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Alt 17.06.2016, 01:31   #2396
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
Benutzerbild von Klugschnacker
 
Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 24.940
Zitat:
Zitat von trithos Beitrag anzeigen
Aber würde es jemandem schaden, wenn der Teekannen-Gläubige das weiter glauben würde? Und was heißt "Beweispflicht" und "Erklärungszwang"? Muss ein Fußballer beweisen, dass es was bringt, wenn er das Spielfeld immer mit dem linken Fuß betritt? Hat er dann einen "Erklärungszwang"? Und wem gegenüber eigentlich? Das ist doch lächerlich.

Und es ist völlig zu Recht Privatsache der Menschen. Nur weil manche versuchen, ihren Glauben (oder Aberglauben) gegenüber der Gesellschaft in irgendeiner Form als Richtschnur durchzusetzen, muss man ja nicht gleich den Glauben verbieten. Es reicht doch völlig, den Glauben dorthin zu verweisen, wo er hingehört: ins Private.
Ich würde Dir zustimmen, dass die sachliche Grundlage der Religionen wahrscheinlich zu dünn ist, um weltliche Macht auch über Anders- oder Nichtgläubige ausüben zu dürfen. Zum Beispiel an staatlichen Schulen, oder in den Medien.

Glauben ist Privatsache und dort als Grundrecht geschützt. Das unterstütze ich. Jedoch: In einer Demokratie sind private Grundüberzeugungen automatisch ein Politikum und gehen damit auch andere etwas an. Hätten wir beispielsweise einen im privaten blühenden Hass gegen Mitbürger schwarzer Hautfarbe, und würde sich dieser organisieren, sollte man das nicht akzeptieren. Dasselbe gilt bei Ressentiments gegenüber gleichgeschlechtlich liebenden Menschen, Geschiedenen, unverheirateten Paaren, Anhängern anderer Religionen, Nichtgläubigen, Frauen und so weiter, die aus meiner Sicht vom Christentum diskriminiert werden. Dem ist nach meinem Empfinden entgegenzutreten.

Ich will aber auch gedanklich eine Hand reichen, oder gerne auch eine gereichte Hand annehmen: Es ist sehr wichtig, dass Menschen mit unterschiedlichen Grundüberzeugungen miteinander im Gespräch bleiben. Deshalb freue ich mich über die Beiträge der Gläubigen in diesem Thread, ebenso wie ich mich über ihre Offenheit gegenüber Skeptikern freue. Ethik, also die Regeln des Zusammenlebens, sind aus nichtreligiöser Sicht etwas, dass man gemeinsam mit seinen Mitmenschen aushandeln muss. Dazu gehören auch Gläubige aller möglichen Konfessionen.

Das ist ein Punkt, über den wir uns, wir mir scheint, relativ einig sind. Wir können froh sein, in einer solchen Gesellschaft zu leben.
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