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Alt 18.12.2017, 18:20   #9793
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
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Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 24.940
Zitat:
Zitat von keko# Beitrag anzeigen
Also ich wollte wirklich nur wissen, ob du die Entscheidung einer intelligenteren Instanz akzeptieren würdest, die rein auf Wahrheit basiert, da du ja scheinbar sehr auf Wahrheit fixiert bist (ist ja auch legitim).
Ich bin nicht rein auf Wahrheit fixiert, das ist zu verkürzt. Ich habe verschiedene Wahrheitsbegriffe, je nach dem, um was es gerade geht. Schaue ich mir beispielsweise "Romeo & Julia" an, dann spielt es keine Rolle, ob die beiden tatsächlich im physikalischen Sinne existiert haben. Es genügt, wenn beide im literarischen Sinn existieren.

Auch bei einer religiösen Geschichte muss man sich klar darüber sein, unter welchem Wahrheitsbegriff man sie betrachten will. Sind Adam, Eva und die Schlange literarische Figuren, oder geht es um die Behauptung, die drei hätten tatsächlich existiert? Darauf kommt es an.

Wissen wir irgend etwas über real existierende Götter? Haben die Begegnungen mit ihnen, etwa durch brennende Büsche, Sintfluten oder Wiederauferstehungen tatsächlich stattgefunden, oder sind es rein literarische Vorstellungen?

Das Christentum beansprucht hier faktische Wahrheit für sich. Nur aus diesem Grunde messe ich seine Aussagen am faktischen Wahrheitsbegriff. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich alles und jedes an diesem Wahrheitsbegriff messen würde.

---

Zu Deiner Frage: Ja, ich würde der Entscheidung einer intelligenteren Instanz vertrauen, auch wenn es ein Algorithmus ist. Ich würde ihm aber nicht blind vertrauen.

Beispielsweise vertraue ich dem Streckenvorschlag meines Navis im Auto, weil es sehr viel mehr Information auswertet, als ich es selbst könnte. Ich vertraue ihm aber nicht blind, sondern bleibe kritisch gegenüber den Ergebnissen, und ich halte die Grenzen des Systems im Blick.
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