Danke Jörn!
Man muss Deinen Argumenten nicht folgen, aber immerhin sind es Argumente. Das bereichert in jedem Fall die Debatte.
Der Frage, ob sich Moral durch Götter, Teufel oder allgemein über eine transzendente Macht rechtfertigen lässt, möchte ich noch folgenden kurzen Gedanken beisteuern, der in eine ähnliche Richtung geht.
Niemand hat je mit Göttern, Teufeln oder Engeln gesprochen, keinem haben sie sich direkt mitgeteilt. Transzendenz ist deshalb stets behauptete Transzendenz, nicht erfahrene Transzendenz. Sie hängt von dem ab, der sie behauptet.
Der letzte Satz ist der entscheidende. Bei der Legitimierung von Moral über transzendente Wesen unterwirft man sich nicht dem transzendenten Wesen (Gott) selbst, sondern den Menschen, die diesen Gott erfunden haben. Es handelt sich nicht um Autoritäten, die den menschlichen Horizont übersteigen.
Aus diesem Grunde können sich Attentäter ebenso auf Gott berufen wie eine friedliche Nonne. Weil Gott eben genau das nicht ist: Eine vom Menschen unabhängige, ihn übersteigende und transzendierende Autorität.
