondern Kohlenhydrate verbrennen. Demnach ist mit einem größeren Verbrauch an Kohlenhydraten zu rechnen, selbst wenn der Puls derselbe ist wie bei den bisherigen Rennen. Mit anderen Worten: Der von Dir angesprochenen optimale Pulsbereich liegt niedriger als bisher.
Zwar lassen sich, wie Du ganz richtig anmerkst, die Mitochondrien in der Beinmuskulatur durch das Radfahren auftrainieren. Beim Marathon müssen dann jedoch mit zunehmender Erschöpfung der Slowtwitch-Fasern auch solche des Fasttwitch-Typs zugeschaltet werden. Das liegt allein an der muskulären Ermüdung und am spezifischen Kraftniveau, nicht am Stoffwechsel.
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Zitat von locker baumeln
Denke das viele zu KH lastig trainieren. Der Körper lernt so keine Mangelsituation zu bewältigen, da ja sofort wieder Energie nachgetankt wird. Als Folge kann es beim WK-Marathon durch die erhöhte Durchblutung der Laufmuskulatur und der verminderten Durchblutung des Magens und der damit geringeren KH Verwertung zu einem Energiedefizit kommen.
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Da ist etwas dran, insgesamt empfiehlt es sich, mit wenig Kohlenhydraten zu trainieren, aber mit vielen zu wettkämpfen: "train low, compete high". Aber man sollte den Fettstoffwechsel IMO auch nicht überbewerten. Bei LD-Wettkampfintensität ist der KH-Stoffwechsel stärker beteiligt als der Fettstoffwechsel. Die dafür nötigen Enzyme hält der Körper nur dann bereit, wenn er in dieser Richtung gefordert wird. In der wettkampfnahen Zeit sollte es daher ein paar Einheiten mit hoher Intensität und vielen Kohlenhydraten geben.
Ich bin für mich persönlich noch nicht eindeutig dahinter gekommen, was für den Wettkampf besser ist: hungern lernen oder fressen lernen. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit in der Mitte.
Grüße,
Arne