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Alt 25.11.2016, 09:43   #600
qbz
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Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 12.767
Zitat:
Zitat von zappa Beitrag anzeigen
Nein, das ist bei seriösen Journalisten definitiv anders.

Ich kann das aus erster Hand aus Erfahrungen mit der SZ berichten. Zum einen ist dort die Menge der Quellen beherrschbarer, weil es Menschen dort gibt, die "nur" recherchieren. Damit ist eine gewisse Verarbeitbarkeit und Diversität an Quellen sichergestellt, die ein einzelner nie schaffen kann. Dann gibt es Redaktionsleiter, Redaktionskonferenzen und Lektorate sowie den Chefredakteur, die für Qualitätskontrolle sorgen. Und schließlich sind die meisten zu einem ordentlichen Gehalt fest angestellt, haben also keinen "Druck" sich Aufmerksamkeitsheischend in den sozialen Medien zu positionieren. Nicht vergessen darf man zusätzlich den Ethos, die Werte und den Peer Pressure der Kollegen, die auch noch für Qualität sorgen.

Das alles fehlt bei Personen, wie Jebsen.
Nun, ich habe mich mit Jebsen bisher nie beschäftigt, dafür ziemlich lange Erfahrungen mit Medien von der NZZ bis zur SZ. Die begannen intensiver damals mit dem Vietnamkrieg und und die westliche Berichterstattung über diesen Krieg lernte mich, dass diese Zeitungen nicht neutral auswählen und berichten bei kriegerischen Konflikten und sowie Aufständen, in welche die USA involviert ist. Das hat sich bis heute nicht verändert. Man übernimmt im schlimmsten Fall Fakes (Die Krieglüge von Tonkin) oder verschweigt manches, was nicht zur unterstützten Kriegspartei passt, und "manipuliert" mit Begriffen.

So wurden z.B. tschetschenische Dschihad-Terroristen als Freiheitskämpfer oder Rebellen bezeichnet (auch von Deinen seriösen Journalisten), ähnlich im Syrienkonflikt. Dort verschwieg man anfänglich die ursprüngliche Unterstützung mit Ausrüstung für islamistisch-fundamentalistische Gruppen incl. der früheren IS-Anhänger. Leserbriefe, welche CIA-Aktivitäten benennen, werden manchmal nicht veröffentlicht.

Wer von uns erinnert sich noch, das 2012 die USA und ihre Verbündeten Assad die diplomatische Anerkennung entzogen und stattdessen eine sog. Nationale Koalition, welche sich in Paris im Exil befindet, als Exilregierung völkerrechtlich (als legitime Vertretung des syrischen Volkes) anerkannten (die Schweiz z.B. tat das nicht, sie bleibt da neutral, um Hilfe leisten zu können), was Friedenschlüsse in Syrien extrem erschwert bis unmöglich macht sowie Hilfen im Assad kontrollierten Teil praktisch ausschliesst. Darüber wurde zwar mal kurz berichtet, erwähnt wird es fast nie mehr trotz der verhängnisvollen Auswirkungen.

Geändert von qbz (25.11.2016 um 10:10 Uhr).
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