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Alt 23.07.2017, 01:01   #7522
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
Benutzerbild von Klugschnacker
 
Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 24.939
Zitat:
Zitat von keko# Beitrag anzeigen
Selbst Newton ist für einen konsequenten Atheisten untragbar:

"Nach allen diesen Betrachtungen ist es mir wahrscheinlich, dass Gott am Anfange der Dinge die Materie in massiven, harten, undurchdringlichen und beweglichen Partikeln erschuf..."
(Optik, Buch 3, 1704).
Nö, wieso sollte er untragbar sein? Weil er die Existenz eines Gottes annahm? Das ist einerlei. Newtons Wert für die Wissenschaft besteht nicht darin, was er über die Götter dachte.

Newton fand das erste allgemein gültige Naturgesetz, das sowohl auf der Erde als auch überall im Kosmos gilt. Bisher war man in der christlich geprägten Welt davon ausgegangen, dass die Erde und die himmlische Sphäre, welche sich über ihr wölbt, zwei ganz unterschiedliche Bereiche seien. Irdische Gesetze müssten dort oben noch lange nicht gelten. Newtons Gravitationsgesetz beschrieb eine leicht fassliche und damit sehr überzeugende Ursache für die Bewegungen am Firnament, ebenso wie auf Erden.

Um es noch klarer zu machen: Die Gleichungen von Johannes Kepler beschrieben, wie sich die Planeten bewegen, lieferten jedoch keine Ursache, keinen Grund für diese Bewegung. Kepler nahm an, dass sich die Planeten auf ihren exakten Bahnen bewegten, weil sie es so wollen. Das Beseeltsein der Planeten hielt er für die Ursache ihrer Bewegung. Seine Gleichungen beschrieben nur den Verlauf der Flugbahnen, nicht die Ursachen.

Newtons Gesetz zielte auf die Ursachen. Die Planeten bewegen sich so und nicht anders, weil ein Gesetz dies vorschreibt. Für die damalige Zeit eine unerhörte Behauptung. Präzise hergeleitet, mathematisch elegant, zutreffend in jedem Fall. Das saß.
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