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Szenekenner
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Lulu Pacer
Sigmund Freud meinte das wahrscheinlich anders mit der Regression. Aber mein Liebster, der sich übrigens durch sehr mangelhafte Kenntnisse der psychoanalytischen Theorie auszeichnet, behauptet, dass die Auswahl meiner in den letzten Wochen und Monate erworbenen Produkte aus dem Bademodensegment ein sicheres Zeichen für regressives Verhalten sei.
In seinem schlichten Verständnis von Psychoanalyse meint er wohl, mein Erwerb von bonbon-bunten, wild gemusterten Badeanzügen sei einfach ein kindliches Verhaltensmuster und fertig. Pah!
Wenn es regressives Verhalten ist - und für Denkanstöße bin ich ja meistens offen - dann müssen wir uns auch fragen, welche Ängste und/oder Triebe ich denn mittels der Regression abzuwehren versuche. Denn dieser Rückzug ins Kindliche macht ja nach den Vorstellungen der Psychoanalyse immer Sinn. Ich frage mich also nun: Wofür brauche ich im Moment immer neue Badeanzüge mit pinkfarbenen Herzchenmuster oder neonbunten Sternen oder Blumen? Was würde aus mir herausbrechen, wenn ich mir den Erwerb neuer grellbunter Schwimmbekleidung verkniffe? Inwiefern würde mein psychisches Gleichgewicht aus den Fugen geraten? Vielleicht sollte ich eine Psychoanalyse machen, um andere, kostengünstigere und (für Björns Augen) schonendere Möglichkeiten der Selbststeuerung zu finden...
Der Lulu Pacer von der Firma Maru jedenfalls gehört in die Reihe der hübschen neuen Badeanzüge, die ich erworben habe. Ihr könnt ihn ja mal googeln, damit ihr wisst, wovon ich spreche.
Und am Lulu Pacer demonstrierte ich mal wieder einige meiner hervorragendsten Charaktereigenschaften: Entschlusskraft, einen starken Willen, Durchhaltevermögen, Erfindungsreichtum und Genussfähigkeit, um nur einige zu nennen.
Denn ihr müsst nicht glauben, dass ich einfach so in ein Bademoden-Fachgeschäft gegangen bin und das Teil mitgenommen habe!
Angefangen hat es damit, dass irgendwann im letzten Jahr Inga sich den Lulu Pacer gekauft hat. (Björn meint ja, dass solche Plastik-Sex-Puppen Lulu genannt werden, keine Ahnung, wieso er sich mit sowas auskennt... sollte mir das zu denken geben oder mich unser Sexleben hinterfragen lassen? Ich jedenfalls verbinde das Wort Lulu eher mit einer Verniedlichung von Pinkeln bei kleinen Kindern: "Musst du Lulu (so wie Pipi) machen?" Aber das nur am Rande...)
Zu dem Zeitpunkt als Inga den Lulu Pacer kaufte, war der Regressions-Prozess bei mir offenbar noch nicht in vollem Gange, denn ich fand ihn damals nur OK, aber mehr nicht. Zudem vermeide ich es eigentlich, die selben Badeanzüge wie Inga zu kaufen, gehen wir doch schließlich meistens zusammen schwimmen und ich finde Partnerlook extrem panne.
Vor ca. drei Monaten wurde dann aber bei mir die Phase der grellbunten Badeanzüge eingeläutet, in deren Verlauf ich im Schwimm-Shop bei uns im Leistungszentrum über den Lulu Pacer stolperte, der mittlerweile ein Auslaufmodell war. Da hing er in Größe 38 und schon war er meiner, ohne Anprobieren, weil ich kurz zuvor, auch von Maru, den "Pop Splish Back" (geile Namen, was?) erworben hatte, der denselben Schnitt hat. Da passte Größe 38 gut.
Zu Hause stellte ich dann fest, dass das beim Lulu Pacer Größe 38 nicht der Fall war. Da ich im Schwimm-Shop beim Kauf schon gefragt hatte, ob er in Größe 40 da sei, was verneint wurde und man könne ihn auch nicht mehr besorgen, habe ich nun also angefangen, im Internet nach dem Ding zu suchen und bin schnell fündig geworden. Meistens allerdings nicht in meiner Größe und als ich endlich einen Shop fand, der ihn hatte, klappte es mit der Bestellung irgendwie nicht.
