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Zitat von keko#
Du wirst keine übergeordnete Vernunft finden, weil es sie gar nicht gibt.
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Das sehen die Religionen anders, insbesondere das Christentum, das sich dabei auf den Vernunftbegriff von Platon bezieht. Vor allem Augustin hat das um das Jahr 400 herum ins Christentum eingeführt; von ihm war durch Zarathustra bereits die Rede.
Vernunft bedeutet dort, das Wahre zu erkennen. Damit meint er nicht die realen Dinge unserer Welt, sondern die idealisierten Ideen. Die Idee eines vollkommenen Kreises ist vollkommener und damit "wahrer" als ein echter, real existierender Kreis, der nie ganz perfekt sein kann.
Gemeinsam mit diesen höchsten, idealisierten Wahrheiten gibt es zwangsläufig auch eine höchste Vernunft. Sie besteht im Erkennen und sich Zubewegen auf das Ideal. Die Christen interpretieren diesen Gedanken im Sinne von "vernünftiges Handeln auf dem Weg zu Gott".
Wenn Du sagst, es gäbe keine übergeordnete Vernunft, bestreitest Du nach christlicher Vorstellung die Existenz von Gott als höchstem Wesen. Für einen Christen ist das Befolgen eines göttlichen Gebotes stets eine Sache höchster Vernunft. Oder würdest Du sagen, es könne von noch höherer Vernunft sein, dagegen zu verstoßen? Wenn es nach Deinen Worten keine höchste Vernunft gibt, gibt es auch keine höchsten Ziele und kein höchstes Wesen.
Willkommen im Atheismus!
