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Zitat von achnee
Also für mich ist da schon ein Unterschied, ob einer durch eine künstliche, von aussen herbeigeführte Maßnahme die Produktion seiner Erythrozyten steigern will oder einer einen schnellen Reifen aufzieht, einen Neopren anzieht etc.
Ersteres ist ein Eingriff in die menschliche Physiologie, zweiteres Materialtuning.
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Für mich liegt der wesentliche Unterschied darin, dass, anders als bei den bekannten Dopingmethoden, eben kein Stoff in den Körper eingebracht wird, der die Reaktion bewirkt. Nach den aktuellen Erkenntnissen beruht die Wirkung auf der Reduzierung des Sauerstoffs. Es wird also kein Stoff in den Körper eingebracht, sondern es wird ein Mangelzustand erzeugt, auf den der Körper reagiert. Welches Dopingmittel/ welche Dopingmethode wirkt noch über die Erzeugung eines Mangelzustandes?
Auch die Argumentation über das Ergebnis halte ich nicht für tragfähig. Mit EPO hat man diesen Effekt wesentlich schneller. Viele Dopingmittel zielen darauf ab, eigentlich natürliche Prozesse zu beschleunigen oder über das natürliche Maß hinaus zu verstärken. Muskelaufbau bekommt man z.B. auch auf natürliche Weise hin. Aber es dauert und nur zu einem bestimmten Maß. Mit Anabolika geht's schneller. Die Erhöhung der roten Blutkörper bekommt man auch z.B. durch einen regulären Aufenthalt in großer Höhe hin. Mit EPO halt viel schneller. Das Problem mit Dopingmittel ist aber, im Gegensatz z.B. zum Höhentraining, dass die Prozesse viel schneller ablaufen als die Natur es vorgesehen hat und vor allem die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers außer Kraft gesetzt werden. Soweit ich das bei Höhentraining verstehe, wird zwar ein Prozess im Körper ausgelöst. Den Prozess an sich muss für Körper ohne Hilfe hinbekommen, d.h. es wird eben kein Einfluss auf die menschliche Physiognomie genommen. Die körpereigenen Schutzmechanismen, die z.B. den Hämatokritwert begrenzen, werden nicht ausgeschaltet.
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Zitat von LidlRacer
Aber wenn wir diese Sachen versuchsweise trotzdem mal mit meinen Fragen abchecken - und wenn wir mal den Kostenaspekt weglassen - ist nichts davon pervers.
Fast jeder Triathlet hätte all dies gerne, wenn er es nicht schon hat.
Fast kein Triathlet würde sich gern in ein Höhenzelt oder eine Unterdruckkammer legen, selbst wenn er die geschenkt bekommt.
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Woher nimmst du die Erkenntnis? Die Zahlen der Umfrage sprechen eine andere Sprache: 80% halten es für legal, nur 10% sind der Ansicht, das es verboten ist. Das viele es nicht ausprobieren werden, könnte auch daran liegen, dass es nicht unbedingt mit dem Sozialleben vereinbar ist. Der Partner wird vermutlich oft keine Lust habe, mit unter dem Zelt zu schlafen.
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Zitat von JENS-KLEVE
Aber wenn jeder ein Zelt oder so eine Kammer hätte, wäre das insgesamt gesehen nicht so "geil". Ich glaube das meint Lidl.
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Viele hier finden Kompressionssocken auch "nicht so geil"

Verbieten? Auch so, die Diskussion hatten wir woanders schon

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Ich verstehe die Sichtweise schon zu einem gewissen Teil. Die Frage ist nur, ab welchem Punkt verbieten wir Innovationen und wann nicht. Das Argument "Tradition" zieht aus meiner Sicht im Sport nicht so richtig.
Matthias