Also habe ich ihn in England bestellt, was mich gefühlte Stunden gekostet hat, das mit den Größen dort zu raffen.
Während ich auf den Lulu Pacer aus England wartete, durchstöberte ich mal wieder - aus Gewohnheit - den Schwimm-Shop im Leistungszentrum und was hing dort? Klar: Der Lulu Pacer in Größe 40. Ich habe ihn mir zurück legen lassen (falls mit England irgendwas schief gehen sollte) und ließ bei der Gelegenheit gleich schon mal fallen, dass ich ihn ja bereits in Größe 38 vor Wochen dort erworben hatte und es bislang versäumt hatte, ihn zurück zu bringen, ob das denn jetzt noch ginge? Man äußerte sich vorsichtig optimistisch.
Einen Tag vor Weihnachten kam der Badeanzug aus England. In Größe 44. Englische Größe 40. Aha. Ich überlegte einen Moment, ob ich lachen oder weinen sollte, denn nun hatte ich den Lulu Pacer zweimal, in zwei Größen, die nicht passen. Ich fragte mich, ob ich einfach beide behalten sollte, so dass ich für alle Fälle gerüstet wäre: Sollte meine Shakira-Planung im Jahr 2012 Realität werden, würde ich locker in 38 reinpassen. Sollte ich aber scheitern und vielleicht noch ordentlich zulegen, könnte ich den 44er nehmen.
Ich entschiede mich dann doch, den 44er nach England zurückzuschicken. Die ganze Sache hat mir also zumindest ordentlich Portokosten eingebracht.
Und gestern bin ich zum Schwimm-Shop gegangen und habe nun endlich den Lulu Pacer in der richtigen Größe! Man zeigte sich dort kulant und nahm den 38er zurück, obwoh ich mittlerweile auch noch den Bon verschlampt hatte. Die Besitzerin sagte: "Ich weiß ja, dass Sie den hier gekauft haben, Frau W...!" Sie weiß meinen Namen! Ihr ahnt vielleicht, wie viele Badeanzüge man dort erwerben/bestellen muss, damit sie einen mit Namen anspricht...
Björn findet den Lulu Pacer jetzt gar nicht mehr sooo schlimm. Es könnte daran liegen, dass ich noch einem anderen Modell aus dem Hause Maru erlegen bin und das ist mal wieder mit neonbunten Sternchen bedruckt. Vielleicht heißt das Modell irgendwas mit "Karpow", falls ihr die Bilder-Suche bemühen wollt...
Ich jedenfalls habe mir vorgenommen, diesen Monat keinen neuen Badeanzug mehr zu kaufen, man kann's ja auch übertreiben. Einer ist nämlich noch auf dem Weg zu mir, ein hübscher von Speedo.
Schwimmen tue ich im Moment übrigens kaum, bleibt ja auch keine Zeit bei dem ganzen Bademoden-Shopping. Gestern war ich zum ersten Mal seit dem 23.12. und bin einen ganzen Kilometer geschwommen.
Und jetzt noch was Wichtiges zum Schluss:
Ich möchte am Swim & Run in Köln teilnehmen. Ich weiß aber nicht, wofür ich mich anmelden soll:
1. Mittelstrecke: 2 km Swim, 14 km Run
2. Langstrecke: 4 km Swim, 21 km Run oder
3. Langstrecke Schwimmen: 12 km
Was meint ihr? Was bringt den größten Spaß?
Puh, lang ist's geworden, aber dafür mit Absätzen und - Arne, falls du mit liest: ein weiterer Abgrund meiner Persönlichkeit ist hier sehr schön heraus gearbeitet worden.
Ich wünsche euch allen ein glückliches Jahr 2012, mit viel Spaß, Erfolg, Freude und vor allem Gesundheit.
Ich gehe optimistisch ins Neue Jahr, bin froh, dass die MS die Füße schön still hält und habe jede Menge Pläne und Ziele. Aber dazu beim nächsten Mal mehr.
Viele Grüße
J., Badeanzug-Närrin.
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