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Alt 03.11.2015, 10:21   #2111
Schwarzfahrer
Szenekenner
 
Benutzerbild von Schwarzfahrer
 
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Rhein-Neckar-Dreieck
Beiträge: 7.893
Zitat:
Zitat von Vicky Beitrag anzeigen
Mich macht die Diskussion zunehmend fertig, weil ich manche Argumente schlicht unethisch finde. Ich finde es unethisch die Frage nach Asyl oder nicht Asyl mit der Frage der Nützlichkeit für unsere Volkswirtschaft zu verknüpfen. Asyl ist und bleib ein hohes Gut, welches in unserem Grundgesetz verankert ist. Punkt, aus.
Stimmt, aber kein höheres Gut, als eine Reihe anderer Grundwerte , die ebendort verankert sind (Nützlichkeit für Volkswirtschaft gehört zugegebenermaßen nicht dazu ). Und es wird leider immer wieder nötig sein, daß man diese Grundwerte gegeneinander abwägt und auch priorisiert. Die freie Meinungsäußerung hat seine Grenzen, wenn es auf Volksverhetzung hinausläuft; Religionsfreiheit hat seine Grenzen, wenn es auf die Unterdrückung der Frau hinausläuft, etc. Und deshalb muß auch erlaubt sein, darüber zu diskutieren, ab wann der Zuzug von einer großen Zahl von Menschen mit möglichereweise radikal anderen Grundwerten bei aller Menschenliebe zu Konflikten in der Gesellschaft führen könnte, und wie man dem vorbeugt. Nur durch das gebetsmühlenhafte "wir schaffen das" ist nichts getan und nichts erreicht; Politiker müssen auch die Gefühle und Denkweise der Menschen kennen und berücksichtigen. Massen in ein paar Monaten umerziehen hat noch keiner geschafft.


Zitat:
Zitat von Vicky Beitrag anzeigen
...in den Diskussionen werden doch die Flüchlinge zunehmend alle in einen Topf geworfen. Ebenso werden die Menschen Moslemischen Glaubens ganz leichtfertig in einen Topf katapultiert. ...
Da erscheint es auch, dass dieses Thema nur schwarz oder weiß diskutiert wird. Das sehe ich hier im Forum aber nicht so. Es gibt lediglich verschiedene Herangehensweisen.
Leider stimmt das - allerdings werden die diskutierenden Parteien (nach meinem Eindruck auch z.T. hier im Forum) ebenso schnell in zwei Töpfe geworfen: die Einen haben einen bewundernswert unerschütterlichen Glauben daran, daß alles sicher gut gehen wird; wer aber Zweifel daran hat, daß wir wirklich allen helfen können, ohne jemandem Weh zu tun, dem wird ganz schnell die Nähe zum rechten Extremrand unterstellt.

Zitat:
Zitat von Vicky Beitrag anzeigen
Ich für meinen Teil sehe selbstverständlich auch Probleme, aber ich glaube auch, dass es dafür eine Lösung gibt, oder mehrere Lösungen, wenn man es will. Wir gehen einfach nur anders, positiver an die Sache heran. Ängste kann man auch künstlich am Leben erhalten oder verschärfen. Das finde ich gefährlich und lähmt unsere Handlungsfähigkeit.
Ja, es gibt für alles Lösungen. Aber ich fürchte, die Aussicht auf Lösungen, die allen Beteiligten gleichermaßen zusagen, ist äußerst gering. Wir können vielleicht schon froh sein, wenn ein guter Kompromiß zustande kommt; laut Aristide Briand ist es dann der Fall, wenn alle gleich unzufrieden sind.
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
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