05.04.2022, 17:28
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Szenekenner
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Falls es noch nicht jedem klar ist, was die Russen mit der Ukraine vorhaben, hier mal ein Kommentar dazu von offizieller Stelle, nämlich der russischen Staatsagentur Ria Nowosti:
"Eine »Ukraine als Instrument des Westens zur Vernichtung Russlands brauchen wir nicht mehr«, schreibt Sergejzew. Er fordert deswegen eine »Entnazifizierung« des Landes, die nicht nur die Elite, sondern den Großteil des Volkes erfassen müsse – denn die Masse der Ukrainer habe gemeinsame Sache mit der faschistischen Führung in Kiew gemacht.
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Wie soll die Entnazifizierung aussehen? Sergejzew erklärt es uns. (Dass er wie auch Putin die Begriffe »Nazismus« und »Faschismus« inzwischen völlig sinnentleert benutzen, lassen wir hier beiseite.) »Nazis mit der Waffe in der Hand« seien »maximal zu vernichten«, betont der Kolumnist. Dabei sollten zwischen nationalistischen Bataillonen und regulären Armeeeinheiten keinerlei Unterschiede gemacht werden – alle seien gleich schuld am »Völkermord gegenüber dem russischen Volk«.
Als nächstes sei eine »totale Säuberung« des gesamten Volkes durchzuführen, fährt der Autor fort, denn ein bedeutender Teil von ihm seien »passive Nazis«. Auch die gelte es zu erfassen. Sie müssten einer »Umerziehung« unterworfen werden, die nur durch ideologische Repressionen und strenge Zensur in Politik, Kultur und Bildung zu erreichen sei. Mindestens eine Generation werde diese Entnazifizierung in Anspruch nehmen, erläutert der Autor, sie sei ein langer Prozess, weil auch die »Nazifizierung der Ukraine bereits mehr als 30 Jahre« andauere – sie habe sich unter dem Tarnmantel des Strebens nach »Unabhängigkeit« versteckt.
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Der Name »Ukraine« dürfe künftig für das Nachbarland nicht weiter benutzt werden, schreibt er, jedenfalls so lange nicht, bis dieses Land nicht vollständig entnazifiziert worden sei – das heißt mindestens eine Generation lang nicht. Auch ein Status der Neutralität (wie ihn Putin ständig gefordert hat!) käme nicht mehr in Frage, stellt der Kremlpropagandist klar. Die Ukraine sei als Nationalstaat nicht denkbar, denn die Bildung eines solchen Staates führe per se zum Nazismus. Eine selbständige ukrainische Nation sei eine künstliche, antirussische Konstruktion.
Darüberhinaus fordert Sergejzew die Einrichtung eines zweiten Nürnberger Tribunals, das »Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der ehemaligen Ukraine« sühnen soll. Um ein Wiedererstehen des ukrainischen Nazismus zu verhindern, sei wahrscheinlich die ständige Stationierung russischer Truppen nötig. Sie müssten ihre »militärischen Operationen« fortführen, falls die Ukrainer erneut nach Selbständigkeit streben. Es folgt eine Reihe weiterer Forderungen: »Einrichtung von Organen zur Entnazifizierung für eine Dauer von 25 Jahren«, »Installierung eines russischen Informationsraumes«, Vernichtung aller ukrainischen Lehrbücher, die »nazistische Ideologie enthalten« (also allein schon Darstellungen der ukrainischen Geschichte) und Errichtung von Denkmälern für Kämpfer gegen den ukrainischen Nazismus. Die Ukraine wäre danach bestenfalls noch ein russisches Protektorat."
Aber sich sofort ergeben ist natürlich eine super Option, die viele Menschenleben rettet. Sorry, aber das ist angesichts oben von offizieller Stelle Geschriebenem Zynismus pur.
https://www.spiegel.de/ausland/putin...5-bd97cf523524
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