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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Befragung: 20% beim Ironman Frankfurt angeblich gedopt
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Alt 11.11.2013, 14:18   #337
LidlRacer
Szenekenner
 
Benutzerbild von LidlRacer
 
Registriert seit: 01.02.2008
Beiträge: 18.860
Sorry, ich muss noch mal ein paar Korinthen ...

Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
Da würde ich nicht darauf wetten [dass Doping nach WADA-Definition gemeint ist], denn vom selben Autor stammt eine ähnliche dümmliche Befragung zum "Hirndoping" bei Studenten.
Hab mir die Hirn-"Doping"-Sache mal etwas genauer angeschaut.

Originalartikel dazu:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/1.../phar.1166/pdf

Und massive Kritik dazu von einem Prof. für Pharmakopsychologie, der in dem Fachgebiet zuhause ist:
http://www.uzh.ch/news/articles/2013...en-fuehrt.html

Er hält ebenfalls die Ergebnisse für weit überhöht.

U.a. bemängelt er eine sehr eigenwillige und für die Befragten nicht ausreichend klare Definition von "Hirndoping" und "Neuroenhancement".

Allerdings irrt der Prof. auch in einem Punkt:
Die Befragung erfolgte nicht per e-mail sondern in Hörsälen mit angeblich ordentlicher Aufklärung über die Umfragetechnik.

Aber eben zur Umfragetechnik ist mir dies aufgefallen:

(Übersetztes) Originalzitat aus dem Fragebogen:

Please consider a certain birthday
(yours, your mother’s, etc.). Is this
birthday in the first third of a month
(1st to 10th day)? If yes, please
proceed to Question A; if no, please
proceed to Question B.

Question A Is this birthday in the first half of
the year (prior to the 1st of July)?

Question B Did you use brain-doping substances
during the last 12 months?
Note that only you know which of
the two questions you will answer.

Yes No


Dass man sich selbst aussuchen soll, wessen Geburtstag man nimmt, ist für mich beinahe gleichbedeutend mit:
Suchen Sie sich einfach selbst aus, ob Sie die Dopingfrage oder die völlig belanglose Frage beantworten!

Wenn z.B. mein eigener Geburtstag dazu führt, dass ich die Dopingfrage beantworten soll, ich das aber nicht will, nehme ich einfach guten Gewissens den meiner Mutter. Oder umgekehrt.

Da ist meines Erachtens überhaupt nichts mehr berechenbar.

Damit ist das nächste Problem schon fast egal:
Bei der Auswertung wurde von einer gleichmäßigen Verteilung der Geburtstage über das Jahr ausgegangen.
Das ist falsch, wie man z.B. dieser Statistik entnehmen kann:
https://www.destatis.de/DE/Publikati...ublicationFile

Noch zur Verdeutlichung:
Bei dieser Befragungstechnik ist zunächst mal überhaupt nicht klar, was worauf geantwortet wurde.
Nur durch statistische Auswertung kann man Rückschlüsse darauf ziehen, was mit welcher Wahrscheinlichkeit worauf geantwortet worden sein müsste. Wenn man da mit falschen Wahrscheinlichkeiten arbeitet, kommt völliger Unfug heraus.
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