Zitat:
Zitat von Matthias75
... stellt fest, dass ihm eine Tageslizenz viel mehr Möglichkeiten bietet.
Matthias
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...nur dass es bei ungenehmigten Veranstaltungen keine Möglichkeit, eine tageslizenz und damit wettkampfgebundenen Versicherungsschutz zu erwerben gibt.
Ansonsten bin ich bei allen Fragen, die du gestellt hast weitgehend bei dir und wir haben uns in den den letzten zwei Monaten sowohl im Präsidium als auch in Klausurtagungen und Telefonkonferenzen mit der DTU all die Fragen, die du in den Raum stellst schon selbst gestellt und auch entsprechende Antworten gefunden.
Die Leistung, von der eine Veranstalter unmittelbar am meisten profitiert bei einer sportrechtlichen Genehmigung ist die Versorgung einer Veranstaltung mit gut ausgebildeten, erfahrenen und vergleichsweise kostengünstigen Kampfrichtern.
Die europäischen Ironmanveranstaltungen haben in den vergangenen Jahren versucht eigene Kampfrichter auszubilden und ihre Veranstaltungen quasi in Eigenregie (und auf eigene Kosten) überwachen zu lassen und haben jetzt offensichtlich festgestellt, dass das Angebot und die Leistungen des Verbandes diesbezüglich wohl attraktiver ist, weshalb dieser Sonderweg wieder verlassen wurde.
Daneben gibt es für große Veranstaltungen die Notwendigkeit von Doping-Proben: diese durchzuführen und insbesondere im Fall von positiven Fällen die eforderlichen sportrechtlichen Verfahren juristisch sauber durchzuziehen ist für singuläre Veranstalter ohne Verbandsexperten unmöglich.
Letztlich gibt es aber ganz viele Leistungen des Verbandes, die auf allgemeine Förderung des Triathlonsportes zielen und von denen zwar jeder einzelne Veranstalter und Sportler indirekt profitiert, für die es aber keinen strengen Zusammenhang zwischen gezahlten Abgaben und erhaltenen Leistungen gibt.
Das ist wie beim Staat, der Steuern erhebt (die auch mal gerne von manchen hinterzogen werden) und mit diesen Steuern Schulen baut, Lehrer bezahlt, Straßen saniert usw. Der einzelne fühlt sich durch Steuern beraubt, selbst wenn er Kinder hat und Straßen benutzt, aber bwenn eben niemand mehr Steuern bezahlen würde, dann könnte ein Staat auch nicht funktionieren.
Ein Beispiel: In Großbritanien gibt es seit ca. drei bis vier Jahren einen Triathlon-Boom im Breitensport, der in Europa seinesgleichen sucht. Die Briten stellten beim IM Lanzarote 2014 das größte Teilnehmerkontingent, sie hatten mit über 600 Altersklassen-Startern auch bei der Europameisterschaft in Kitzbühel das mit Abstand größte Kontingent trotz der viel weiteren Anreise im Vergleich zu den (ebenfalls teilnehmerstarken Deutschen).
Ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass dieser unglaubliche Triathlon-Boom auf der Insel sehr eng verknüpft ist mit dem Olympiasieg von Alistair Brownlee und den unglaublichen Erfolgen der britischen Männer und Frauen (zu erwähnen auch Jodie Stimpson, Non Stanford, Leanda Cave, Johnny Brownlee). Die Brownlees sind wirklich auf der Insel absolute Superstars, nach denen Intercity-Züge benannt werden und die einen Popularitätsgrad fast wie bei uns fürher Boris Becker und Steffi Graf haben.
Das Beispiel soll verdeutlichen, wie sich Leistungssportförderung (und das ist z.B. ein wesentliches Aufgabengebiet der DTU und der Landesverbände) mittelfristig auf den Breitensport auswirkt.
Natürlich kann man als Veranstalter auch von dieser Leistungssportförderung profitieren,
ohne dass man Abgaben zahlt, bzw. indem man andere Veranstalter und Sportler die Abgaben zahlen lässt, aber besonders gemeinwohlorientiert ist solch ein Verhalten nicht.