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Alt 13.08.2013, 18:32   #438
Hafu
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Grischa82 Beitrag anzeigen
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Genau diese Sichtweise kann ich nicht teilen. Klar, ein schönes Sprichwort sagt „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht“. Solange aber kein Beweis vorliegt kann man niemanden als Lügner abstempeln, sonst können wir uns ja die Tests sparen (ja, ich habe den Endlos Doping Thread gelesen und möchte hier nicht wieder eine Grundsatzdiskussion lostreten).
Ich glaube was den Profi-Radsport in den vergangenen 20 Jahren betrifft kann man sich die Tests in der Tat sparen. Professionelle Doper, das zeigten die Fälle Armstrong und Fuentes erwischt man nur mit polizeilichen Ermittlungsmethoden über Kronzeugenregelung, email- und Telefon-Überwachung.

Nichtsdestoweniger machen Dopingkontrollen trotzdem Sinn, um wenigstens die weniger schlauen Doper zu erwischen.


Zitat:
Ich glaube auch das es einen Unterschied gibt ob jemand nach der Radsport-Karriere Triathlon als Profi oder als Spass an der Bewegung und dem Wettkampf betreibt. Beim ersten ist der Leistungsdruck unweigerlich höher, was bei einer dunklen Vergangenheit sicherlich die Hemmschwelle herab setzt.
Dazu weiß ich zu wenig über Jeker, um mir dazu ein Urteil zu erlauben. Und weil es in unserer AK nur zwei Slots gab, weiß ich auch nicht, ob er ihn, wie du meinst abgelehnt hätte.
Jalabert hat im ersten Jahr nach Beendigung seiner Triathlonlaufbahn in Zürich auf jeden Fall den Slot angenommen und ist als Agegrouper nach Hawaii geflogen.

Zitat:
Ein exProfi wird in den meisten Fällen ein Vorteil gegenüber einem „normalen“ AKler haben. Nicht (nur..?) wegen den möglichen Pülverchen und den daraus resultierenden körperlichen Veränderungen, sondern weil er seinen Körper besser kennt, Technisch sauberer Arbeitet und weiss was Intensität im Training bedeutet.
Glaube ich nicht. Die meisten ambitionierten Age-Grouper (und ich kenne gerade in meinem Altersbereich viele seit 20 Jahren) haben mindestens zu Studentenzeiten ähnlich viel, intensiv und strukturiert trainiert wie Profis und mancher von ihnen ist vielleicht in seinen besten Triathlon-Jahren nur deshalb bei größeren Wettkämpfen nicht ganz vorne gelandet, weil er nicht bereit war, seine Gesundheit mit Doping zu riskieren.

Zitat:
Die statistische Begründung finde ich Fade, wir wissen beide nicht wie viele exProfisportler (Schwimmen, Radfahren, Leichtathletik sind ja in gleichem Masse Dopingverseucht) sauber in irgend einer AK starten. Aus 3 Fallbeispielen nun alle exProfis unter Pauschalverdacht zu stellen finde ich nicht fair. Nicht jeder Italiener ist ein Mafioso wie auch nicht jeder Grieche Steuern hinterzieht.. .

Ich verstehe dass du auf Doping emotionell reagierst, würde mir nicht anders gehen. Jedoch sollte man, auch wenn man solche unschönen Erfahrungen wie du sie erlebt hast, sachlich bleiben und niemanden grundlos Öffentlich prangern.
Lies meinen von dir beanstandeten Post genau. Ich habe Jeker nicht angeprangert. Ich habe nur erwähnt, dass er Ex-Radprofi ist (was ich im Rennen nicht wusste und erst rausgoogeln musste, was aber für dich vermutlich geläufig ist) und dass ich höchst ungern gegen ihn verloren hätte.
Das mit dem Pranger bezog sich auf eine über mehrere Stunden andauernde Rennsituation, mit der Jeker nichts zu tun hatte und in die zwei andere Schweizer involviert waren und die aus meiner Sicht auch heute noch (ohne das Adrenalin des Wettkampfes betrachtet unter dessen Einfluss ich es Sonntag abend gepostet hatte) absolut skandalös war: Jean Christoph Guinchard wartete nach dem Schwimmen in der Wechselzone glatte zwei Minuten neben seinem Fahrrad auf einen Vereinskollegen (Morgan Zbinden) um diesen anschließend die gesamte Radstrecke über Windschatten mit fast ständig weniger als 2m Abstand zu bieten.
Die Absicht war in diesem Fall glasklar, Morgan Zbinden so zum Hawaii-Slot zu verhelfen. So werden die Grundwerte unseres Sports wirklich mit Füßen getreten und wer zu solchen Mitteln des Betruges greift, bei dem wird man auch nachdenklich, zu was er sonst noch bereit ist.

Zitat:
Dein Commitment gegen Doping teile ich, keine Frage. Es ist schade wenn junge Talente wie dein Sohn vor die Wahl gestellt werden: Dopen oder den Traum Profisport begraben. Das kann nicht sein.
Aber ich denke nicht, dass man diesem Kampf etwas beisteuern kann indem man Leute diffamiert die möglicherweise mal unsauber waren, nun aber einem normalen Job nachgehen und einfach Spass haben wollen.
Ich glaube grundsätzlich, dass es hilft, das Problem Doping offen anzusprechen und im Bewusstsein der sportinteressierten Öffentlichkeit zu halten. Nur so kann man mittelfristig auch die Politik dafür gewinnen, sich des Problems ernsthaft anzunehmen und die Dopingproblematik nicht nur den damit letztlich überforderten Sportverbänden zu überlassen.

Dass aber auch die Sportverbände nicht untätig sein sollten, und ich das als Sportfunktionär auch aktiv "lebe" kannst du daran sehen, dass der Bayerische Triathlonverband seit diesem Jahr, seit ich dort Vizepräsident bin, als meines Wissens nach erster DTU-Triathlon-Landesverband eine eigene Anti-Dopingbeauftragte hat, als Landesverband einen eigenen vierstelligen Etat für Dopingkontrollen seiner Athleten im Training und bei Landesmeisterschaften budgetiert und somit im Rahme der begrenzten Möglichkeiten, die Sportverbände haben, innerhalb der DTU eine Vorreiterrolle einnimmmt.

Aber das Ganze hat jetzt nur noch zum Teil mit dem IM70.3 Wiesbaden zu tun, so dass wir evt. besser im Einzelfall-Thread weiterposten sollten.

Geändert von Hafu (13.08.2013 um 18:38 Uhr).
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