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Alt 23.10.2011, 23:41   #217
felö
Szenekenner
 
Registriert seit: 12.11.2008
Beiträge: 329
Vorweg: Finde die (anscheinend gängige) Praxis, schnell mal eine Infusion zu geben auch völlig falsch.

Aber: das mit dem notwendigen stationären Aufenthalt ist aus medizinischer Sicht, insbeondere in der heutigen Zeit, in der möglichst alles ambulant laufen soll, nicht unbedingt schlüssig, die Entscheidung ist in der Zeit und unter den Umständen fast nicht zu treffen.

Eine Infusion sollte höchstens dann gegeben werden, wenn der Athlet extrem dehydriert ist, d.h. eine starken Flüssigkeitsmangel hat, der durch Trinken nicht sicher behoben werden kann (aufgrund des Allgemeinzustands, Unverträglichkeit, Schockzustand usw.).
Für den Rennarzt ist es schwierig zu entscheiden, ob es vertretbar ist, auf eine Infusion zu verzichten. Dazu müsste er den Athleten ausführlich untersuchen, u.U. beobachten können und vielleicht sogar noch Laboruntersuchungen durchführen (Stichwort Elektrolytentgleisung).

Erschwert werden kann die Entscheidung noch durch die äußeren Umstände.
Beispiel: beim Inferno Triathlon wurden dieses Jahr recht viele Athleten medizinisch versorgt. Dort ist das Problem, dass alle noch in der Gondel transportiert werden müssen - wenn da jemand zusammenklappt, ist die Versorgung für nicht unerhebliche Zeit nicht gewährleistet - wer würde da die Verantwortung übernehmen?
D.h. wie frei ist der Arzt in seiner Entscheidung?

Erhält der Athlet dann ambulant in einer Klinik eine Infusion, muss er eigentlich nicht zwingend stationär aufgenommen werden. Durch einfache Untersuchungen, die in wenigen Minuten durchgeführt werden können (körperliche Untersuchung, Blutdruckmessung, Elektrolytkontrolle, Beurteilung des Säure-Basenhaushalts) kann beurteilt werdeb, on der Athlet die Klinik wieder verlassen kann, die Sicherheit bei unauffälligen Untersuchungsergebnissen sehr groß ist, dass nichts mehr passieren kann.

Einschränkung:
- braucht ein Athlet nur eine Infusion (500ml) und springt dann wieder auf der Pressekonferenz rum, war er eher nicht wirklich bedrohlich dehydriert, d.h.
- i.d.R. müssen mehrere Infusionen gegeben werden, d.h. der Vorgang kann mehrere Stunden dauern, was auch noch unter ambulante Behandlung fallen kann!


... und ein Profiathlet sollte vielleicht schon wissen, ob die Praxis der Infusionstherapie erlaubt ist, sollte solange er sich wehren kann ernsthaft überlegen, ob er das Angebot annimmt und mit gutem Beispiel vorangehen, auf eine solche Infusion nach Möglichkeit zu verzichten.

Nur eine Meinung ....

Felö
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