|
Szenekenner
Registriert seit: 30.05.2010
Beiträge: 6.183
|
Notizen aus Indien - Frauen
Wenn ihr schöne Frauen sehen wollt, reist nach Indien!
Natürlich sind auch dort nicht alle Frauen schön, aber viele von ihnen sind so atemberaubend schön, dass man als europäische Durchschnittsfrau mit dünnem Fussel-Haar in Grund und Boden versinken will.
Fast ausnahmslos alle indischen Frauen haben extrem dickes Haar und sie tragen es alle sehr lang. Auf der ganzen Reise habe ich vielleicht eine Handvoll Frauen gesehen, die ihre Haar kürzer getragen haben. Die meisten haben Haare bis fast zum Hintern. Sie tragen es fast durchweg zu einem Zopf zusammen gebunden. Sie machen wie auch die Männer ein Öl in die Haare, was für uns ungewohnt und nicht ganz so schön aussieht. Die meisten flechten ihren Zopf.
Ausnahmslos alle Frauen haben tiefschwarz funkelnde Augen. Und alle, alle tragen goldenen Schmuck. Ich sah nur zwei, drei Frauen ohne Ohrringe. Ich hatte keine dabei und kam mir panne vor. Nicht nur, dass ich eine helle Haut und fusselige, ziemlich kurze Haare habe, sondern dann trug ich noch nicht mal Schmuck! Vermutlich haben sie mich kaum als Frau wahrgenommen oder gedacht, dass ich bekloppt bin.
Hier im Süden Indiens, vor allem außerhalb der größeren Städte, tragen die Frauen ganz überwiegend einen Sari. Die Saris sind oft wunderschön in tollen Farben und mit schönen Verzierungen. Die die keinen Sari tragen, tragen dünne Stoffhosen mit solchen langen Blusen darüber. Fast jede Inderin hat dazu noch ständig ein Tuch , das sie locker von vorne um die Schultern gelegt hat und das bei Bedarf genutzt wird, um das Haar zu bedecken.
Wenn die Frauen einen Sari tragen, kann man von einer Seite seitlich ihren nackten Bauch sehen. Das ist komisch, dass das für sie OK ist, aber ein ärmelloses Oberteil als nuttig angesehen wird. Die Schultern müssen stets bedeckt sein.
Muslimische Frauen tragen meist die typischen, schwarzen, kuttenartigen Gewänder und sind teilweise stark verschleiert, so dass nur die Augen zu sehen sind, die dann betörend schön wirken.
Die Hautfarben der Inderinnen variieren stark. Manche sind sehr dunkel, andere eher hell. Es ist wohl in Indien ein Schönheitsideal, helle Haut zu haben, was man auf dem allgegenwärtigen Werbeplakaten sieht. Die Frauen, die dort - oft stark westlich gekleidet - zu sehen sind, sehen oft gar nicht aus wie Inderinnen. Zumindest hier im Süden fragt man sich, warum sie solche Werbung aufhängen, wo doch keine Frau sich so kleiden würde, wie die Frauen auf den Plakaten. Und auch sonst ganz anders aussehen.
Auf mich wirkt die dunkle Hautfarbe schön.
Das schönste ist für mich, die indischen Frauen anzuschauen und anzulächeln, denn fast ausnahmslos lachen sie dann ein strahlendes Lachen zurück. Es ist ganz herrlich, sie alle zum Lachen zu bringen und dabei so viele Schönheiten zum Strahlen zu bringen, eine hübscher als die andere.
Ich bedauere manchmal, nicht alleine oder mit einer Frau unterwegs zu sein, denn ich bin mir ganz sicher, dass mich dann viele der Frauen angesprochen hätten. Sie wirken offen und interessiert, aber sie sprechen uns nicht an, weil ein Mann dabei ist, denke ich. Später auf der Reise berichtet mir Isabelle, eine Amerikanerin, die einige Monaten lang in Indien arbeitet, dass genau das ihre Erfahrung ist.
Die Frauen arbeiten teilweise sehr hart. In den Tee-Anbaugebieten sind sie es, die 8-9 Stunden am Tag Tee pflücken. Das ist harte Arbeit, weil die Plantagen an steilen Hängen liegen. Sie müssen 21 kg am Tag pflücken, um 195 Rupien am Tag zu bekommen, das sind nicht mal ganz 2,50 €. Wenn sie weniger schaffen, kriegen sie auch weniger Geld. Tee wird das ganze Jahr über geerntet. Wenn Monsum ist, arbeiten sie zwei Monate den ganzen Tag über bei strömendem Regen. Ich frage den Trecking-Guide, mit dem wir in den Bergen von Munnar unterwegs sind, warum nur Frauen diese harte Arbeit machen und er antwortet: "Ja, die Arbeit der Frauen ist hart, aber die Männer machen noch schwerere Arbeit." Welche denn? "Sie arbeiten in den Teefabriken, in der Produktion." Mir erschließt sich nicht, was daran so hart sein soll. Weil sie aber so hart ist, müssen die Männer nur einen halben Tag arbeiten und verdienen mehr...
Ich sehe auch nur Frauen die Wäsche mit der Hand waschen und schwere Krüge mit Wasser schleppen, denn längst nicht alle Häuser haben fließendes Wasser.
|