Ich bin der Meinung, dass auch bei DIESEM Thema immer viel zu viel verallgemeinert wird, und zwar auf beiden Seiten. Ich denke, am Besten kommt man irgendwann zurecht, wenn man die Zeit und den Elan aufbringt, selbst rumzuexperimentieren. Mit ein bisschen Körper- und Feingefühl sowie einer kleinen Portion Hirn sollte man so nach und nach seine ideale Position finden können.
Aber diesbezüglich ist der deutsche Michel halt oft einfach ein wenig zu faul. Es ist ein wenig wie z.B. mit Blutdruckpatienten.
--> Bloß nicht versuchen, nachzudenken, warum man Bluthochdruck hat, sondern einfach zum Arzt rennen und Tabletten holen. Dass der Blutdruck sich in vielen Fällen recht schnell normalisieren würde, wenn man so manche Lebensgewohnheit mal etwas ändern würde, das wird meist nicht in Betracht gezogen. Wäre auch zu umständlich und zu viel Aufwand.
So ähnlich ist das wohl auch oft mit diesen Sitzpositionsanalysen. Man geht da hin und verspricht sich schnell Besserung ohne großen Aufwand für einen selbst (abgesehen von den 150,- euro oder was das kostet). Das verstehe ich nicht so ganz. Wenn ich 8000-10000km im Jahr auf dem Rad runterschrubbe, dann hab ich doch genug Gelegenheit und wohl auch etwas Know How, um mich an ne gute Position ranzuarbeiten.
Ich experimentiere halt auch gerne mal selbst rum. Ein Fremder kann doch nie so genau wie ich selbst wissen, wann ich mich wie nach welcher Änderung der Position auf dem Hobel fühle. Er kann auch nicht immer sofort eingreifen. Ich selbst kann das aber jederzeit sogar während der Ausfahrt...................
Bei mir ist es jedenfalls so: Je weiter vorne, desto besser. Die Knie kommen damit viel besser zurecht und ich bringe nach subjektivem Empfinden viel mehr Druck auf die Pedale. Komfortabel sitze ich auch. Beispiel: Nach 6 Monaten Abstinenz auf dem Zeitfahrhobel bin ich heuer bei der dritten Ausfahrt wieder problemlos 120km am Stück gefahren, ohne auch nur einmal wegen irgendwelchen Problemchen mit der Position vom Auflieger zu müssen - trotz 17cm Überhöhung. Kann mir nicht vorstellen, dass mich der Buchstaller besser positionieren könnte.