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Alt 06.11.2016, 10:17   #427
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
Benutzerbild von Klugschnacker
 
Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 25.053
Zitat:
Zitat von locker baumeln Beitrag anzeigen
Absolvierte z.B. immer 3-4 Wochen vor Roth eine MD. Diese fahre ich ohne Pulskontrolle all out (kommt am Ende ein Pulsschnitt von 165 raus).

Ich nutzte immer diesen MD WK als Trainingsvorbereitung. Die zu diesem Zeitpunkt mögliche LD Wattleistung ist um ein großen Faktor kleiner, als ich dies dann im LD WK abrufen kann. Die MD ist ein letzter großer Trainingsbaustein, der Richtung LD dann noch einen richtigen Leistungsschub gibt. Dazu dann in den letzten Wochen noch eine extrem optimierte Ernährung und Tapering. Als Folge ist eine Radperformance abrufbar, die Wochen vorher nicht berechenbar gewesen wäre.
Du sagst, wenn ich Dich richtig verstehe, dass Du in erster Linie Deinem Gefühl folgst, und dass Du ergänzend dazu Deinen Puls beobachtest. Das ist bei der Verwendung eines Powermeters genau gleich, nur dass Du zusätzlich die Wattzahlen beobachtest. Man fährt nicht stur einer berechneten Wattzahl hinterher.

An erster Stelle steht das Gefühl. Bei Langdistanz-Intervallen des Typs 4x 30min fragt man sich permanent: "Fühlt sich das an wie das realistisch mögliche Wettkampftempo?". Wenn Sportler aus meiner Trainingsgruppe mit mir ihr mögliches Wettkampftempo diskutieren, analysieren wir dieses Gefühl genauer. Wie fühlte sich das letzte Intervall an, wie ging der anschließende Koppellauf und so weiter, das kennst Du alles selbst sehr gut.

Das Ergebnis dieser subjektiven Abwägungen kann sein:

Puls 145 oder 220 Watt gehen sicher
Puls 150 oder 230 Watt sind der Beginn der riskanten Zone
Puls 153 oder 235 Watt gehen wahrscheinlich schief

Diese Zahlen kann man durch einen FTP-Test oder einen kurzen Wettkampf weiter untermauern, ebenso durch die Pulsdrift bei sehr langen Radeinheiten.

Im Wettkampf agiert man dann ebenfalls nach Gefühl. Man fährt erstmal mit 225 Watt los und schaut, wie der Puls dabei ist und wie sich das anfühlt. Fühlt es sich gut an, wird man sich vielleicht auf 230 Watt steigern; ganz sicher aber nicht auf 250 Watt, denn das wäre dumm. Ich glaube Dir durchaus, dass Du das auch ohne Powermeter hinbekommst, aber für viele ist er ein gutes Hilfsmittel.

Anhang: Beispiel für mein Pacing bei der Challenge Regensburg. Oben: Höhenprofil. Unten: Leistung in Watt.
Angehängte Grafiken
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