Laufen, falls man mein Getrabe überhaupt so bezeichnen kann, klappte, naja relativ halt

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Achilles merkte ich gar nicht so arg, ich hatte andere Stellen, die wesentlich mehr schmerzten

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Am linken Oberschenkel rollte sich meine Hose irgendwie hoch und schmerzte immer mehr. Später hatte ich hier geschwollene Haut und fast Brandblasen, war aber vorher zu dämlich, dagegen was zu unternehmen.
Sonst war weiterhin der Plan, zur nächsten Verpflegungsstelle zu laufen, früher oder später war klar das Walken anstand. Ich lachte bewusst freundlich ins Publikum und bekam dies auch mit persönlichen Anfeuerungen gedankt.
Anfangs hielt ich Ausschau nach unserem Unicef-Schild:
Multiple Sklerose
Meine Sorgen
Mindert Sport
Mit Spaß
Emu FMMT
So ging es Stückchen für Stückchen weiter. Ab KM 7 bekam ich erstes Seitenstechen.Bei KM 20 dann die erste längere Gehstrecke, da ich wusste, dass meine Familie irgendwo ab KM 21 steht und ich vorher wieder laufbereit sein wollte.
Plan klappte, die Schmerzen nahmen aber zu. Richtig toll, aber auch hart war der Moment, wo mir klar wurde, dass es ab jetzt auch mit Walken reichen sollte. Ich trabte trotzdem weiter, walkte mal zwischendurch, dann wieder traben, wobei sich die Geschwindigkeit nur noch unwesentlich unterschied
In Eckersmühlen hatte unsere Gastgeberfamilie einen Schwämmestand, also nochmal aufgerichtet, geschauspielert und gelaufen.
Cool fand ich, dass an den Verpflegungsständen auch Alkoholfreies Bier ausgegeben wurde.
Beim Laufen wurde mir klar, dass es definitiv meine (mindestens vorerst) letzte LD wird. Laufen muss ich erst wieder richtig lernen, das Seitenstechen bremst mich selbst bei lahmen Tempo aus und die Auswirkungen auf MS kann ich auch noch nicht einschätzen.
Aber ein Mal wollte ich noch finishen, also vorsichtig weiter, nichts unnötig riskieren, das Ziel kam immer näher.
Die Stadtrunde war der Hammer, geniale Stimmung, ebenso der Zieleinlauf
